spiritualitaet und sex

  • Ersteller Ersteller armagoddon
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schon krass wie er mehr predigt als auf die eigentliche Sache einzugehen, nämlich die Praxis selbst. Ich kontaktiere am Besten meinen alten Kumpel.
Der lebt es und mit dem kann man sich normal unterhalten, weil er die Kirche im Dorf lässt. *g*

Dein Kumpel hat es einfach als seinen Weg genommen ... und will niemanden bekehren mit jahrhunderte alten Versen und Texten der Medizin und sonst was. Er lebt es einfach. So ein Verhalten spricht viel mehr für sich und läßt eher nachdenken und neugierig machen als Optis Verhalten hier.

Wenn ein Mensch Veränderung in seinem Leben will, spirituell gesehen, kann es sein, dass der Weg des Zölibats einer sein wird. Dann wird es seinen Sinn haben, wie für jemanden, der sich dagegen entscheidet. Wir werden alle unseren Auftrag im Leben auf Erden haben ... bin mit meinem sehr zufrieden. In meinem jetzigen Leben würde ein Zölibat keinerlei Sinn machen.
 
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@jogurette:

Mein Freund war auch damals daran interessiert in gewisser Weise zu bekehren bzw. er selbst hat immer über seine Erfahrungen geschrieben und war an Austausch interessiert. Aber auch das kann schon sehr negativ ausgelegt werden. Weil das Interesse für ihn aber sehr groß war und er täglich mehrere Emails beantworten musste, hat er sich aus dem Internet zurückgezogen.
Ich habe ihn jetzt angeschrieben.

Ich finde deine Entscheidung in Sachen Sexualität völlig in Ordnung.
Warum sollte man dir es auch verwehren? Das würde keinen Sinn machen.

LG
 
Hallo opti! :)

Toffifee schrieb:
Über Jahrhunderte diktierte die Kirche und die Medizin eine prüde Moral, die aus heutiger Sicht nur als unchristlich bezeichnet werden kann.
Es wäre schön, wenn du genau gesagt hättest, was du damit meinst, denn wenn man so etwas verallgemeinert, verliert es an Aussagekraft.
Nun, das habe ich versucht, indem ich dir die Haltung der Mediziner bis zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts darlegte. Erst durch naturwissenschaftliche Fortschritte auf dem Gebiet der Cytologie wurde mit dem Aberglauben aufgeräumt, dass Masturbation für bestimmte Krankheitsbilder verantwortlich sei.

Immanuel Kant, ein Philosph der "Aufklärung", bezeichnete Masturbation als ein Schlimmeres vergehen als Selbstmord.

http://www.onmeda.de/lexika/sexualitaet/selbstbefriedigung.html?p=2
onmeda schrieb:
Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert sowie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts galt die Selbstbefriedigung als krankhaft. Oft kämpfte man – auch aus religiösen Gründen – geradezu fanatisch gegen die Selbstbefriedigung an. Beispielsweise fixierte man die Hände der Jugendlichen nachts oberhalb der Bettdecke. Zudem befanden sich viele Menschen in dem Irrglauben, dass Onanie zu Erkrankungen wie Rückgratverkrümmungen, Blindheit oder geistiger Zurückbildung führen könne.

Aus heutiger medizinischer und psychologischer Sicht ist das nicht richtig und Kant irrte sich.

opti schrieb:
Wenn du außerdem so etwas behauptest, dann gehst du, so vermute ich, davon aus, dass unsere heute Einstellung zur Sexualität das Maß aller Dinge ist, an dem wir uns orientieren sollten. In diesem Punkt stimme ich überhaupt nicht mit dir überein. Ich betrachte die heutige Einstellung der Gesellschaft zur Sexualität eher als krankhaft.
Da gebe ich dir sogar recht. :) Der Mensch ist so gefangen in seinem "modernen" Alltag, dass er vergessen hat bewusst zu leben. Nur, der Blickwinkel auf die Sexualität alleine ist hier viel zu eng gefasst. Das schließt die Ernährung, die Einstellung zum Körper, zwischenmenschliche Beziehungen, etc. mit ein.

Der Mensch konsumiert und degradiert sich selbst zu einer Ware die konsumiert wird. Psychologen in der Werbebranche wissen um die Schwächen und Sehnsüchte der Menschen und schlachten diese schamlos für ihre marktwirtschaftlichen Feldzüge aus.

Die einzige Waffe dagegen ist ein (selbst-)bewusstes Denken und kritisches Konsumverhalten und ein natürliches Leben.

opti schrieb:
Mit anderen Worten, die meisten Mediziner und Wissenschaftler waren eigentlich genau so unglücklich und unzufrieden wie die meisten Menschen und kannten den Weg aus diesem Dilemma nicht. Sie gingen davon aus, dass die Menschen glücklicher und zufriedener sein würden, wenn sie ihre Sexualität frei ausleben konnten. Ist das geschehen? Nein, es ist nicht geschehen. Ich glaube, noch niemals in der Geschichte der Menschheit hatten die Menschen so viel Freiheit, ihre Sexualität auszuleben, aber noch niemals in der Geschichte waren die Menschen so unglücklich wie heute. Und zwar liegt das ganz einfach daran, dass es eine Irrtum ist, davon auszugehen, dass das Ausleben der Sexualität zu mehr innerer Zufriedenheit führt.
Ein Preis für die Freiheit des Individuums ist es nunmal Fehler zu machen und aus Erfahrungen lernen zu dürfen.

opti schrieb:
Genau das Gegenteil ist der Fall, denn jeder Orgasmus beraubt den Mann um sehr wichtige Mineralien, Vitamine, Spurenelemente, Eiweißstoffe, Hormone, Antidepressiva und andere Stoffe, die er unbedingt braucht, um glücklich zu sein. Wird die Vergeudung der sexuellen Energie bzw. die Vergeudung dieser Stoffe, die das Ejakulat enthält, zu einem Dauerzustand, und genau dies entspricht ja genau dem Verhalten der modernen Männer, dann bezahlt er dafür einen sehr hohen gesundheitlichen Preis. Er bezahlt ihn mit seinem Unglücklichsein und mit einer Vielfalt an psychosomatischen Erkrankungen.
1.) Jeder normale Mensch verbraucht durch seinen Metabolismus, unabhägig von seiner Aktivität Energie, Vitamine, Spurenelemente, Proteine, Mineralien, Wasser, etc. Dem Menschen Sex zu verbieten wäre so gesehen gleichzusetzen ihm Sport zu verbieten. Sport und Sex können aber Stress und Aggressionen abbauen, was die psychische Gesundheit fördert. (Ausschüttung von Endorphinen erfolgt auch durch das Joggen.)
2.) Deine Sicht suggeriert, dass Frauen einen geschlechtsspezifischen Vorteil in puncto Sexualität haben?!
3.) Du betrachtest das Thema Sucht viel zu eng und nur auf den Kontext der Sexualität bezogen. Computerspielende Jugendliche vernachlässigen oft ihre sozialen Kontakte und verspüren an Sexualität kein Interesse. Trotzdem kann sich hier ein (Internet-)Suchtverhalten ausbilden.
4.) Ein Psychologe definiert Hypersexualität anders als du.

opti schrieb:
Und deshalb kann ich der Kirche eigentlich keinen Vorwurf machen, wenn sie den Menschen rät, auf ihre Sexualität zu verzichten, um höhere spirituelle Ziele zu verwirklichen und damit gleichzeitig eine größere Seligkeit zu erlangen. Du sprachst doch von der Spiritualität. Dann nimm sie doch ernst. Was hat Jesus uns denn verkündet? Er hat genau das gesagt, was die Kirchen auch empfohlen haben. Wir sind geboren, um unsere Göttlichkeit zu verwirklichen (auch wenn ich dies anders beschreiben würde) und aus keinem anderen Grund. Wir sind geboren, um uns von den weltlichen Dingen zu lösen. Alles dies hat Jesus gesagt. Aber was machen die Menschen? Sie sind auf die weltliche Dinge, allen voran die Sexualität, fixiert. Was hat das mit Spiritualität zu tun? Es sind im Grunde genommen sehr bedauernswerte Menschen, die sich in ihrer Verhaftung an weltliche Dinge verloren haben.
Die heutige katholische Kirche rät ihren Gläubigen nicht dazu auf Sex zu verzichten, sondern ruft zu einem vernünftigen Umgang mit Sexualität auf!
Wenn der Zölibat, ganz im Sinne von sexueller Enthaltsamkeit, seelig machen würde, dann könnten verheiratete Menschen, die eine liebevolle Sexualität als Ausdruck ihrer Partnerschaft praktizieren, niemals ins Paradies kommen. Das ist ganz bestimmt nicht im Sinne der Kirche.

An diesem Punkt übrigens trennt sich der katholische Glauben von Lehren des Buddhismus. Der Buddhismus propagiert die Selbsterlösung in einem karmischen Kreislauf, der viele Male durchlaufen werden muss. Das Christentum die Erlösung, die schon alleine durch den Glauben an und in Jesus Christus begründet ist.

Übrigens, Zölibat kommt von "caelebs": lat.: "unverheiratet". Zölibat muss also nicht zwingend mit sexueller Enthaltsamkeit gleichgesetzt werden. Ein Priester im Zölibat verzichtet also "nur" auf eine eheliche Verbindung aus Liebe zu Jesus Christus.

opti schrieb:
Die Behauptung, dass die Selbstbefleckung besonders das Wachstum der Jugendlichen behindert, ist keineswegs falsch. Das kann man nicht nur durch wissenschaftliche Arbeiten belegen, das kann man auch sehr deutlich am eigenen Körper spüren. Ich habe jetzt aber nicht die Zeit, dies detailiert zu belegen. Wenn auch die eine oder andere Krankheit nicht unbedingt durch sexuelle Zügellosigkeit entsteht, so hat doch die sexuelle Zügellosigkeit gravierende gesundheitliche Folgen. Ich stelle sogar die Behauptung auf, dass die ganz große Mehrheit der psychosomatischen Erkrankungen, der Volkskrankheit Nummer 1, ihre Ursache in der sexuellen Zügellosigkeit der Menschen hat. Die permanente Vergeudung all der Stoffe, die das Ejakulat enthält, bleibt bestimmt nicht ohne Folgen, sondern zerrüttet das Nervensystem, führt zu Angst, Depression, Aggression und alle möglichen anderen Formen von Leid.
Tut mir Leid, aber dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Was sind das für "gravierende" gesundheitliche Folgen?

Masturbation beugt beim Mann sogar Prostatakrebs vor und verringert die Wahrscheinlichkeit impotent zu werden.

opti schrieb:
Ich muss sagen, ich würde vor dem Apostel Paulus den Hut ziehen, wenn da nicht seine Vergangenheit wäre. Denn zunächst gehörte er wohl zu den Christenverfolgern, soll auch an Steinigungen beteiligt gewesen sein, und ich möchte nicht wissen, wessen er sich sonst noch schuldig gemacht hat. Dann aber ist er zum Christentum übergewechselt und hat sehr gescheite Sachen geschrieben. Und er hat nicht nur über die Enthaltsamkeit geschrieben, sondern er hat sie selber praktiziert. Und das bestimmt aus sehr guten Grund, denn er hatte sich wahrscheinlich sehr intensiv mit den Lehren Jesus auseinander gesetzt.
Paulus war ein geistiges Kind seiner Zeit:

1Tim 4 schrieb:
«In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehrern von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. Sie verbieten die Heirat und fordern den Verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, dass die, die zum Glauben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, wenn es mit Dank genossen wird.»
Aber so leibfeindlich war auch er nicht. ;)

opti schrieb:
Es deutet sehr vieles darauf hin, dass Jesus ebenfalls enthaltsam lebte, denn es gibt in der Bibel dafür eine Menge Hinweise. Meine Vermutung geht in die Richtung, dass Jesus durch den Hinduismus bzw. Buddhismus beeinflusst wurde, denn es gab sehr wohl einen Kulturaustausch einerseits direkt zwischen Indien und Palästina und andererseits zwischen den Griechen, die ihrerseits wieder einen regen Austausch mit Indien hatten, und Palästina. Bei den Griechen spielte das Zölibat auch eine gewisse Rolle.
Das wäre möglich. Einige der Lehrreden Jesu erinnern stark an Gedanken aus dem Buddhismus respektive Zen. Aber hier kann man nur Vermutungen anstellen, denn über die Kindheit Jesu ist (kaum) etwas bekannt.

Wie gesagt: Wir kennen Jesus nur als erwachsenen Mann, am Ende seines Weges.

opti schrieb:
Gut, wenn die römisch-katholische Kirche jedes geschlechtliche Tun als Sünde betrachtet, dann ist das die eine Seite. Man vergesse nicht, dass große Teile des Urchristentums, allen voran die Frauen, aber auch sehr viele Männer, das Zölibat praktizierten. Das Zölibat war natürlich in ihre religiösen Vorstellungen eingebunden und somit musste ein Verstoß gegen das Zölibat bzw. jegliches geschlechtliche Tun, das nicht der Fortpflanzung diente, als schwere Sünde oder Unzucht betrachtet werden. Einerseits müsste man natürlich die religiösen Vorstellungen hinterfragen und andererseits könnte man sich auch die Frage stellen, was es mit der Verurteilung der sexuellen Handlungen denn eigentlich auf sich hat. Große Teile des Urchristentums praktizierten nicht nur das Zölibat, sondern sie praktizierten ebenfalls Armut und Gehorsam und sie hatten ihr ganzes Leben Gott geweiht. Und was führt die Menschen weiter von Gott fort als die Konzentration auf weltliche Begierden, als die Konzentration auf die Sexualität? Und somit ist es durchaus verständlich, wenn sie jede sexuelle Handlung, die nicht der Fortpflanzung diente, als Sünde betrachteten.
Viele Urchristen waren verheiratet, als sie sich bekehrten. Der Klerus wurde aus diesen rekrutiert, mit der Auflage sich nicht mehr neu zu verheiraten. Jesus selbst berief seine Jünger aus dem Kreis verheirateter Männer.

Ja mehr noch:
Es gibt paradoxerweise aus christlicher Sicht keine zwingende theologische Begründung für den Zölibat. (Siehe bitte auch Reformation durch Martin Luther.)

Lieber opti, wie man es dreht und wendet. Sexualität gehört zur Natur des Menschen dazu, die uns von Gott geschenkt wurde. Auch das gehört zur Erkenntnis. Kirchenlehrer wie der hl. Thomas v. Aquin, auch Dr. Angelicus genannt, verurteilten scharf die "Verteufelung alles Sinnlichen"! Engel als feinstoffliche Wesen können keine Schokolade schmecken oder spüren wie der Wind über den Körper weht. Darum sollten wir das Mensch-Sein auch genießen!!!

Im 4. Jhdt wurden sogar alle Kleriker ihres Amtes enthoben, die sich der "Leibesfeindlichkeit" schuldig gemacht haben.
http://www.karl-leisner-jugend.de/Zoelibat.htm
«Wenn sich jemand der Speisen oder der Ehe enthält und zwar nicht aus Askese, sondern aus Abscheu, oder weil er vergessen hat, dass Gott die Schöpfung gut gemacht hat, und blasphemisch die Schöpfung schlecht nennt, so lasse er sich eines Besseren belehren oder ist abzusetzen.»

Liebe Grüße :kiss4:
Toffifee
 
Hallo! :)

Gott hat die Natur wunderbar eingerichtet. Alles ist perfekt; auch die Sexualität, die uns geschenkt wurde. Mehr kann ich zu diesem Thema eigentlich nicht mehr sagen.

Kinny schrieb:
Doch, hatte und habe ich. Und weiß daher aus Erfahrung, wenn Sex wirklich keine Bedeutung hat, redest du auch nicht pausenlos über seine Vermeidung, seine schädlichen Auswirkungen und die Notwendigkeit, keinen mehr habenwollen zu sollen... wozu auch. Wem er wirklich bedeutungslos wurde, dem ist er ja wirklich kein Thema
So sehe ich es auch. (Das Fixieren auf den Sex macht die Probleme. Aber nicht die Sexualität als solches.)

Liebe Grüße :kiss4:
Toffifee
 
1.) Jeder normale Mensch verbraucht durch seinen Metabolismus, unabhägig von seiner Aktivität Energie, Vitamine, Spurenelemente, Proteine, Mineralien, Wasser, etc. Dem Menschen Sex zu verbieten wäre so gesehen gleichzusetzen ihm Sport zu verbieten. Sport und Sex können aber Stress und Aggressionen abbauen, was die psychische Gesundheit fördert. (Ausschüttung von Endorphinen erfolgt auch durch das Joggen.)
2.) Deine Sicht suggeriert, dass Frauen einen geschlechtsspezifischen Vorteil in puncto Sexualität haben?!
3.) Du betrachtest das Thema Sucht viel zu eng und nur auf den Kontext der Sexualität bezogen. Computerspielende Jugendliche vernachlässigen oft ihre sozialen Kontakte und verspüren an Sexualität kein Interesse. Trotzdem kann sich hier ein (Internet-)Suchtverhalten ausbilden.
4.) Ein Psychologe definiert Hypersexualität anders als du.

Zu 1.) Du kannst den Verbrauch von Vitaminen, Spurenelementen, Proteinen, Mineralien, etc. beim Orgasmus nicht mit dem Verbrauch beim normalen Stoffwechsel und auch nicht mit sportlichen Aktivitäten vergleichen. Bei jedem Orgasmus gehen nicht nur Natrium, Kalium, Zink und Magnesium, Kalzium, Citrationen und Phosphationen verloren, die der Körper unbedingt braucht, um sich wohl zu fühlen. Die Samenflüssigkeit ist zudem meist leicht salz- und proteinhaltig und enthält Dopamin, Noradrenalin, Tyrosin, die Bindungshormone Oxytocin und Vasopressin sowie verschiedene Östrogene, Pheromone (Geruchsstoffe), Antidepressiva und ß-Endorphin. Durch den Vergleich möchtest du so tun, als ob der Verbrauch der Vitamine, Spurenelemente, Proteine, Mineralien, etc. beim Orgasmus vollkommen harmlos ist. Das trifft aber überhaupt nicht zu. Der ständige Verbrauch dieser Stoffe wirkt sich für den menschlichen Körper äußerst verheerend aus. Und wer das bestreitet, ist einfach nicht ehrlich oder er weiß es nicht besser.

Wenn du sagst, Sport und Stress können Aggressionen abbauen, dann ist das für den Sex nur bedingt richtig. Am Anfang mag man das Gefühl haben, einem sei eine Last von der Schulter genommen, die Aggressionen seien verschwunden. Dafür kehren sie später um so verstärkt wieder zurück. Es ist richtig, dass die Menschen häufig den Sex als Mittel zum Agressionsabbau benutzen. Aber der Sex ist keine wirkliche Hilfe, sondern eine Flucht in eine kurzfristige Illusion.

Zu 2.) Über Frauen habe ich überhaupt nicht gesprochen. Wieso kommst du also zu dieser Meinung?

Zu 3.) Natürlich kann und möchte ich nicht auf alle Formen der Sucht eingehen. Dazu ist das Thema viel zu umfangreich. Ich habe einige Suchtformen herausgegriffen um Vergleiche anstellen zu können. Im Punkt Spielsucht sind wir einer Meinung.

Zu 4.) Es mag sein, dass ein Psychologe Hypersexualität anders definiert als ich. Damit ist aber keinesfalls gesagt, dass seine Definition die richtige ist. Außerdem sollte man beachten, dass seine Definition der momentanen Wertevorstellung der Gesellschaft entspricht. Es gab Zeiten und Gesellschaften, die haben das vollkommen anders definiert.
 
Die heutige katholische Kirche rät ihren Gläubigen nicht dazu auf Sex zu verzichten, sondern ruft zu einem vernünftigen Umgang mit Sexualität auf!
Wenn der Zölibat, ganz im Sinne von sexueller Enthaltsamkeit, seelig machen würde, dann könnten verheiratete Menschen, die eine liebevolle Sexualität als Ausdruck ihrer Partnerschaft praktizieren, niemals ins Paradies kommen. Das ist ganz bestimmt nicht im Sinne der Kirche.

An diesem Punkt übrigens trennt sich der katholische Glauben von Lehren des Buddhismus. Der Buddhismus propagiert die Selbsterlösung in einem karmischen Kreislauf, der viele Male durchlaufen werden muss. Das Christentum die Erlösung, die schon alleine durch den Glauben an und in Jesus Christus begründet ist.

Übrigens, Zölibat kommt von "caelebs": lat.: "unverheiratet". Zölibat muss also nicht zwingend mit sexueller Enthaltsamkeit gleichgesetzt werden. Ein Priester im Zölibat verzichtet also "nur" auf eine eheliche Verbindung aus Liebe zu Jesus Christus.

Natürlich rät die heutige katholische Kirche den Menschen nicht, auf die Sexualität zu verzichten. Sie weiß doch auch genau, wie aussichtslos das wäre. Sie kapituliert gewissermaßen vor der Sexbesessenheit der Menschen. Das Urchristentum empfahl den Menschen allerdings sehr wohl auf Sexualität zu verzichten und in der Bibel wird es den Menschen ebenfalls empfohlen. Lehrt die heutige katholische Kirche also das Wort Gottes? Im Punkt Sexualität wohl eher nicht.

Ich weiß nicht, welche Vorstellung du vom Paradies hast. Aber die Vorstellung, dass nach dem Tod das Paradies auf uns wartet, halte ich für kindlich. Was ist also das Paradies? Es ist die Seligkeit, die der Mensch bereits auf Erden verwirklichen kann. Und dies ist nur durch Enthaltsamkeit möglich.

Im Christentum gab es ebenfalls die Reinkarnation. Sie ist den Christen also nicht unbekannt. Aber ich denke, man sollte das ganze Gerede von Reinkarnation, Samsara oder dem karmischen Kreislauf einfach einmal beiseite schieben. Das sind Dinge, die unterliegen dem Glauben. Und ich sehe es immer noch als sinnvoll an, die Vernunft als oberste Instanz zu nutzen. Siehe man sich doch einmal an, wie der Brahmaismus, der Vorläufer des Hinduismus und Buddhismus entstanden ist. Siehe man sich an, welcher Unsinn im Namen aller Religionen verbreitet wurde, dann sollte man etwas kritischer mit solchen Begriffen wie dem karmischen Kreislauf sein. Mich persönlich interessiert weder die Erlösung durch den karmischen Kreislauf noch die Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus, sondern mich interessiert allein das Glücklichsein Hier und jetzt. Und ich glaube, es geht den meisten Menschen nicht anders. Außerdem ist es nicht richtig, wenn du behauptest, die Christenheit strebt die Erlösung allein durch den Glauben an Gott an. Da solltest du wirklich einmal die Bibel lesen. Dort steht sehr genau, welche Vorstellungen das Christentum betreffs der Sexualität hat. Diese Bibelstellen scheinen dir nicht bekannt zu sein. Ich habe auch das Gefühl, du möchtest sie so ein bisschen beiseite schieben oder so tun, als seien sie nicht existent. Diese Bibelstellen geben im Prinzip die Haltung der Yogis wieder.

Das Zölibat ist sowohl im Hinduismus/Buddhismus als auch in der christlichen Kirche nicht nur mit dem Nicht-verheiratet-sein gleichgesetzt worden, sondern auch immer mit der sexuellen Enthaltsamkeit. Nicht umsonst haben hinduistische, buddhistische und christliche Mönche und Nonnen das Zölibat unter diesem Gesichtspunkt praktiziert. Und das wurde in diesen Religionen auch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Wer etwas anderes sagt, möchte im Grunde genommen nur seine eigene Zügellosigkeit rechtfertigen.
 
Natürlich rät die heutige katholische Kirche den Menschen nicht, auf die Sexualität zu verzichten. Sie weiß doch auch genau, wie aussichtslos das wäre. Sie kapituliert gewissermaßen vor der Sexbesessenheit der Menschen.

Hallo Opti,

ich glaub eher, die Katholische Kirche hat selbst genug Dreck am Stecken in sexueller Hinsicht. Im Moment, dank medialen Berichten über den sexuellen Mißbrauch in eigenen Reihen. Das Thema ist also schwer unter die Schäfchen in gewünschtem Kontext zu bringen.
 
... es ist auch nicht unbekannt, dass gerade im Mittelalter Bischöfe in saus und braus gelebt haben ... in JEDER Beziehung!!! Die Nonnenklöster mit den eingemauerten Säuglingsskletten hatte ich schon einmal angeführt .... Doppelmoral pur!!!! Ist doch alles nur, um die Menschen unter Kontrolle zu haben. Nicht mehr und nicht weniger.
 
1.) Jeder normale Mensch verbraucht durch seinen Metabolismus, unabhägig von seiner Aktivität Energie, Vitamine, Spurenelemente, Proteine, Mineralien, Wasser, etc. Dem Menschen Sex zu verbieten wäre so gesehen gleichzusetzen ihm Sport zu verbieten. Sport und Sex können aber Stress und Aggressionen abbauen, was die psychische Gesundheit fördert. (Ausschüttung von Endorphinen erfolgt auch durch das Joggen.)

Mir ist zu diesem Punkt noch etwas eingefallen. Der Taoist Mantak Chia sagte einmal: "Jedesmal, wenn der Mann ejakuliert (einen Samenerguß hat), nimmt der Körper an, daß er ein neues Leben zeugen soll. Dem Tao zufolge opfern sämtliche Organe und Drüsen dafür ihre besten Energien." Der Orgasmus ist also keineswegs mit einer sportlichen Tätigkeit oder einer anderen beliebigen Aktivität vergleichbar. Beim Orgasmus mobilisiert der Körper seine wichtigsten Energien und Resourcen. Die Zeugung ist etwas ganz besonders, die mit keiner anderen Tätigkeit so ohne weiteres vergleichbar ist. Nur die Menschen haben daraus etwas Beliebiges und teilweise sogar Abwertendes gemacht. Sexualität ist eigentlich ein (göttlicher) Schöpfungsakt. Aber die Menschen haben daraus eine egoistische sexuelle Befriedigung gemacht. Das zeigt doch, wie weit sich die Menschen von ihrer spirituellen Haltung entfernt haben.
 
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