Ni hao, Simi.
Allen spirituellen Lehren liegt ein alchemistischer Prozess der Reinigung zugrunde, deren Ergebnis die Beherrschung der Materie ist. Tai-Chi zB ist auch so eine Lehre, Trixi Maus hat da neulich einen verwirklichen Meister verlinkt, guckst du hier, da siehst du, wie sowas auf der grobstofflichen Ebene wirkt:
Meinst du die beiden Maurer, die sich da produzieren? Sorry, ich sehe da nix "außergewöhnliches" -- wenn man von dem Fake mal absieht, mit dem hier offensichtlich unwissendes Publikum hinters Licht geführt wird -- das lässt mich aber auch sofort an der Verwirklichung dieser asiatischen Plaudertasche zweifeln... Sag' ich ja, bleib' ich lieber ein 2er.
Hintergrund: Ich habe martial arts betrieben, mit Händen und Füßen, mit verschiedenen Waffen und auch ein wenig mit dem Schwert. Ich habe mehr als einen Kampf hinter mir und ich war ziemlich gut -- jetzt bin ich vielleicht ein bisserl zu schwer geworden, aber ich arbeite wieder dran

Zu meinen besten Zeiten habe ich 12 Ziegel mit der Handkante durchschlagen, habe aus dem Stand eine gemauerte Ziegelwand eingeschlagen und alle möglichen Gegenstände im Akkord zertrümmert. Ich habe nur mit den Beinen für den Winter Holz gehackt und fünf Tage die Woche im Dojo verbracht und meine Technik trainiert.
Außerdem kenne ich mich in der Filmproduktion und da mit Filmtricks aus. Beide Kenntnisse kombiniere ich und sage: das, was da zu sehen ist, ist ein ziemlich schlecht gemachtes Affentheater, da sind die Stunts von Jacky Chan
deutlich besser.
Warum?
Der "Angreifer" ist bei keinem Angriff in der richtigen Distanz (Ma-ai). Am besten sieht man das beim gesprungen Tritt kurz bevor der "Meister" seinen Vortrag beginnt -- der Tritt ist schon im Ansatz 20 cm vor den Kopf gelegt, bei einem echten Angriff läge das erkennbare Ziel 20 cm _hinter_ dem Kopf des Gegners. Logisch: einem "Unbedarften" kann ich den Kopf geradezu von der Schulter treten, dazu muss ich aber ("Full Contact") "durchschlagen", nicht davor stehen bleiben. Das, was man da sieht, ist als Shotokan-Karate bekannt: man deutet den Schlag nur an, darf aber nicht tatsächlich treffen. Mehrere Jahre in dem Sport machen mich sicher, was ich in diesen Videos sehe...
Und warum ist das im Film so viel "echter"? Weil da die Schauspieler, die gegen ein ""imaginäres Hindernis" prallen, mit einem genau abgelängten Seil gestoppt werden. Also nicht wie in diesen lächerlichen "Demonstrationen", wo der "Angreifer" niemals (!) den Schwerpunkt vorne hat -- der ist immer schön im Zentrum oder gar ein wenig hinten, dadurch kann er sich jederzeit aus der Bewegung zurücknehmen, den Schlag praktisch auf den Punkt stoppen -- das ist gängige Praxis im Shotokan, und wer in einem Dojo eine Woche verbracht hat, weiß, wie ein ernst vorgetragener Angriff aussieht: so jedenfalls nicht. Das ist gänzlich verschieden von einem Zusammenprall, teilweise sogar mit einer Verzögerung zwischen "Energieschlag" und Reaktion.
Die nette Erklärung des "Meisters", warum der "Angreifer" sich nicht verletzt, ist dann die Krönung des jämmerlichen Schauspiels -- de facto "passiert" dem Angreifer noch nichtmal, dass er sich durch seine abgeleitete Angriffsenergie selbst verletzt. Bei so vielen Angriffen... Dabei passiert das in der Dojo Praxis bei jedem zehnten oder so vehement vorgetragenen Angriff, dass man durch den Block des Gegners tatsächlich strauchelt und fällt -- das sieht dann aber sehr viel anders aus, als in dem Video.
So zum Beispiel -- das ist Shotokan, und da siehst du, wie dynamisch ein "echter" Angriff (sogar ohne Trefferabsicht!) aussieht:
http://youtube.com/watch?v=T6euRSjH9Lg
Vor allem in den Zeitlupen siehst du deutlich, wie der Schwerpunkt vor den Körper geht, um in dem Moment, wo der Treffer gelandet wird, genau wieder im Hara zu sein. Von dem Link weg gibts bei YouTube Zillionen anderer Kämpfe, echte und choreographierte, wo klar zu sehen ist, dass der "Erlauchteste" bestenfalls ein Possenreißer ist. Wenn so Verwirklichung aussieht, hey, dann kann ich drauf verzichten. Des Kaisers neue Kleider auf asiatisch, auauau...
Also: bevor du nix Besseres hast, bleibt mein Statement unveränderlich stehen, der Glaube versetzt Berge in der grobstofflichen Umgebung weiterhin nicht.