Hi Simi,
da fühle ich mich auch angesprochen, da ich doch öfter schon mit dem 8. Haus solche Verpflichtung (Verbindlichkeit) in Zusammenhang brachte, auch jenen Umstand, dass man in irgendwelche Abhängigkeiten gerät, was entfernt auch mit der Abhängigkeit von dem EIngebundensein in einer Organisation zu vergleichen sein kann.
Hi Stefan! Na dann schau' ich mal, wie du das ableitest.
Iakchus schrieb:
Man ist eingebunden in einen Prozess, aber nicht wie in 6, sondern ausgeliefert (in 8) und kann nicht anders, als sich dem zu fügen, was die Verbindlichkeit von bestehenden Strukturen verlangt (6). Man ist nicht allein (12), sondern integriert , d.h. verwoben in feste Strukturen, die allerdings in ihren einzelnen Abläufen Veränderungen bedeuten können (8). Aufgaben sind zu erledigen, neue Aufgaben können neue Erfahrungen bedeuten, aber man kann nichts eigenes entscheiden und in Szene setzen (10).
*schmunzel* Das ist alles richtig zugeordnet, eine Ziffer habe ich eingefügt- bis auf das 8. Haus. Sich ausgeliefert zu fühlen, ist immer dann der Fall, wenn man Angst hat- Angst vor bestimmten Konsequenzen. Wenn du jetzt mal in dein Horoskop schaust, dann ist alles vertreten: Mars in 10, Saturn in 12 und der Transit-Pluto in 6- natürlich fühlste dich da ausgeliefert, bloss mit dem 8. Haus hat das nix zu tun.
Veränderungen stehen immer an, wo Angst regiert und gerade diese Veränderungen befürchtet man ja- aber du erlebst sie nicht aus dem 8. Haus heraus, das ist nämlich leer. Das Wesentliche am 8. Haus ist nicht die Veränderung als solche, Stefan- wesentlich ist der Zeitlupeneffekt, mit dem man sie erlebt. Und den kennste nicht. Das ist wie bei mir und meinem leeren 4. Haus- natürliche habe ich Eltern, aber ich kenne nicht das Gefühl der Verbundenheit mit der Ahnenreihe. So kennst du natürlich Veränderungen- aber nicht den Zeitlupeneffekt, mit dem jemand sie betrachtet, der Planeten im 8. Haus hat.
Iakchus schrieb:
Die Strukturen, in denen man sich bewegt (Arbeit, Organisation, ja sogar Sekte), geben neue Erfahrungen auf, aber man selbst darf sich nicht verändern, so wie es einem passen würde oder gefällt - das entspricht jener Veränderungsunwilligkeit, die mit dem 8. Haus einher gehen kann. Man ist fest-gefügt.
Hier dasselbe: du sprichst vom 6. Haus- Arbeit und Organisation, sogar Sekten haben eine innere Struktur. Man muss sich überall diesen organisierten Gesellschaften anpassen, man ist fest in sie eingebunden, ob man will oder nicht. Stemmt man sich dagegen, wird man krank, man erkrankt an seiner Anpassungsunwilligkeit. In der Schuldprojektion heisst das dann: die Gesellschaft macht mich krank.
Fest eingebunden in eine Gesellschaftsform- und das im beweglichen 6. Haus. Du siehst: über die Begriffe kardinal, fix und beweglich erschliesst sich einem ein Haus nur schwer. Versuche es lieber über das Zeichen Skorpion. Denke an die Tiefgründigkeit im seelischen Erleben. Setze die gleich mit der Zeitlupe im Betrachten der von Aussen kommenden Entwicklungsimpulse- wer so lange und intensiv auf etwas starrt, der erlebt es auch in dieser Intensitität. Aber eben nur innerlich, seelisch- nicht äusserlich.
Wobei sich das innere Erleben in der Phantasie abspielt, ist ja ein Wasserhaus. Praktisch sieht das so aus: wenn eine Veränderung ansteht, dann wird sie wie in Zeitlupe bis ins kleinste Detail vorab durchlebt- und zwar in allen möglichen Varianten, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Ich habe Neptun in 8, ich mache dir ein Bespiel: Ich habe einen langen Fussmarsch vor mir, es geht auch noch bergauf. Während ich keuche und schwitze beim Gehen, stelle ich mir vor, wie ich am Ziel bin, auf einem Stuhl sitze und was trinke, das mindert das Erleidenmüssen des Fussmarsches enorm. Die Zeit vergeht schneller beim Gehen, ich bekomme sie gar nicht mit, ich sitze ja in meiner Phantasie bereits auf einem Stuhl, trinke was und erinnere mich zurück an den Fussmarsch.
Jemand mit Mars in 8 geht erst gar nicht los, der sitzt zu Hause auf dem Stuhl und trinkt was, während er sich in seiner Phantasie vorstellt, wie er sich fühlen wird während des Fussmarsches, nämlich elendig. Warum sollte er noch losgehen? Der bleibt da schön sitzen und verrottet- während er gleichzeitig innerlich weiss, dass er losgehen muss. Er muss sich aber erst innerlich darauf vorbereiten, das seelisch durchzustehen, dazu braucht er die Zeit, es vorab schon mal zu durchleben.
Iakchus schrieb:
Daher auch die Bank (8), denn man verwaltet nur, oder speichert (8) bis das Konto aufgelöst wird (8).
Oder das berühmte Geld der anderen, es darf an sich der Betrag nicht verändert werden, eine Schuld existiert und damit Verbindlichkeit, eine Abhängigkeit, hier kann man sich nicht davon machen und den inneren Erfahrungsbestand davon befreien , weil von aussen der Impuls kommen wird, daran erinnert zu werden.
Gut beschrieben- es ist aber eine Beschreibung von 2, nicht von 8. Geld, Bank, Konto, auch ein aufgelöstes Konto, Schulden und Verbindlichkeiten- es geht um's Materielle und die innere Einstellung dazu. Kein Wunder, du hast einen Saturn-Transit in 2.
Iakchus schrieb:
Andererseits könnte es auch um einen Austausch von "Substanz" gehen, und den sehe ich eigentlich ahnungsvoll auch im 8. Haus (Austausch von Energien in einer Partnerschaft).
Hmm, Austausch von "Substanz" gibt's in jedem Haus, Stefan- kommt drauf an, was ausgetauscht wird. Ich tausche ja gar nicht, lach, ich gebe oder ich nehme, aber tauschen? hehe
Nimm zB den Informationsaustausch- der gehört ins 3. Haus. Oder den Austausch von Körperflüssigkeiten- der gehört ins 5. Haus- was auch so'ne Mär ist, der Mann gibt, die Frau nimmt auf, aber das ist ein anderes Thema. Tauschen pfff.
Iakchus schrieb:
Zugegeben, hier beim Geld der anderen und Partnerschaft fällt es mir schon schwerer eine Ableitung zu bilden.
Siehste- dann lass den Scheiss doch. Kommt eh nix Gescheites bei raus.
Iakchus schrieb:
Man kann das vielleicht auch noch mit dem 2. Haus versuchen, indem das 8. Haus das Gegenteil bedeutet, und zwar Verlust. Man verliert Substanz, verliert Energie.
Hmm, jain. In 2 steht das materielle Diesseits, in 8 das immaterielle Jenseits. Materieller Verlust ist nicht 8, es ist 2. Wer Angstplaneten in 2 hat, fürchtet sich ständig vor finanziellem Ruin, unabhängig vom tatsächlichen Kontostand. Auch dann, wenn derjenige sehr reich ist, fühlt er sich arm. Umgekehrt fühlt sich jemand mit Venus oder Jupiter in 2 reich, auch wenn er sehr arm ist.
Iakchus schrieb:
Der Austausch ist aus Sicht des Eigenen zunächst nur Verlust. Einseitig ist es nur, aus der eigenen Perspektive. Man würde sich nicht mehr darauf einlassen, wenn der andere nicht auch geben (2) würde.
Typisch Angst in 2- ich gebe nur (Geld u.ä.), wenn sicher ist, dass der andere auch gibt. Gebe ich und der andere aber nicht, verliere ich, ich komme zu kurz.
Iakchus schrieb:
Fixe Idee beruhen auf gefügten, gespeicherten Vorstellungen eines "SO MUSS ES SEIN".
Genau! Ideen sind aber etwas Gestiges, da musste bei Luft gucken und zwar beim fixen Luftzeichen Wassermann- der hat fixe Ideen. Jetzt ham wir dein Horoskop aber bald durch, lach.
Iakchus schrieb:
Wer im 8. Haus merkt, dass neue Erfahrungen innere Bewegung und "Verluste von Gegenwärtigkeit" bringen (=eine alte gegenwart wird durch neue ersetzt) so spiegelt eine fixe Vorstellung eine Gegenhaltung wieder, sich nämlich der Kontinuität der Erfahrung zu widersetzen durch einen fixierten Haltepunkt. Was man in Analogie zum 8. Haus setzen kann.
Nein. Der 8. Haus Typus hängt zwar am status quo fest, aber am seelischen, nicht am geistigen. Er will sich weiterhin so fühlen, wie er sich zZ fühlt, darauf beharrt er- äusserlich. Innerlich aber stellt er sich in seiner Phantasie vor, wie er sich fühlen würde, wenn er es erleben würde- und dieses vorgestellte Gefühl, das erlebt er ja wirklich. Und zwar so intensiv wie kein anderer.
Iakchus schrieb:
Ich finde überhaupt, dass deine Erklärung über das 8. Haus mir (wieder einmal) sehr weiter geholfen haben!, aber nichtdestotrotz, bin ich der Auffassung, dass es viele Bedeutungsspektren der Häuser gibt, die zwar nebensächlicher sind, aber dennoch ableitbar (und nicht abwegig bzw. konstruiert).
Naja, in diesem Fall aber schon. Es gibt natürlich noch mehr zum 8. Haus zu sagen, zB der Weltschmerz, den diese Leute empfinden. Die materielle Welt an sich tut ihnen in der Seele weh, weil die Welt sie immer wieder auffordert, sich zu entwickeln. Am liebsten wären sie nicht, sie wären lieber tot- vor allem, wenn es sich um Angstplaneten handelt. Wie ist es, tot zu sein?- solche Fragen sind in 8 von grosser Bedeutung, ebenso Grenzen und ihre Überschreitung. Die letzte, ultimative Grenze ist der Tod- wie nah kann man ihr kommen, ohne sie zu überschreiten?
