spiritualitaet und sex

  • Ersteller Ersteller armagoddon
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Ein kurzes Statement von Bardon (einem Schüler) dem ich mich anschliesse:

Bardon sagt ganz unmißverständlich, was er unter Askese versteht. Im Wesentlichen spricht er von Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung. Er empfiehlt stets eine ausgeglichene Herangehensweise, die nicht in Extreme irgendwelcher Art verfällt. Dennoch taucht häufig die Frage auf, ob der Schüler/die Schülerin sich jeglicher Art von Sexualität enthalten soll oder nicht.

Während viele andere Systeme zu sexueller Enthaltsamkeit raten, um Reinheit zu erlangen oder die Willenskraft etc. zu steigern, ist dies in Bardon's System nicht der Fall. Dem Magier/Der Magierin ist klar, daß völlige Enthaltsamkeit von etwas, das so natürlich zur menschlichen Physiologie gehört wie die Sexualität, eine Form von Extremismus darstellt, die wenig mehr als Unausgeglichenheit bewirkt. Es kann Anlässe im Leben des Magiers geben, zu denen ein zeitweiliger Verzicht auf sexuelle Entspannung von Nutzen ist, aber dies ist selten und gilt nur für sehr spezielle Aufgaben.

Ganz allgemein ist eine gesunde Sexualität unverzichtbar zum Führen eines gesunden, ausgeglichenen Lebens. Sie stellt nicht nur eine essentielle Körperfunktion dar, sondern ist auch ein grundlegender Bestandteil des eigenen emotionalen Wohlbefindens.

Viele Magier praktizieren, was mann/frau "Zurückhalten des Samens" nennt und berichten, daß es auf vielen Ebenen von Vorteil ist. Es handelt sich dabei um eine einfache Technik, bei der Druck auf die Samenleiter ausgeübt wird, um dadurch die Ejakulation zu verhindern. Für gewöhnlich wirkt sich dies nicht nachteilig auf den männlichen Orgasmus aus; tatsächlich steigert es oft den energetischen Effekt, den der Orgasmus auf den männlichen Körper hat.

Die einzig wichtigen Aspekte der Sexualität, die das eigene geistige Wachstum und Fortkommen in der Magie beeinflussen, sind folgende: Wie fühlt mann/frau sich bezüglich der eigenen sexuellen Orientierung und wie behandelt mann/frau andere, mit denen mann/frau eine sexuelle Beziehung hat. Mit anderen Worten: es sind die emotionalen und moralischen Aspekte der Sexualität - die Teile, die der Magier/die Magierin ändern und verbessern kann -, welche für den geistigen Aufstieg von Bedeutung sind.
 
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Ich habe einen sehr interessanten Text über Sexualität und Spiritualität gefunden. Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit der Autorin übereinstimme, möchte ich euch einmal auf diesen Text hinweisen:

No Sex, no drugs... but rock'n roll?

Interessant erscheint mir auch das Leben des Anagarika Govinda, einem deutschen Buddhisten, der offensichtlich großen Einfluss auf die Autorin des Textes hatte.
 
Dem Magier/Der Magierin ist klar, daß völlige Enthaltsamkeit von etwas, das so natürlich zur menschlichen Physiologie gehört wie die Sexualität, eine Form von Extremismus darstellt, die wenig mehr als Unausgeglichenheit bewirkt.

Vielleicht liest du dir einfach einmal die vergangenen Beiträge durch. Enthaltsamkeit ist keineswegs eine Form von Extremismus. Kein Erleuchteter hat das Verlangen nach Sexualität. Wäre das sexuelle Verlangen natürlich, so müssten es alle Männer verspüren. Das ist aber nicht der Fall. Dagegen ist die permanente sexuelle Begierde eine Form des Extremismus, weil der Mensch sie durch sein sexuelles Verhalten selber erschafft.
 
Alles schön und gut, Opti. Allein, es gibt alleinseligmachende Lebensvariante, gültig für jedes menschliche Wesen, NICHT, es kann sie nicht geben, weil wir nicht 08/15 Schablonen füllen und mit unterschiedlichen Aufgaben unterwegs sind. Im besten Fall bei Normalsterblichen kann ich sagen, jede Entwicklungsstufe im Leben braucht den maßgeschneiderten Zeitpunkt. Für manche Menschen ist sexualfreies Leben im Lebensabschnitt Greisentum ein Thema, aber, bei Gott, nicht für alle.
Deine Ansichten respektiere ich, Deinen Missionierungsdrang verstehe ich, wenn ich mich in Deine Denkart einfühle, und trotzdem halte ich für mich persönlich an meinem Weg. Es lebe Freiheit der Entscheidung!

Anagarika Govinda Wirken kenne ich schon lange. Buddhismus begleitet meinen Weg seit den Siebzigern. Und Govinda ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie man Interesse für Buddhismus und Taoismus verbreiten kann, mitreißend und keinesfalls fanatisch missionieren.
 
Vielleicht liest du dir einfach einmal die vergangenen Beiträge durch. Enthaltsamkeit ist keineswegs eine Form von Extremismus. Kein Erleuchteter hat das Verlangen nach Sexualität. Wäre das sexuelle Verlangen natürlich, so müssten es alle Männer verspüren. Das ist aber nicht der Fall. Dagegen ist die permanente sexuelle Begierde eine Form des Extremismus, weil der Mensch sie durch sein sexuelles Verhalten selber erschafft.

es is ein unterschied - etwas zu begehren oder etwas anzunehmen...

klar abhängikkeit ist nie gut...
aber was DU aufführst is auch eine (negative) abhängigkeit! :foto:
 
Kein Erleuchteter hat das Verlangen nach Sexualität.

Die Erleuchtung liegt stets in der Annahme aller Dinge. Solange ich hingehe, und Dinge ablehne, welche auch immer, kann ich nicht von Erleuchtung reden. Ich habe dann zwar u.U. ehrenwerte Ziele- das spreche ich niemandem ab- ändert aber nichts an der Tatsache, daß ich Ziele verfolge. Solange ich jedoch ein Ziel verfolge, bin ich nicht erleuchtet.
Ein Erleuchteter IST ganz einfach. Er verlangt nichts mehr, fordert nichts, lehnt aber auch nichts ab.
Da es Sexualität gibt, kann man sich zwar frei machen davon und sagen: Das brauche ich nicht mehr- an der Negierung dessen ändert es aber gar nichts.
 
Kredamoon, bedeutet Erleuchtung nicht, den ultimativen Überblick zu bekommen, so ohne wenn und aber, einerseits und anderseits Verständnis für Alles, was die Entwicklungsstufen drunter an Unvollkommenheit aufbringen? Annehmen findet für mich Stufen drunter, und es bleibt noch Spielraum für Feinabstimmung. Als Erleuchteter stehe ich vor Nirvana.
 
Kredamoon, bedeutet Erleuchtung nicht, den ultimativen Überblick zu bekommen, so ohne wenn und aber, einerseits und anderseits Verständnis für Alles, was die Entwicklungsstufen drunter an Unvollkommenheit aufbringen? Annehmen findet für mich Stufen drunter, und es bleibt noch Spielraum für Feinabstimmung. Als Erleuchteter stehe ich vor Nirvana.

Würdest du vor dem Nirvana stehen, wenn du alles annimmst? ich denke, ja. :)
 
Nur wäre dann aus rein biologisch-evolutionärer Sicht die Enthaltsamkeit mindestens ebenso natürlich wie die Libido. ;)

Es kommt darauf an, wie du die Libido definierst. Wenn du sie z.B. so definiertst, dass der Mann jederzeit in der Lage ist, Kinder zu zeugen, dann stimme ich dir zu. Wenn du sie aber in der Form definierst, dass der Mann permanent an Sex denkt, was in unserer Kultur ja der Normalfall ist, dann kann ich dir nicht zustimmen, dass die Enthaltsamkeit ebenso natürlich ist wie die Libido, denn diese Art der Libido, also die permanante sexuelle Begierde, ist nicht natürlich, sondern das Produkt des sexuellen Verhaltens der Männer, die immerzu sexuell aktiv sind und damit natürlich die Sexualhormone beständig auf Trab halten.

Was in deinen Überlegungen überhaupt nicht vorkommt, entweder hast du es gar nicht bedacht oder du möchtest es vielleicht auch gar nicht sehen, ist die Tatsache, dass durch die permanente sexuelle Aktivität, die Physiologie des Mannes so sehr gestört wird, dass es sehr lange Zeiten der Enthaltsamkeit benötigt, bis sich wieder eine gesunde Normalität einstellt, wie auch immer die aussehen mag. Und wenn ich von einem längeren Zeitraum spreche, dann kann dieser Zeitraum auch Jahre betragen. Durch die permanente sexuelle Aktivität wird also eine derartig starke Sexsucht im Manne erzeugt, der er sich nur sehr, sehr schwer ihrer zu entziehen vermag. Damit wird er natürlich zu einem Spielball seines sexuellen Verlangens. Diese Sucht entsteht durch eine sehr nachhaltige und langandauernde physiologische Veränderung, die man eigentlich sogar als eine Erkrankung bezeichnen kann. Und dieser Zustand ist in unserer Gesellschaft eigentlich fast schon normal. Die Männer sind total auf den Sex fixiert. Pausenlos drehen sich ihre Gedanken um den Sex. Und das hat für mich durchaus neurotische Züge.

Warum sollten Ärzte und Psychologen nicht dazu in der Lage sein Erleuchtung zu erlangen? Jeder Mensch hat doch Buddha-Natur?!

Wenn ich behaupte, dass Ärzte und Psychologen im Allgemeinen nichts von Erleuchtung verstehen, dann trifft das ja wohl auf die große Mehrheit von ihnen zu. Was aber nicht heißt, dass der einzelne nicht sehr wohl etwas davon verstehen kann. Den muss man aber wahrscheinlich wie die Nadel im Heuhaufen suchen.
 
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