+++ Achtung Satire +++ Achtung Satire +++ Achtung Satire +++
Comedy-Nummer 2: "Ihr ja auch" oder: Wie du mir, so ich dir
Unter der Rubrik *Das Imperium schlägt zurück* hat der NSA-Chef Keith Alexander einen Gegenangriff gefahren, der womöglich das Ruder rumreißen könnte. Die Kritik an der Merkel-Abhöre konterte er mit dem Hinweis, daß der deutsche Geheimdienst BND ja schließlich auch die USA-Regierung abhöre. Und:
Und zur Forderung, die NSA dürfe deutsche Politiker nie wieder ins Visier ihrer Ausspähoperationen nehmen, sagte er, das sei machbar wenn Deutschland seinerseits aufhöre, die USA auszuspionieren.
http://www.welt.de/politik/ausland/...terzimmer-platzt-dem-NSA-Chef-der-Kragen.html
Belege dafür gibts nicht, muß aber auch nicht, denn spätestens seit Pofalla wissen wir, daß das Wort eines Geheimdienstchefs genügt.
Der BND dementierte umgehend
http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-10/bnd-dementiert-abhoermassnahmen
unter anderem mit dem Hinweis auf ihre hoffnungslose technische Unterlegenheit.
http://www.welt.de/politik/deutschl...erfassungsschutz-ohne-NSA-aufgeschmissen.html
Natürlich ist es möglich, daß uns der BND die Hucke voll lügt - wäre ja nicht das erste Mal - und daß sie in Wahrheit in Obamas Büro Abhörorgien veranstalten, daß es nur so scheppert.
Wir wollen daher Keith Alexanders Giftpfeil auf seine Tauglichkeit hin überprüfen und legen dazu harte Maßstäbe an, wie wir sie etwa von Stiftung Warentest gewohnt sind.
Erinnern wir uns zunächst einmal an einige bemerkenswerte Aussagen des BND. Gleich zu Anfang der Snowden-Enthüllungen wußten sie nichts von einer massenhaften Ausspähung durch die NSA, auch daß das Merkelphone über ein gutes Jahrzehnt abgehört wurde, war ihnen neu. Und überrascht waren sie von den Spionageaufbauten auf den Dächern der US-Botschaften, mit denen die NSA das naheliegende Regierungsviertel komplett abhörte.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netz...abhoeranlagen-in-us-botschaften-a-930392.html
Das alles erfuhren sie erst aus den Zeitungen. Heißt: wenn dieses Statement stimmt ("wir wußten und wir wissen von nichts"), dann handelt es sich bei diesem Verein um eine einzige Steuergeldverschwendung.
Oder volkstümlich ausgedrückt: Die Typen sind zu blöd, um aus dem Bus zu gucken. Und die sollen Obama ausspioniert haben?

Den Meister des Spähens, Mister Vielauge himself?

Wenig glaubhaft. Ja, gut, vielleicht reichts für den Pförtner der Tiefgarage, das ist dann aber auch schon das höchste der Gefühle.
Aber nehmen wir ruhig mal an - zweite Variante -, der BND lügt. In Wahrheit wußten sie alles über die Exzesse der NSA, über den Lauschangriff auf unsere Merkeline und über die, sagen wir mal, *seltsamen* Dachaufbauten der Berliner US-Botschaft. Und trotzdem haben sie geschwiegen. Wäre nicht anders zu interpretieren, als daß es sich bei der BND um Handlanger und Laufburschen der amerikanischen Geheimdienste handelt, was die die Möglichkeit, sie würden den Big Boss Obama auspionieren, noch unwahrscheinlicher macht.
Nach sorgfältigem Abwägen des Für und Wider muß ich leider die Testnote "mangelhaft" vergeben. Keith Alexanders Giftpfeil erweist sich als Gummipfeil ohne jegliche Durchschlagskraft.
Schade eigentlich. Aber ein netter Versuch wars allemal.
