So, die Mieze kommt jetzt mal angeschlichen und haut ihren Neptun auf'n Tisch.

Also schreib ich mal ganz locker-flockig hier das auf, was meinem Neptun dazu einfällt, ungeachtet der Dinge, die schon vor mir erwähnt wurden.
Ich hab ja nicht alles gelesen, was ihr über Magie und Alchemie und dergleichen geschrieben habt. Hab ich auch jetzt keinen Nerv für. Also...
Magie ist für mich in allererster Linie von anderen eingeforderte Illusion, beruhend auf Versprechungen des Magiers. Und die funzt dann auch magisch. Null Prob. Fängt doch schon mit der Kunst an. Bilder sind Magie. Musik ist Magie. Was kann Musik nicht alles ausrichten? Meine Güte! Ich hab letzens einen Song gehört (apropos, könnt' ich gleich mal auflegen). Da kommt so'ne Power rüber, dass allein die Wirkung des Songs für mich und meinen Körper was magisches darstellt. Er tut auf unerklärliche Weise was mit mir. Musik wird oft benutzt, um bestimmte Zustände herzustellen, die weitab sind von den nine-to-five-Empfindungen. Und das schafft sie auch im besten Fall, ohne das der Konsument noch anderes konsumieren muss. Es wird auch 'ne Illusion gezaubert. Um Magie/Alchemie zum Funktionieren zu bringen braucht es wie immer Zwei. Den Magier und den Konsumenten, der dann meist seinen Neptun bedient haben will. Man will betrogen sein.
Macht in meinen Augen aber gar nüscht, weil es nix schöneres gibt, als sich diesen Gefühlen sinnlich hinzugeben. Hat was! Wenn der Alchemist mir als neptunischen Kunden aus Fliegendreck einen Pseudogoldklumpen hergestellt hat, dann freu ich mich auch. Ausserdem hat sich ja wer mit meinem Ansinnen auseinandergesetzt und zumindest was für mich getan. In beiden Fällen geht es um einen Zustand, der hergestellt werden soll. Deswegen sag ich: Magie alleene (also mit sich selber) geht nicht.
Es wäre doch ganz einfach -- z.B. könnte so ein begnadeter Magier dafür sorgen, dass z.B. alle Wähler einer mittlere Stadt einen ungültigen Stimmzettel abgeben, mentale Beeinflussung --
Och, wie war das in den End-30ern? Volksmagie der übelsten Sorte.
Bei Astrologen habe ich schon treffende Prognosen gehört -- bei Magiern noch nie eine Wirkung erlebt.
Selbe Antwort. Kommt halt drauf an, wie man den Magier als solchen definiert. Aber als so groß empfind ich den Unterschied zwischen Löffelverbiegern und einem Reichsparteitagsrumschnautzer nicht. Es ist letztlich die Faszination für den Magier, die ihn zum solchen erst macht. Pluto und Jupi seh ich hier ganz deutlich. Die Alchis sind für mich Bastler, sehr uranische Menschen, sowie auch die irgendwo schon erwähntnen Kräuterhexleins, die nix weiter waren als emanzipierte und fortschrittliche Frauen, die dem Neid des Mobs auf dem Leim gegangen sind, bzw. von ihm ins Feuer gezerrt wurden sind. Arrggh!
So, Neptun wieder einpacken und ab ins Bett
Nächtle, schrödi
