Im Moment reden wir nicht mehr miteinander. Wir gehen uns aus dem Weg. Es stimmt, sie hat nach dem sinnlosen Streit wegen der Fotoalben wieder den ersten Schritt in meine Richtung gemacht, hat eingesehen, dass sie überreagiert hat, hat mir angeboten, ihre Waschküche benutzen zu dürfen, weil meine Maschine bald den Geist aufgibt. Ich habe es als freundschaftliche Geste angenommen, dann haben wir noch Karten gespielt und als ich am Abend nach Hause gehen wollte, bot sie mir an, ich könne bei ihr schlafen. Das wollte ich nicht, weil der letzte Streit und ihre Explosion waren zu heftig. So heftig, dass sie sich selbst geschadet hat. Sie hatte kurz zuvor eine OP am Hals und hätte nicht schreien dürfen. Wegen meiner Computerarbeit aber hat sie sich so aufgeregt, dass sie völlig auf ihren Gesundheitszustand vergessen hat und losgebrüllt hat wie irre, dass ich regelrecht Angst bekommen habe. Dadurch ist ihr innen eine Naht aufgegangen und Komplikationen waren die Folge und eine intensive Nachsorge die Konsequenz.
Ich wollte nicht über Nacht bleiben, weil ich Angst hatte, wieder in das alte Programm einzusteigen. Dann noch eine Nacht und noch eine Nacht und dann zog ich wieder ein bei ihr mit meinen Sachen. Das haben wir schon zu oft gespielt. Ich wollte die Freundschaft mit ihr aufrecht erhalten, wollte mit ihr in Krankenhaus fahren, ihr helfen, so gut ich es konnte, aber ich wollte nicht mehr mit ihr unter einem Dach leben. Das konnte ich nach diesem letzten Streit nicht mehr verantworten und davor hatte ich Angst.
Sie hat meine Ablehnung als extreme Zurückweisung interpretiert und jetzt redet sie gar nichts mehr mit mir. Ich bin nicht mehr in der Position ihr zu helfen, kann nur mehr versuchen, sie zu verstehen.