Soll Griechenland raus aus Euro...

Griechenland raus aus Eurozone?

  • Ja

    Stimmen: 72 66,1%
  • Nein

    Stimmen: 23 21,1%
  • Weiß nicht

    Stimmen: 14 12,8%

  • Umfrageteilnehmer
    109
Technisch gibt es jede Menge Möglichkeiten solche Probleme in den Griff zu bekommen. Eurobonds sind eine Möglichkeit bzw. ein Puzzleteil für eine technische Lösung. Eine gemeinsame Finanzpolitik gehört dann auch dazu usw.

haha...eine gemeinsame Finanzpolitik würde die Formvollendung der wwu bedeuten. Der Opa von dem Typen, der die Geige baut, auf dem diese Zukunftsmusik mal gespielt wird, ist drei Jahre alt.

Das Problem dabei ist, dass man die Menschen natürlich auch irgendwie mitnehmen muss. Für Deutschland hieße das ja unterm Strich, dass viele Deutsche denken würden und nicht mal falsch lägen: Damit wird Deutschland zum Geberland in finanzieller Hinsicht und wird dazu noch Macht nach Brüssel abgeben müssen. Dafür gibts absolut keine Mehrheit, und sollte es je zur Wahl stehen werde ich ebenfalls nicht dafür stimmen. Der Grund ist, dass ich Brüssel absolut kritisch sehe. Ich sehe die EU nicht als demokratisch an sondern als einen Macht-Magneten der dann zentralistisch über die Köpfe der Bevölkerungen hinweg entscheidet. Die demokratischen Anflüge die es in der EU gibt werden bei wichtigen Fragen dann gerne unterdrückt. Das Europaparlament beschäftigt sich z.B. kein bisschen mit Griechenland. Es ist eine kleine Truppe aus zum Teil von niemandem gewählten Personen die über das Schicksal Griechenlands entscheidet. Die nationalen Parlamente können das dann nur noch abnicken. Es gibt unglaublich viele Themen, klein und groß, die auf eine undemokratische Art und Weise verhandelt und beschlossen werden. Oft genug kriegen wir so gut wie nix davon mit bzw. erst wenn es dann die Konsequenzen gibt.

Die EU als nicht demokratisch zu bezeichnen halte ich für ein wenig verkürzt, weil man fragen muss in welcher Hinsicht demokratisch. Die EU ist kein Staat und von Anfang an auf Intergouvernementalismus angelegt. Je mehr Ebenen, desto stärker leidet die Demokratie. Für mich persönlich hat die EU nicht zuviel macht, sondern im Gegenteil zu wenig, ganz unabhängig von der Frage der demokratischen Legitimität, da darf man ernsthafte Bedenken haben. Mehr Macht für das EP wäre wohl entscheidend, wobei in der jüngeren Geschichte der EU genau diese Tendenz festzustellen ist. Würde das EP den Kommissionspräsidenten stellen, ergäben sich schon wieder ganz andere Mechanismen und vermutlich würde auch das Interesse der Bevölkerung steigen, wie auch immer.

Jedenfalls macht es wenig Sinn zu sagen die EU sei niht demokratisch...

Du sagst, das Ziel der EZB war es die Spekulationen gegen den Euro zu unterbinden und dass das Deiner Ansicht nach gelungen ist. Und ja, das stimmt und ja, das ist auch größtenteils gelungen was sich allerdings schnell ändern kann.

Vor allem aber: Das ist nur ein Teilaspekt. Die EZB hat Banken die Risiken abgekauft und macht das auch weiterhin. Wenn behauptet wird, die EU und der EURO seien jetzt robuster als vor 5 Jahren, dann stimmt das insofern, als dass ein Grexit vermutlich keine kollektive Bankenpleite außerhalb Griechenlands mehr auslösen wird. Die konnten ihre ganzen Müll-Papiere nämlich der EZB schicken. Wie nennt man eine solche Funktion/Institution innerhalb des Finanzsystems? Bad Bank.

Die Risiken liegen alle bei den Steuerzahlern, während jene die sie eingingen sie nicht tragen müssen. Aber natürlich geben die ihre Gewinne nicht an den Steuerzahler ab... immer nur die Verluste oder das was gewaltig schief gehen könnte.

Und genau so läuft es auf ganz vielen Ebenen. EFSF, ESM und die nationalen Rettungswerkzeuge.. sie funktionieren alle nach dem gleichen Schema: Risiken trägt die Normalbevölkerung. Gleichzeitig verdoppeln Milliardäre ihr Vermögen innerhalb der Krise in kürzester Zeit.

dem kann man wohl zustimmen, aber es ist wohl auch klar, dass das kein rein europäisches Problem ist, sondern unsere Wirtschaftsweise an der Wurzel trifft.
 
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Appell: JA zu Demokratie und Volksabstimmung in Griechenland – NEIN zur Erpressung Griechenlands durch IWF, EU und Berliner Regierung

Veröffentlicht am 29. Juni 2015 von faktencheckhellas

Das demokratische und soziale Europa, ohnehin ein unvollendetes Projekt, befindet sich Ende Juni 2015 am Abgrund: Doch die einen leben als Kreditgeber in einem Grand Hotel in großem Luxus mit schöner Aussicht, die anderen sitzen als Schuldner auf einer Klippe, immer vom Absturz in den Bankrott bedroht.

Eine sogenannte Troika von mächtigen Institutionen sorgt dafür, dass die Drohung zur Erpressung wird. Schuldnern wie Griechenland wird keine Chance gegeben, der drohende Sturz in den Bankrott soll die Regierung gefügig machen. Soziale und politische Alternativen zur verordneten Austerity sind tabu. Selbst die von der Syriza-Regierung vorgeschlagene Abstimmung über das von der Troika verordnete Sparpaket interpretieren die Finanzminister der Eurogruppe – ein technokratischer Verein, kein politisches, den Wählern verantwortliches Gremium – als eine Provokation. Sie bestrafen Syrizas demokratische Initiative mit dem Ausschluss des griechischen Finanzministers aus den Beratungen der sogenannten Eurogruppe. Sie sind dabei schamlos genug, europäisches Recht zu brechen, um ihr neoliberales Mütchen zu kühlen. Das Schauspiel, das Schäuble, Dijsselblom und die anderen bieten, wird in die europäische Geschichte eingehen als Spektakel eines grandiosen Selbstmordattentats der politischen Elite, gerichtet gegen das europäische Integrationsprojekt.

Die Austeritätspolitik, mit der Staatshaushalte ruiniert und Gesellschaften zerstört werden, betreiben der IWF, die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission zusammen mit der Eurogruppe in Absprache mit den großen Wirtschaftsmächten Europas. Deutschland s Große Koalition der Schäuble, Gabriel und Mer kel ist dabei treibende Kraft. Sie haben mit ihrer Austerity – Politik des sozialen Kahlschlags, der Blockade von Investitionen zur wirtschaftlichen Erneuerung, des Drucks auf die Masseneinkommen und der Schwächung von Gewerkschaften dafür gesorgt, dass sich in Griechenland die Arbeitslosigkeit von 2007 bis 2014 auf fast 30 Prozent verdreifacht hat . Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich auf rund 60 Prozent mehr als verdoppelt . Kein Wunder, dass im Vergleich zur Zeit vor der Krise das Bruttoinlandsprodukt um ei n Viertel niedriger, die private Verschuldung um 66% höher und die Staatsschuldenquote auf fast 180 % angestiegen sind. Überall in Europa hat sich die soziale und ökonomische Lage der Menschen verschlechtert, in Griechenland aber in besonders zugespitzter Weise.

Es ist angesichts dieses durchschlagenden Misserfolgs der Troika-Politik verständlich und richtig, dass die griechische Regierung die Notbremse zieht und eine andere als die im Grand Hotel Abgrund vorgeplante Route einschlagen will, zumal die Regier ungen vor Syriza keinerlei Erfolge vorweisen können, obwohl sie den Troika-Vorgaben brav gefolgt sind.

Syriza handel t dabei nicht nur im Interesse Griechenlands. Ganz offensichtlich ist eine Fehlkonstruktion des „europäischen Hauses“ zu korrigieren: Seine Bewohnerinnen und Bewohner sind nicht Bürgerinnen und Bürger mit gleichen Rechten (und Pflichten), sondern Vermögende hier, deren Reichtum auch in der Krise und mit der Krise wächst, und Schuldner da, d eren Schuldenlast in der Krise und wegen der Krise si ch ständig vergrößert. Im Europa des Jahres 2015 kann gelernt werden, was der große griechische Philosoph Aristoteles lehrte: Geld spaltet, man kann daher keine freie und demokratische Gesellschaft der Logik des Geld es folgend , primär auf Basis einer Währungsunion, gründen. Ein „gemeinsames Haus“ verlangt mehr als eine gemeinsame von „Institutionen“ verwaltete Kasse, zumal , wenn deren Repräsentanten unfähig und hasserfüllt gegen demokratische Alternativen sind.

Die euroliberale Politik der vergangenen zwei einhalb Jahrzehnte seit dem Gründungsdokument des Euroraums, dem Maastricht-Vertrag von 1991, hat zur Spaltung der europäischen Gesellschaft beigetragen. Griechenland ist das dramatischste Beispiel. Andere sind vorausgegangen. W eitere werden folgen. Daher haben die Syriza-Regierung und Alexis Tsipras Recht, Respekt vor den Interessen des griechischen Volkes einzufordern und die Achtung der Würde der Menschen und die Stärkung demokratischer Partizipation einzu klagen. Eine demokratische Abstimmung darüber ist ein Muss. Sie ist ein Fortschritt im Vergleich zu den alternativlosen Auflagen der Troika, die den demokratischen Entscheidungsspielraum gegen Null tendieren lassen.

Es geht nicht nur um eine griechische Angelegenheit. Die aktuellen Ereignisse um Griechenland gehen alle Europäerinnen und Europäer an. Die Initiative zur Volksabstimmung über das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise gewinnt einen Teil der demokratischen Rechte zurück, die unter die Räder des Troika-Gefährts geraten sind. Wir unterstützen di ese Initiative, weil sie auch in unserem Interesse ist. Wir wenden uns gegen die Versuche der Euro-Finanzminister, jenes kleine griechische Volk aus Europa herauszuamputieren, ein Volk, „dessen universelle Begabung und Betätigung ihm einen Platz in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit gesichert hat, wie kein andres Volk ihn je beanspruchen kann“ – so Friedrich Engels, dessen Todestag sich 2015 zum 120. Mal jährt.

Was bleibt von Europa ohne Griechenland? Eine kulturlose neoliberal kontaminierte, von „den Institutionen“ autoritär verwaltete Wüstenei.

Es sollte selbstverständlich sein, dass eine demokratische Abstimmung über die Troika-Politik in Griechenland und in anderen europäischen Ländern von den „Institutionen“ respektiert wird. Alle Androhungen, die in diesen Tagen aus der Eurogroup, seitens der EZB und der Berliner Regierung zu hören sind, man werde die erforderliche Unterstützung für Athen umgehend einstellen, sind unverantwortlich und antidemokratisch. Hier wird offen mit Finanzchaos gedroht, um auf diesem Weg Demokratie abzuwürgen.

Zeit ist Geld, lautet die oberste Regel der Euro-Finanzpolitiker. Sie verstehen noch nicht einmal, dass demokratische Verfahren Zeit brauchen, dass man sich die Muße nehmen muss, um zu breit akzeptierten Resultaten zu gelangen. Lösungen für die gegenwärtige schwere Krise dürfen nicht einseitig die Schuldner mit harten, ja brutalen und unerfüllbaren Austerity-Auflagen belasten. Die Gläubiger sind an den Kosten der Krise zu beteiligen. Eine Insolvenz, eine Krise mus s einvernehmlich geregelt werden, nicht durch einseitige Schuldzuweisungen und die Austerity-Belastungen der Menschen in einem Schuldnerland. Man sollte in den Salons des Grand Hotel Abgrund nicht vergessen, dass für die Misere der Schuldenkrise die Finanzjongleure und ihre politischen Handlanger die Hauptverantwortung tragen. Die Finanzminister der Eurogruppe haben dies vergessen. Sie sind für ein selbst erzeugtes Desaster verantwortlich, das nun die griechische Bevölkerung auszubaden hat und das mit Zeitverzögerung auch andere Völker Europas treffen wird .

Schande über die herrschende politische Klasse in der Europäischen Union! Solidarität mit der Bevölkerung in Griechenland! Unsere Hochachtung gilt der demokratisch gewählten und Demokratie praktizierenden Regierung in Athen und dem griechischen Parlament und dessen Entscheidung, ein Referendum über die zerstörerische Politik der Austerität abzuhalten.

Unterzeichner*innen: (Stand: 3. Juli 2015, 12.00 Uhr)

Tom Adler / Stuttgart

Prof. Elmar Altvater / Berlin

Malte Albrecht, BA // Universität Marburg/L.

Dr. Dr. Dario Azzellini / Johannes Kepler Universität (JKU) Linz
Prof. Dr. Rudolph Bauer / Bremen

Dr. Dr. Josef BAUM / Universität Wien

Judith Benda / Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE

Dr. Günter Berg / Berlin

PD Dr. Josef Berghold / Innsbruck

Prof. Armin Bernhard / Essen

Dieter Bertz / Verleger / Berlin

Gabi Bieberstein / Bielefeld

Dr. Joachim Bischoff / Hamburg

Dr. Miriam Boyer / Berlin

Prof. Dr. Ariane Brenssell / Berlin und Braunschweig

Prof. Dr. Ulrich Brand, Wien

Georg Brzoska / Berlin / Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin

Prof. Julika Bürgin / Hochschule Darmstadt

Dr. Florian Butollo / Jena

Laurie Cohen, Dr. phil. / A-6020 Innsbruck

Dr. Hans Coppi ...]
http://faktencheckhellas.org/appell...henlands-durch-iwf-eu-und-berliner-regierung/
Es folgen noch sehr sehr viel mehr UnterzeichnerInnen!
 
Das liegt daran dass diese Millionen von Kritikern Griechenlands gegenüber wissen dass sie Griechenland finanzieren soll,egal was Griechenland tut oder sagt.
Griechenland will letztlich nichts anderes als ein Finanzausgleich innerhalb der EU wie in der BRD ohne dabei aber seine völlige Souveränit aufgeben zu wollen bzw. zu müssen.
Das gab es nichtmal so beim Schuldenschnitt für die BRD 1953,da die BRD 1953 noch ein völlig unsouveränes Land war,
und das gibt es nichtmal beim BRD-Finanzausgleich.

Zum Ersten: Die ,,Millionen" Kritiker die es gab, sind mittlerweile alle informiert, bis sehr gut informiert. Das hat sich also glücklicherweise gewandelt*.
Und für die wenigen Menschen, die es noch immer nicht sein sollten, kann ich sehr die Rede von Gregor Gysi empfehlen, die er am 01.07. im Bundestag hielt(y).

Gregor Gysi, DIE LINKE: »Sie wollen die linke Regierung in Griechenland beseitigen«

Hier gibt es diese Rede auch noch einmal in Schriftform.
Sehr starke Rede zur Griechen-Tragödie: Gysi entzaubert die selbstgefällige Kanzlerin
Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 02.07.15 10:26 Uhr | 99 Kommentare
Gregor Gysi hat im Bundestag zur Euro-Rettung eine fulminante Rede gehalten. Im Stile vom Emile Zola warf Gysi der Bundeskanzlerin und ihren Helfern Schäuble und Gabriel vor, aus eiskaltem Parteiinteresse die Regierung in Griechenland stürzen zu wollen und dafür das Elend des griechischen Volkes in Kauf zu nehmen. Zugleich forderte Gysi, dass die Troika endlich für den von ihrer falschen Politik angerichteten Schaden zur Verantwortung zu ziehen sei...]
http://deutsche-wirtschafts-nachric...si-entzaubert-die-selbstgefaellige-kanzlerin/

Griechenland will letztlich nichts anderes als ein Finanzausgleich innerhalb der EU wie in der BRD ohne dabei aber seine völlige Souveränit aufgeben zu wollen bzw. zu müssen.

Und das hier stimmt in sofern nicht, da die griechische Regierung sehr große Zugeständnisse schon gemacht hatte, die auch einen Eingriff in die Souveränität zur Folge gehabt hätte.
Allerdings ist auch völlig klar, das man Griechenland, oder überhaupt ein anderes Land, nicht erpressen darf um ihm die völlige Souveränität zu nehmen. Das wäre schlicht und ergreifend eine Kriegserklärung.
Außerdem will Griechenland kein Finanzausgleich, so wie du hier schreibst, sondern eine Umschuldung um überhaupt wieder etwas aufbauen zu können.
Das weiß eigentlich auch mittlerweile jeder, das Griechenland nur so in die Lage versetzt, Schulden abzahlen kann.
 
haha...eine gemeinsame Finanzpolitik würde die Formvollendung der wwu bedeuten. Der Opa von dem Typen, der die Geige baut, auf dem diese Zukunftsmusik mal gespielt wird, ist drei Jahre alt.
Das glaube ich nicht. Denn was sich ja v.a. durch die jüngere Geschichte zieht ist, dass Krisen immer auch dazu genutzt wurden radikale Veränderungen einzuleiten. Und wir sind in einer Krise. Ich persönlich gehe von einer Eskalation aus und danach wird es ganz sicher Veränderungen geben. Da gibt es dann grob gesagt drei Richtungen... Entweder die EU wird "zerfetzt" und es geht zu mehr Nationalstaatlichkeit oder umgekehrt. Dazwischen liegt dann noch eine mögliche Entwicklung von Nord- und Süd-Euro und dann wäre es kleiner aber vermutlich enger. Jedenfalls glaube ich nicht, dass es besonders lange dauern wird bis sich die Dinge relativ deutlich verändern.


Die EU als nicht demokratisch zu bezeichnen halte ich für ein wenig verkürzt, weil man fragen muss in welcher Hinsicht demokratisch. Die EU ist kein Staat und von Anfang an auf Intergouvernementalismus angelegt. Je mehr Ebenen, desto stärker leidet die Demokratie. Für mich persönlich hat die EU nicht zuviel macht, sondern im Gegenteil zu wenig, ganz unabhängig von der Frage der demokratischen Legitimität, da darf man ernsthafte Bedenken haben. Mehr Macht für das EP wäre wohl entscheidend, wobei in der jüngeren Geschichte der EU genau diese Tendenz festzustellen ist. Würde das EP den Kommissionspräsidenten stellen, ergäben sich schon wieder ganz andere Mechanismen und vermutlich würde auch das Interesse der Bevölkerung steigen, wie auch immer.

Jedenfalls macht es wenig Sinn zu sagen die EU sei niht demokratisch...

Das EU-Parlament äußert z.B. diese Kritik hinsichtlich der Troika:

Das Europäische Parlament verabschiedete im März 2014 einen Bericht, der die Troika scharf kritisiert und sich für deren schrittweise Abschaffung ausspricht. Das Gremium „habe einseitig auf Sparmaßnahmen gesetzt und Wachstumsimpulse vernachlässigt“. Abgeordnete kritisierten, dem Gremium fehle es an juristischer und demokratischer Legitimation und Kontrolle.[13]

Der Wirtschaftsjournalist Harald Schumann kritisiert dementsprechend,[14] die Troika-Mitglieder seien als Beamte der EU-Kommission zwar auf EU-Recht verpflichtet. Sie verstießen jedoch gegen Artikel 153 der EU-Verfassung, dass die EU und ihre Organe „nicht für das Arbeitsentgelt“ zuständig sind.[15] So wurden in allen Krisenländern Reformen zur Lohnsenkung erzwungen, beispielsweise Senkungen der Mindestlöhne in Irland, Portugal und Griechenland. Dort wurde nach einer Drohung, die nächste Kreditauszahlung zu sperren, der Mindestlohn um ein Fünftel auf 3,40 Euro pro Stunde gesenkt, obwohl Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und der zuständige Minister Giorgios Koutroumanis dagegen waren. Das System der Tarifverträge wurde zerschlagen - in Portugal arbeiteten 2014 nur noch 6 Prozent der Beschäftigten nach Tarif. Die resultierenden Lohnsenkungen schufen jedoch keine neuen Arbeitsplätze, was zusammen eine massive Auswanderung zur Folge hat.[16]

(...)


https://de.wikipedia.org/wiki/Troika_(EU-Politik)

Das ist also eine sehr umfassende Kritik... Man könnte es zusammenfassend so formulieren:

Eine juristisch und demokratisch nicht-legitimierte und unzureichend kontrollierte Gruppe setzt eine Politik durch, die dann auch noch ökonomisch verheerende Folgen hatte und hat. Und solange die EU so funktioniert, bin ich absolut dagegen dass sie mehr Macht bekommt.


Und m.A.n. macht es sogar sehr viel Sinn zu sagen, dass die EU nicht demokratisch ist, selbst wenn es verkürzt ist. Denn es ist m.A.n. besser etwas auszusprechen das wahr ist, wenn auch nicht besonders differenziert, als darüber zu schweigen. Der ganze Mist konnte ja erst entstehen weil es den Menschen nicht wichtig genug war. Das gesamte EU-Projekt, inklusive Euro, wurde doch von oben herab durchgesetzt. Hätten Referenden gewonnen werden müssen hätte man sich auch mehr anstrengen müssen. Und das was als Erfolgsprojekt verkauft wird... ist es nun mal nicht.



dem kann man wohl zustimmen, aber es ist wohl auch klar, dass das kein rein europäisches Problem ist, sondern unsere Wirtschaftsweise an der Wurzel trifft.
Ja... die EZB sollte ja ursprünglich mal so funktionieren wie die Bundesbank, mittlerweile ist sie in vielerlei Hinsicht eher wie die FED.
 
Zum Ersten: Die ,,Millionen" Kritiker die es gab, sind mittlerweile alle informiert, bis sehr gut informiert. Das hat sich also glücklicherweise gewandelt*.

Das stimmt m.A.n. nicht. Ansonsten kämen solche Beliebtheitswerte eher nicht zustande:


Schäuble immer beliebter dank Griechenland-Sprüchen

Die Zufriedenheit der Deutschen mit der Bundesregierung ist deutlich gewachsen. 57 Prozent der Bundesbürger sind laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" mit der Arbeit der Regierung zufrieden oder sehr zufrieden.

Besonders Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist bei deutschen Wählern so beliebt wie nie. Im Deutschlandtrend der ARD sagten 70 Prozent der Befragten, sie seien mit Schäubles Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Wie der WDR am Donnerstag mitteilte, war dies der bisher beste Wert für Schäuble in der regelmäßigen Befragung überhaupt.

http://www.welt.de/politik/deutschl...er-beliebter-dank-Griechenland-Spruechen.html


Während die Bundesregierung bei NSA und BND total mauert, den Bundestag mal eben übergeht und massiv Recht bricht, sich dabei als Schoßhündchen der USA offenbar, und während Griechenland über finanzpolitische Macht in die Knie gezwungen wird, mit einer Menge Propaganda und Menschenverachtung, steigen also die Beliebtheitswerte...

Falls wirklich informierte Menschen zu der Schlussfolgerung kommen, die Bundesregierung und Schäuble würden einen super Job machen, dann wäre das eine noch schlechtere Nachricht. ;)
 
Falls wirklich informierte Menschen zu der Schlussfolgerung kommen, die Bundesregierung und Schäuble würden einen super Job machen, dann wäre das eine noch schlechtere Nachricht. ;)

nun,
wenn jemand Griechenland *kritisiert heißt das nicht derjenige ist mit S & Co zufrieden.
 
nun,
wenn jemand Griechenland *kritisiert heißt das nicht derjenige ist mit S & Co zufrieden.

Nein, natürlich nicht. Aber umgekehrt dürfte es zutreffen. Man wird sicherlich nicht so zufrieden mit Schäuble sein wenn man Griechenland nicht massiv kritisiert. Mein Eindruck ist, dass Schäubles Haltung und Schäubles Aussagen zu Griechenland, ziemlich vielen sozusagen "aus dem Herzen" sprechen und v.a. wird er sicherlich als Interessenvertreter der Deutschen wahrgenommen.

Und meine persönliche Ansicht dazu ist: Das ist sehr oberflächlich und einseitig. Denn erstens wurden ja schon etwa 100 Mrd in Griechenland versenkt, zweitens haben die v.a. von Deutschland durchgesetzten Sparvorgaben die aktuelle Situation erst maßgeblich mitverursacht und drittens sollte sich niemand die Illusion machen, dass Schäuble nicht auch noch mehr Geldversenkung abnicken wird.

Etwas deutlicher gesagt: Man kann m.A.n. kaum informiert sein und die Arbeit der Bundesregierung loben.
 
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Das stimmt m.A.n. nicht. Ansonsten kämen solche Beliebtheitswerte eher nicht zustande:


Schäuble immer beliebter dank Griechenland-Sprüchen

Die Zufriedenheit der Deutschen mit der Bundesregierung ist deutlich gewachsen. 57 Prozent der Bundesbürger sind laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" mit der Arbeit der Regierung zufrieden oder sehr zufrieden.

Besonders Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist bei deutschen Wählern so beliebt wie nie. Im Deutschlandtrend der ARD sagten 70 Prozent der Befragten, sie seien mit Schäubles Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Wie der WDR am Donnerstag mitteilte, war dies der bisher beste Wert für Schäuble in der regelmäßigen Befragung überhaupt.

http://www.welt.de/politik/deutschl...er-beliebter-dank-Griechenland-Spruechen.html


Während die Bundesregierung bei NSA und BND total mauert, den Bundestag mal eben übergeht und massiv Recht bricht, sich dabei als Schoßhündchen der USA offenbar, und während Griechenland über finanzpolitische Macht in die Knie gezwungen wird, mit einer Menge Propaganda und Menschenverachtung, steigen also die Beliebtheitswerte...

Falls wirklich informierte Menschen zu der Schlussfolgerung kommen, die Bundesregierung und Schäuble würden einen super Job machen, dann wäre das eine noch schlechtere Nachricht. ;)

Ich musste gerade echt lachen. Ja ja diese Umfragen. Was diese ,,Umfragen" bezwecken sollen, ist doch ganz klar. Oder etwa nicht?

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Dual Frame
(Relation Festnetzt-/Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1001 Befragte
Erhebungszeitraum: 29. bis 30. Juni 2015
Sonntagsfrage: 1.501 Befragte
Erhebungszeitraum: 29. Juni bis 01. Juli 2015
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
*bei einem Anteilswert von 5 Prozent **bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*bei einem Anteilswert von 5 Prozent **bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund 3 Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa 1 Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb in der Regel keine Partei unter 3 Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.
In der publizierten "Sonntagsfrage" werden hingegen alle Parteien aufgeführt, die aktuell im Parlament vertreten sind, die in einer Umfrage auf einen Anteilswert von mindestens 3 Prozent kommen oder solche Parteien oder Gruppierungen, die auch bei niedrigen Anteilswerten eine Chance auf ein Mandat besitzen (so etwa der SSW in Schleswig-Holstein, für den die 5-Prozent-Hürde nicht gilt).

http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-339.htm

Von ca 81 Millionen Menschen in Deutschland wurden 1001 Personen befragt. Ich glaube, das ich dir nicht erzählen muss, was ich von diesen Umfragen halte:sneaky:
Ich kann dich also trösten, das hier sind garantiert keine relevaten Beliebtheitswerte;)
 
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