Soll Griechenland raus aus Euro...

Griechenland raus aus Eurozone?

  • Ja

    Stimmen: 72 66,1%
  • Nein

    Stimmen: 23 21,1%
  • Weiß nicht

    Stimmen: 14 12,8%

  • Umfrageteilnehmer
    109
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Die letzten Tage sah es eigentlich so aus, als ob mehr für "ja" (und damit gegen die Syriza-Regierung) stimmen würde. Nach aktuellen Umfragen scheint noch alles offen zu sein:


Einer aktuellen Umfrage der Zeitung "Avgi" zufolge liegen die Befürworter und Gegner der Reformvorschläge der Eurogruppe gleichauf: 43 Prozent der Griechen wollen demnach beim Referendum am Sonntag mit Nein stimmen, 42,5 Prozent mit Ja. Rund neun Prozent der Griechen sind noch unentschlossen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/so...-griechen-wollen-euro-behalten-a-1041215.html

Die 0,5% dürften innerhalb der Fehlerquote solcher Umfragen liegen, bei denen man ja eh nie weiß wie sehr man sich darauf verlassen kann. Aber sie wären wohl eindeutig wenn das Stimmungsbild eindeutiger wäre.
 
Noch ein sehr guter Artikel zum Thema Griechenland und die Art wie viele Medien damit umgehen:

Berichterstattung zu Griechenland: Im Dschungelcamp der deutschen Medien
Eine Kolumne von Georg Diez


Kein Unterschied, ob "Bild", "Zeit" oder ARD: In den deutschen Medien schwingen sich Journalisten reihenweise zu pöbelnden Parteigängern auf, statt Fakten und Analysen zur Griechenlandkrise zu bringen.
http://www.spiegel.de/kultur/gesell...chungelcamp-der-medien-kolumne-a-1042001.html
 
Shimon1938 schrieb:
das mag stimmen..........aber, tsipras ist angetreten "alles anders und besser zu machen" und bei ihm verstehe das auch nicht, wieso er nicht eingegriffen hat?

Ich weiss es nicht, warum er das nicht gemacht hat. Kann mir nur vorstellen, dass es vielleicht gar nicht so einfach gewesen wäre. Ja, er wollte alles anders (besser) machen. Aber er hatte von Anfang an die wesentlich schlechteren Karten, noch dazu die Unerfahrenheit, und ich gehe sehr davon aus, dass die Eurokraten ihn auch genau deshalb am Gängelband hängen liessen - und zusätzlich auch der Druck aus dem eigenen Parlament, den Menschen etc.pp.
 
Und noch ein wirklich hochinteressanter (!!!) Artikel über die griechische Perspektive... basierend auf Insider-Wissen und auch wenn das nicht beweisbar ist, was für die EU-Seite ja ebenfalls zutrifft, ist es im Gesamtkontext sehr glaubwürdig. Sollte jeder lesen der sich für das Thema interessiert:



„Die Deutschen wollten uns rausdrängen“
So schildern griechische Insider den finalen Bruch zwischen Tsipras und den Gläubigern


Nach dem Abbruch der Verhandlungen mit den europäischen Geldgebern gilt die Tsipras-Regierung als unberechenbar. Doch auf griechischer Seite kursiert eine ganz andere Version der entscheidenden Stunden: Deutschland sei für die griechischen Zugeständnisse unempfänglich gewesen und habe das Land aus dem Euro drängen wollen.


(...)

Doch es gibt auch eine griechische Version des Dramas. Die „New York Times“ hat sie nun anhand von Gesprächen mit Beratern aus Tsipras‘ Umfeld rekonstruiert. In dem Artikel ist von einer Ansammlung von „Kränkungen, Beleidigungen und verpassten Chancen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern“ die Rede.

Diese Version geht so: Am Montag hatte Griechenland einen Vorschlag geschickt. Die erste Reaktion sei positiv gewesen, so dass die Griechen Hoffnung geschöpft hätten. Doch nach den anfänglichen positiven Signalen des französischen Währungskommissars Pierre Moscovici und von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem habe sich am nächsten Morgen die Ernüchterung eingestellt.

Die Gläubiger hatten das Papier zurückgeschickt: Die Punkte, mit denen sie nicht einverstanden waren, hatten sie rot markiert. Nach Informationen der „New York Times“ war der Rotstift überall.

Die Griechen konnten es kaum fassen

Das griechische Verhandlungsteam habe es kaum fassen können. Ihrer Meinung nach hatten die Gläubiger die Gespräche wieder dorthin zurückgeworfen, wo sie bereits vor sechs Monaten gewesen waren.

(...)

Friss oder stirb?

Es hört sich an, als wäre der umstrittene griechische Finanzminister regelrecht gegrillt worden. Als er mit IWF-Chefin Christine Lagarde über die Schuldentragfähigkeit habe sprechen wollen, habe Dijsselbloem ihm das Wort abgeschnitten. Es sei ein „Nimm es oder lass es“-Angebot, soll er laut dem Bericht gesagt haben. Das Treffen ging ohne Einigung zu Ende.

(...)

Der Ministerpräsident soll auf und ab gelaufen sein, während er seinen Beratern zuhörte. Die behaupteten, dass weder der Internationale Währungsfonds (IWF) noch Deutschland an einer Einigung interessiert sei und stattdessen versuchten, die Griechen aus dem Euro zu drängen.

(...)

Ganz gleich wie viele Zugeständnisse

Das führt nirgendwohin, soll der Grieche schließlich gesagt haben. Und: Je mehr wir uns auf sie zubewegen, desto mehr entfernen sie sich von uns. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf Quellen, die mit im Raum gewesen sein sollen.

Teilnehmer und Personen, die später über die Verlauf der Verhandlungen informiert wurden, berichten, dass Tsipras überzeugt gewesen sei, dass eine Einigung unmöglich war – ganz gleich, wie viele Zugeständnisse er gemacht hätte.

Was dann geschah, ist bekannt. Tsipras flog nach Hause, kündigte ein Referendum über die europäischen Vorschläge an, und empfahl seinem Volk, sie abzulehnen. Damit schlug er die Tür nach Europa für sich selbst zu – und forderte die Griechen auf, es ihm gleich zu tun.

Doch in der griechischen Version der Geschichte ist es keine Handlung eines unberechenbaren und unbelehrbaren Heißsporns, sondern die verzweifelte Tat eines Mannes, der sich allein gelassen fühlte.

(...)

Ganzer Artikel: http://www.focus.de/politik/ausland...n-tsipras-und-den-glaeubigern_id_4794816.html

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Es gibt da mindestens ein Detail das für die griechische Version spricht. Nämlich, dass sie einen Entwurf nach Brüssel schickten und auf einmal kam positives Feedback. Eine Einigung schien auf einmal sehr nahe zu sein... glaube, das war vor etwa zwei Wochen. Und auf einmal drehte sich das wieder... da war das was ein oder zwei Tage später noch als großer Schritt gelobt und gute Basis gelobt worden war auf einmal wieder nix mehr wert.

Insofern glaube ich mittlerweile wirklich, dass nicht Tsipras der Geisterfahrer ist der auch noch Schlangenlinien fährt... sondern die EU bzw. Deutschland und IWF. Meiner Ansicht nach geht es allerdings nicht darum Griechenland aus dem Euro zu drängen, wie diese Insider vermuten... sondern um die Syriza-Regierung zu stürzen um dann mit Ja-Sagern weiterverhandeln zu können die alles abnicken. Die alten Oligarchen-Buddies.... mafiöses Pack bleibt eben am liebsten unter sich. ;)
 
Auch ein Hammer:

+++ 20:36 IWF-Bericht sollte nicht veröffentlicht werden +++
Vertreter der Euro-Zone beim IWF haben offenbar versucht, die Veröffentlichung eines Berichts über die Schuldensituation Griechenlands drei Tage vor dem dort geplanten Referendum zu verhindern. Die Europäer hätten Einwände gegen den Zeitpunkt der Publikation vorgebracht, hieß es in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen. Sie hätten sich allerdings nicht gegen die anderen Länder, insbesondere gegen die USA, durchsetzen können.


Warum wollten sie den Bericht zum jetzigen Zeitpunkt verhindern? Weil darin das gesagt wird:

Das IWF kommt in einer neuen Studie zu dem Schluss, dass Griechenlands Schulden "untragbar" sind. Deswegen muss entweder ein neuer Schuldenschnitt her oder die Geldgeber müssten 20 Jahre auf Rückzahlungen verzichten. Für Griechenlands Regierung ist das eine gute Nachricht.
http://www.finanzen100.de/finanznac...schnitt-oder-20-jahre-ruhe_H582621864_189132/


Und eine Nachricht, die der griechischen Regierung Recht gibt... darf natürlich nicht öffentlich werden.
 
Tja, Hellas war/ist der Anfang. Es gibt viele Hellas, die sich nur anderes nennen. Auch im außereuropäischem Raum.

Hellas ist ein Kapitel für sich.Dadurch das Hellas ein Kapitel für sich ist,gibt es keine viele Hellas ,sondern in anderen Gesellschaften bildet das Hellas-Prinzip eine Minderheit.Man kann sie sozislistisch-geprägt nennen.
Das gesellschaftliche Hellas-Prinzip ist und war nicht immer zwingend sozialistisch bisher solange die Verschudlungsmechanismen zum Wohlstand Hellas dienten.
Erst als in Hellas die Verschudlungsmechanismen ihre katastrophalen Wirkungen zeigten welche marktechnis dann nicht mehr funktionerten wurde das sozialistische Wirkungsprinzip in Form von Syriza (die Koaltion der radikalen Linken) gewählt.Und zwar weiter in der Hoffnung man könnte in einer Art von Wohlstand leben den man selber nicht erwirtschaften kann-eben der Verschuldungsmechanismus.
Auf diesem Prinzip baut der Sozialismus auf.Umverteilung,moralisch dann auch noch berechtigt,durch direkte Enteignung von individullem Wohlstand...und wenn das nicht klappt durch Staatsverschuldung um dann die Schuld und somit die Kosten eines Wohlstands welches ein Individuum nicht selber erwirtschaften kann auf die breite Mittelschicht abzuladen.
Nur das die breite Mittelschicht welches das dann letztlich nur finanzieren kann und auch muss dazu nicht bereit ist und der sozialistische Gedanke immer nur ein Minderheitengedanke bleibt.
Ausser natürlich bei Hellas,denn Hellas ist und war ein Kapitel für sich.
 
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Es ging hier .............. um ein Beispiel menschlichen Verhaltens.

Da ist die Rubrik "Politik" hier aber völlig fehl am Platze.
Menschliches Verhalten hat nichts mit Politik zu tun,allerdings missbraucht die Politik für ihre ideologischen Zwecke die Aspekte des menschlichem Verhaltens.

Wobei sich die Frage stellt was man unter "menschlichem Verhalten" meint wenn man mal die Politik und somit auch die entsprechende Ideolgie ausser Acht lässt.

Der Begriff "menschliches Verhalten" ist auch nichts anderes als wie der politisch-motivierte Begriff "soziale Gerechtigkeit" und verkommt ausserhalb der Polizik einfach nur zu einer politisch-motivierten Phrase.
 
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