spiritualitaet und sex

  • Ersteller Ersteller armagoddon
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Zitat: Dann ist es ja eigentlich ganz einfach! Erst mal erleuchtet werden, dann geht das Verlangen ganz von alleine weg!

Haha, Opti würde da hoffentlich sagen, dass du Ursache und Wirkung vertauschst.
Wenn man jetzt aber erleuchtet sein muss, um enthaltsam zu sein, und weiterhin enthaltsam sein muss, um Erleuchtung zu erlangen, dann sehe ich da ein kleines Problem:D, auch da Enthaltsamkeit im Geist beginnen würde.
Vielleicht würde eine Gehirnwäsche helfen, um die so schlimmen Gedanken loszuwerden:D
 
Zitat: Dann ist es ja eigentlich ganz einfach! Erst mal erleuchtet werden, dann geht das Verlangen ganz von alleine weg!

Haha, Opti würde da hoffentlich sagen, dass du Ursache und Wirkung vertauschst.
Wenn man jetzt aber erleuchtet sein muss, um enthaltsam zu sein, und weiterhin enthaltsam sein muss, um Erleuchtung zu erlangen, dann sehe ich da ein kleines Problem:D, auch da Enthaltsamkeit im Geist beginnen würde.
Vielleicht würde eine Gehirnwäsche helfen, um die so schlimmen Gedanken loszuwerden:D

:banane::weihna1
 
ein Koan für opti :)

Zwei Mönche waren unterwegs auf der Wanderschaft. Eines Tages gelangen sie ans Ufer eines Flusses, dessen Ufer durch eine Regenperiode aufgeweicht waren.

Dort stand eine junge Frau in schönen, teuren Kleidern. Offenbar war sie im Begriff, den Fluss zu überqueren. Da das Wasser sehr tief war, hätte sie ihn nicht durchwaten können, ohne dabei ihre Kleider zu schädigen.

Ohne zu zögern ging der ältere Mönch auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf dem gegenüber liegenden Flussufer setzte er sie trockenen Fusses ab.

Nachdem der jüngere Mönch ebenfalls den Fluss überquert hatte, setzten die beiden ihre Wanderung fort.

Eine Stunde später fing Jüngere an, den seinen älteren Kameraden zu kritisieren: Bist du dir im Klaren, dass du nicht korrekt gehandelt hast, denn wie du weißt, ist es untersagt, näheren Kontakt mit Frauen zu haben oder mit ihnen zu sprechen. Und du hast sie sogar berührt. Wieso hast du gegen diese Regel verstoßen?

Der Mönch, der die Frau über den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen mit Bedacht an. Dann antwortete er ruhig: Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt. Wie erklärst du dir, dass du sie noch immer mit dir herumträgst?
 
dracomaleo, das hat ihm hier glaube ich schon jeder mit anderen Worten
gesagt.
Wenn man mit etwas abgeschlossen hat, so schenkt man ihm keine Aufmerksamkeit mehr.

Man kennt ja auch die Leute, die emsig betonen müssen, dass sie etwas bestimmtes nicht interessiert, oder es ihnen egal ist.
Sie widerlegen sich selbst allein durch diese wiederkehrende Aussage.
 
Ich habe mir oft die Frage gestellt, warum sich das Zölibat eigentlich niemals im Judentum etablieren konnte. Es fiel mir immer etwas schwer, darauf eine Antwort zu finden. Es gab zwar im Judentum große Juden, die das Zölibat praktiziert hatten, wie etwa der biblischen Prophet Elija (Elias), der im 9. Jahrhundert vor Christus lebte und sogar als Vater des monastischen (mönchischen) Lebens betrachtet wird oder Josua (1.230 v.Chr.), der Sohn Nuns, der Moses diente und später sein Nachfolger wurde oder Gideon (zwischen 1.230 und 1.000 v.Chr.), der Israel aus der Hand der Medianiter rettete und andere.

"Die Geschichte der Bibel ist auch eine Geschichte der Prostitution, die gerade unter Moses scharf verfolgt wurde. In den Büchern Moses wird berichtet, wie die Mädchen der Moabiter die Israeliten zu heiterem Verkehr zu verführen versuchten. Moses war besorgt um sein Volk und stellte strenge Gesetze auf, um das sexuelle Treiben der Israeliten zu beschränken. Besonders den Frauen Israels schrieb er strenge Keuschheit vor. So musste eine Frau damit rechnen, dass man ihr die Hand abschlägt, wenn man sie dabei erwischte, wenn sie einen Mann an die Genitalien griff.

Quelle: Verordnungen des Gelübdes (Zweites Buch Moses, Kapitel 21)

In späteren Judentum gab es dann die Essener und die Therapeuten, zwei jüdische Mönchsorden, die sich in der israelischen Wüste (Quumran) und in Ägypten (Alexandria) niederließen.

Obwohl es also vereinzelt zölibatäre Bestrebungen innerhalb des Judentums gab, haben diese zölibatären Bestrebungen nie das Judentum insgesamt irgendwie beeinflusst. Es scheint eher das Gegenteil davon eingetreten zu sein. Jedesmal wenn man über das Zölibat spricht, kommt von Juden meist eine entschiedene Kritik am Zölibat. Warum ist das so?

Mittlerweile habe ich eine Ahnung davon, warum das Judentum sich so entschieden gegen das Zölibat ausspricht. Lange Zeit dachte ich, dass das Judentum nach seiner Flucht aus Ägypten, wenn es diese Flucht wirklich gegeben haben sollte, die Historiker sind sich da ja auch keineswegs einig, vielleicht in den ersten Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten nach dieser Flucht an einem Wachstum der jüdischen Bevölkerung interessiert war, so dass zunächst an das Zölibat nicht zu denken war.

Hinzu kommt, die ganz spezielle Situation der Juden, die von vielen Völkern verfolgt und gedemütigt wurde, was dazu führte, dass die Juden aus Palästina vertrieben wurden und sich überall in der Welt in sogenannten Diasporas, also in kleineren Gruppen, ansiedelten. Das Verbindende dieser, überall in der Welt zerstreuten Juden, war natürlich der jüdische Glaube, der aus der ganzen bedrängten Situation heraus, bestimmt oftmals sehr dogmatisch ausgelegt wurde. Somit durfte an den Worten der Tora, bzw. der hebräischen Bibel, natürlich nicht gerüttelt wurden. Sie wurden streng dogmatisch ausgelegt. Damit war eine Veränderung oder Erneuerung der jüdischen Religion so gut wie ausgeschlossen. Man weiß ja auch, wie schwer sich z.B. das Christentum mit Erneuerungen tut.

Andererseits gehe ich davon aus, dass das Zölibat der großen Mehrheit des Judentums weitgehend unbekannt war. Und dort, wo es unbekannt war, oder nicht bedacht wurde, konnte es natürlich auch nicht praktiziert werden.

Mit Jesus und dem Christentum kam das Zölibat. Aber ich nehmen nicht an, dass das Zölibat eine Erfindung des Christentums war, sondern dass das Zölibat zusammen mit der hinduistischen, buddhistischen und griechischen Kultur nach Palästina kam, denn es gab sehr wohl einen regen Kulturaustausch zwischen Indien, Griechenland und Palästina. Im Christentum fiel das Zölibat dann auf fruchtbaren Boden, im Judentum dagegen nicht. Und ich habe das Gefühl, dass es im Judentum nicht auf fruchtbaren Boden fiel, weil das Judentum durch seine ganz besondere Situation, unter der es so sehr zu leiden hatte und heute noch leidet, noch weniger als das Christentum für Veränderungen aufgeschlossen ist. Die hebräische Bibel hat den Juden eben über Jahrtausende Halt geboten und weil dies so war, fällt es um so schwerer, sich neuen Ideen zu öffnen.

Außerdem hat das Christentum das Zölibat gewissermaßen mit in die Wiege gelegt bekommen, während es für das Judentum, würden sie das Zölibat akzeptieren wollen, ein ganz großer (neuer) Schritt wäre, eine völlige veränderung der bisherigen Denkgewohnheiten, wollte man die Idee des Zölibats in das Judentum aufnehmen. Weil es den meisten Menschen ohnehin schwerfällt, Veränderungen zu akzeptieren und weil speziell die Juden wohl das Gefühl hatten, dass sie mit der hebräischen Bibel in all den Jahrhunderten eigentlich ganz gut zurecht gekommen sind, sahen sie natürlich auch nicht die Notwendigkeit, daran etwas zu ändern.

Ich selber denke in diesem Punkt allerdings etwas anders. Zunächst einmal denke ich, dass das Judentum, wie auch andere Religionen, wie z.B. der Islam, die wirkliche Bedeutung des Zölibat nicht erkannt haben. Dies trifft aber wohl auch auf die große Mehrheit aller Menschen zu. Meiner Meinung nach gab es innerhalb des Judentum also niemals ernsthafte Überlegungen, das Zölibat zu integrieren. Dies hängt meiner Meinung nach in erster Linie mit einer mangelden Offenheit, neue Ideen zu übernehmen, zusammen, außerdem mit dem fehlenden Bewusstsein, was das Zölibat eigentlich bedeutet, und mit der menschlichen Schwäche, die sich lieber auf weltliche Dinge, als auf spirituelle Dinge konzentriert. Ich glaube, durch die mangelnde Entscheidungsfreudigkeit, Einsicht und eben durch die menschlichen Schwächen hat das Judentum sich selber eines sehr wertvollen Standbeins beraubt, die dem Judentum einen sehr wertvollen Beitrag hätte leisten können.
 
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