+++ Achtung Satire +++ Achtung Satire +++ Achtung Satire +++
Comedy-Nummer 3: Der Top Act oder: Torte ins Gesicht von Obama
Aber bevor es los geht, hier zur Einstimmung der Vorspann:
Vor gut einer Woche, so erinnern wir uns, hat Obama sein berühmtes Merkel-Abhör-Dementi rausgehauen: Er hätte von nichts gewußt, es wäre schade, daß ein solches Ungemach über die Kanzlerin gekommen sei, und wenn er davon Wind bekommen hätte, hätte er dermaßen auf den Putz gehauen und die NSA-Bengels ohner Nachtisch ins Bett geschickt.
US-Präsident Barack Obama erklärte dem Bericht zufolge, er habe von der möglichen Überwachung durch den US-Geheimdienst nichts gewusst. Obama habe in seinem Telefonat mit Merkel am Mittwoch gesagt, er hätte eine Abhöraktion sofort gestoppt, falls er darüber informiert gewesen wäre. Der US-Präsident habe sein tiefes Bedauern ausgedrückt und sich bei Merkel entschuldigt, hieß es demnach aus dem Kanzleramt.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-10/obama-spionage-merkel
Zwar gabs einen Tag später was anderes zu lesen, nämlich dies hier:
«Obama hat die Aktion damals nicht gestoppt, sondern weiter laufen lassen», zitierte die «BamS» einen hochrangigen NSA-Mitarbeiter. Später habe das US-Präsidialamt bei der NSA sogar ein umfassendes Dossier über Merkel bestellt. Obama habe Merkel nicht getraut und alles über sie wissen wollen, sagte der Informant der Zeitung. Danach habe die NSA die Lauschaktivitäten gegen Merkel verstärkt.
Auch abhörsicheres Handy im Visier
Diese hätten sich nicht nur auf das Partei-Handy der CDU-Chefin beschränkt, sondern auch auf das angeblich abhörsichere Mobiltelefon, das Merkel im Sommer erhalten habe. Dies spräche dafür, dass der Lauschangriff gegen Merkel bis in die jüngste Vergangenheit gelaufen sei, heisst es in dem Bericht.
http://www.srf.ch/news/international/zeitung-obama-forderte-merkel-dossier-an
Aber die NSA-Quelle ist hier noch anonymisiert, und das rettet den Präsidenten noch einmal über die Runde. Kann sich ja auch um ein gestreutes Gerücht handeln, um den Präsidenten fertig zu machen und der Lüge zu überführen.
Vor zwei Tagen aber gabs eine Quelle mit Gesicht. Kein Geringerer als James Clapper, der Oberboss aller 16 amerikanischen Geheimdienste. Er drückte Obama die Torte ziel- und passgenau ins Gesicht:
Amerikas Geheimdienstchef James Clapper hat Spähangriffe auf ausländische Spitzenpolitiker verteidigt. Die Absichten politischer Führungen, wie auch immer sie ausgedrückt werden, sind das Grundsätzliche, was wir sammeln und analysieren müssen, sagte der Koordinator der 16 amerikanischen Geheimdienste in einer Kongressanhörung am Dienstag in Washington. Auch sei das Weiße Haus immer über Spähaktionen der Geheimdienste informiert. Auf die Frage, ob dies auch die Überwachung von Staatsführern betreffe, sagte Clapper: Sie können es (wissen) und tun es.
http://www.faz.net/aktuell/politik/...hef-weisses-haus-war-informiert-12640307.html
Vermutlich haben die beiden sich nur schlampig oder gar nicht abgesprochen bzw. Clapper war in diesem Moment entfallen, daß er den Präsidenten raushalten muß, sonst wäre so eine Panne nicht passiert.
Gestern hats dann noch eine Verzweiflungstat des amerikanischen Außenministers John Kerry gegeben, der eine nebulöse, mythische Figur namens "Autopilot" einzuführen suchte.
http://www.aargauerzeitung.ch/ausland/us-aussenminister-kerry-sind-zu-weit-gegangen-127335609
Dieser Autopilot taucht aus dem Nichts auf, scheinbar ohne Auftrag und ohne Ziel, und verschwindet wieder im Nichts. Keiner hat ihn je zu Gesicht bekommen, geschweige denn dingfest gemacht, aber er schlägt gnadenlos zu, wie der Rote Baron im Ersten Weltkrieg. Wo er auftaucht, "laufen die Dinge aus dem Ruder", mal trifft es diesen, mal jenen, mal die Merkel.
Nun, ob dieser Versuch, die Tortenreste aus dem präsidialen Gesicht zu entfernen, greift, ist derzeit noch offen. Daher wünsche ich vorerst: Guten Appetit, Mr. President!
