Liebe Kaji,
als erste gebe ich dir etwas mit auf dem Weg, was uns zwei jetzt kurzfristig in eine Lehrer Schülerbeziehung bringt, aber keine dauerhafte Gültigkeit besitzt.
Das besitzt nicht mal für diesen einen Text Gültigkeit, sorry.
Ich sage dir ganz einfach, lasse dich bitte nicht so gehen. Werfe dein Selbstmitleid über Bord.
Bitte, lieber Meister, welches Selbstmitleid meinst Du? Was hast Du Dir nun zurecht gesponnen, indem Du mein Wochende und meine Beobachtungen mit dem, was ich Dir vorher schrieb miteinander vermischst? Warte gespannt auf Antwort... Sollte es zu privat werden, dann bitte per PN!
Das steht dir nicht und verleiht dir einen scheußlichen Touch, den du wirklich nicht benötigst.
Kannst Du es nicht ertragen, wenn andere fühlen? Warum nicht? Ist widerlich, wenn andere Schwäche zeigen, wo man selbst doch so cool ist, oder? Ja, daß muß so richtig wiederlich sein, wenn man nicht verstehen kann, warum andere so viel rumjammern.
Sex ist in meiner Beziehung definitiv nicht mehr das A und O. Je tiefer die Liebe wurde, desto geringer die Gier nach Sex. Das ist es, was mir opti auch leicht ankreidet. Was Opti eben nicht sieht ist, dass Sex dich auch befreien kann und zwar von deiner Verklemmtheit das Leben anzunehmen und Liebe zu schenken, dich zu öffnen und verwundbwar zu machen. Warum hat wohl Freud so ein Riesenthema aus der Sexualität gemacht? Krankheiten entstehen aus einem ungesunden Verhältnis zur eigenen Sexualität. Traumata äußern sich in einer krankhaften Sexualität.
Nun, ich bin bestens gesund, kann nicht klagen.
Bist Du Dir sicher, daß Sex verwundbar macht? Erkläre mal bitte.
Sexualität ist ein Körpergefühl, ein Sich Wahrnehmen, eine Beziehung zur eigenen Lebenskraft. Ich selbst kann bei richtigen guten Sex direkt meinen anderen Körper wahrnehmen und erlebe Kundaliniausbrüche. Ich habe mich auch schon einmal selbst beobachtet für wenige Sekunden, weil ich kurz in den anderen Körper geswitched bin.
Dazu braucht man nun beim besten Willen keinen Sex. Und das ist jetzt die Antwort auf meine Frage, warum Du nicht alleine lebst, wenn Du es doch könntest?
Du kannst mir nicht vorwerfen, ich soll nicht rumjammern und man kann auch alleine glücklich sein, wenn dann sowas kommt.
Was machst aber du jetzt liebe Kaji?
Du beklagst dich. Du beklagst dich, weil du etwas haben möchtest und du bekommst es leider nicht und siehst es auch nicht.
Ich könnte es jederzeit haben. Aber ich
WILL nicht, solange keine Liebe dabei ist. Ist das so schwer zu verstehen? Es gibt echt Männer (Menschen), denen muß sowas unbegreiflich sein. Und dann kommen solche Tips wie: wenn er nach dir schmachtet, dann greif zu! - Ja, klar. Soll er schmachten, solange ich ihn nicht mag, nicht liebe, bleibe ich in der Tat lieber alleine. Und dann tut es mir sehr leid, wenn er sich in mich verliebt, ich es aber nicht erwiedern kann. Doch sowas tue ich weder ihm, noch mir an. Soweit habe ich meine Sexgelüste und Bedürfnisse dann schon noch unter Kontrolle. Und dabei sind die Gründe, weswegen ich mich momentan nicht verlieben kann oder will, unbedeutend.
Ich sage dir, warum du es nicht bekommst. Ersten bis du zu schwach, zweitens willst du es eigentlich garnicht und deshalb bist du schwach. Was du wirklich willst, das hast du momentan. Selbstmitleid.
Was Du alles so weißt. Gott sei dank habe ich mittlerweile ein Selbstbewußtsein aufbauen können, wo ich es nicht nötig habe, hier jetzt großartige Worte zu verlieren.
(geht es Dir jetzt eingentlich um Sex, oder um Liebe? - ich muß doch noch mal nachfragen)
Ich bin nicht alleine, weil ich nicht alleine sein wollte.
Und wie kommst Du dann darauf, daß man auch alleine glücklich sein kann? Ähm, Du selbst willst es nicht, aber empfiehlst anderen sowas. Du schreibst, man kann es, aber selbst hast Du:
Dafür habe ich gekämpft auf Leben und Tod. Das war ein Kampf mit meiner eigenen Absicht und meinem Vertrauen, mit Ängsten und vor allem mir selbst. Du weißt doch, die Dinge, die wir an uns nicht gerne sehen und ändern.
Und was hast Du da nun bekämpft oder erkämpft? Vor allem, wenn Du ja auch alleine glücklich sein kannst? Verstehe ich nicht... War das jetzt nur eine Floskel, oder hast Du es wirklich so erlebt? Hast Du es wirklich so erlebt, dann kann ich Dir die gleiche Frage stellen, die ich auch Opti gestellt habe: warum bist Du abgefallen? Selbstüberschätzung?
Meine Freundin und ich haben uns auch nicht über die Jahre angegleicht, vielmehr haben wir gelernt den anderen so anzunehmen wie er ist.
Hast Du nicht neulich woanders noch geschrieben, daß man sich irgendwo in der Mitte trifft? Und das es bei Dir so der Fall gewesen ist? Wie denn nun? Kann es sein, daß Du Dir die Dinge immer so zurechtlegst, wie es grad am besten paßt? Oder sollte ich an jener anderen Stelle noch mal nachlesen? Meine aber, mich an sowas zu erinnern.
Die Situation annehmen wie Sie ist, ist bereits ein guter Anfang. Einfach mal das Mitleid loslassen, den Wunsch nach etwas Unmöglichen beiseite lassen und durch positive Absicht und Vertrauen bestärken, wäre ein Anfang. Die passende Person kommt schon noch.
und ja, ICH KANN LIEBEN mit Herz und Seele. Mit Körper und Geist.
Du kannst es auch. Du musst es nur machen.
Was muß ich machen? Loslassen? Oder lieben? Nichts tun, oder tun? Bin irritiert, mein Meister, denn Deine Hinweise sind für mich alles andere als klar.
Ach ja, was ist jemand "der paßt"? Wie definierst Du eine "passende Person"? Und woher weiß man, ob man sie gefunden hat?
Kaji