Hallo Arti,
ist natürlich immer gut, wenn es Leute mit persönlichen positiven Erfahrungen gibt, die andere negative Erfahrungen wieder relativieren. Mir ist klar, dass man von Osho etwas lernen kann und sich hier ein Weg auftun kann, der zu Fortschritten auf dem Weg der Selbsterkenntnis führt. Wir laufen ja ansonsten wie verrückt den materiellen Dingen hinterher, und da haben die Lehren Oshos schon eine ganz andere Qualität. Ich kann mir vorstellen, dass ich da auch in diese Richtung gegangen wäre, wenn sich das irgendwie ergeben hätte. Aber dafür hat sich dann ein wenig später was ergeben ...
Ja das mit "versagen" ist halt etwas härter ausgedrückt. Nachdem was ich gelesen habe, war es so, dass Osho seine Schüler zu sexueller Freizügigkeit "ermutigt" hat. Das mag seine Berechtigung haben ... ist aber nur eine Seite der Wahrheit. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich alles richtig mache, aber in der Tradition der ich folge geht alles in Richtung Enthaltsamkeit, obwohl der Meister auch ganz klar sagt, dass "einen natürlichen Trieb zu unterdrücken oft mehr schadet als es nützt." Und je mehr sich ein Mensch der täglichen Meditation widmet, desto mehr kommt er auch weg von seinen sexuellen Verlangen. Das ist aber individuell sehr verschieden, und meist hat der Umgang mit der Sexualität in früheren Leben noch eine wesentliche Wirkung auf das Jetzt. z.B. hab ich das in einer früheren Inkarnation mal standesgemäßg unterdrückt und bekomme jetzt dafür die Rechnung präsentiert ... und muss mich mit diesem Thema auseinandersetzen ... nichts ablehnen, alles annehmen usw ...
In Wirklichkeit ist es ja so, dass ein vollkommener Meister genau das beherrscht was du ansprichst. Er kann überall gleichzeitig sein und macht seinen Einfluss auch geltend ...
Oshos Diskurse sind schon was Besonderes. Ich verfolge sie auch regelmäßig in den Oshotimes. Hier gibt es jedes Monat einen neuen Diskurs, der online veröffentlich wird (
Link).
lg
Topper
Hallo Topper,
danke für Deine persönliche Stellungnahme.
Ja nun, die Zeit als Sannyasin liegt ja schon einige Zeit hinter mir, etwa ziemlich genau 10 Jahre, und ich habe wenig Grund, mich in "Oshoreden-Schwingen" zu verausgaben.
Aber es juckt mich natürlich in den Fingern, wenn ich auf krasse oder einseitige Berichterstattung treffe, wohl wahr. Etwas erstaunt war ich, daß der von Dir gepostet wurde, hatt ich Dich bis jetzt als respektvollen und ausgewogenen Schreiber, soweit ich Dich halt gelesen hab, wahrgenommen.
( respektvoll empfinde ich Dich immer noch, nicht falsch verstehen...

)
Ich hab gute Erfahrungen gemacht, ja. Aber auch schlechte,´türlich. Aber die Guten haben bei weiten die Schlechten überwogen. Und ich bin kein Nestbeschmutzer. Ich werde immer dankbar sein, für das was ich gelernt hab, und das war nunmal nicht wenig. Deshalb werd ich mich wohl immer wieder mal einklinken, wenns um Oshoverrisse geht. Dazu war mir dieser Mensch zu wertvoll.
Nuja, und die Freizügigkeit versus Enthaltsamkeit:
Ich versteh nicht, daß das so wenig bei den Leuten ankam, daß Osho´s Fernziel Enthaltsamkeit war. Er selbst lebte ja schließlich auch so.
Er hat nun mal ähnlich wie bei der dynamischen Meditation mit dem Paradoxon der Übertreibung gearbeitet. Was Dir irgendwann zum Hals raus hängt, weil Du´s übertrieben hast, fällt auch von Dir ab.
Das was Du schreibst, ist meine Erfahrung auch, wenn regelmäßig mit der inneren Instanz Kontakt aufgenommen wird, sprich meditiert wird, gibt es keine Ausreißer. Das Bedürfnis läßt nach. Dazu muß aber erstmal ein natürlicher Fluß des Ganzen dagewesen sein, und das hat er sehr gefördert ja.
Und dabei waren erfahrungsgemäß bei weitem nicht so viel sexuell befreite Menschen unter den Menschen, die zu Osho kamen, wie uns die sexuelle Revolution im allgemeinen das gerne glauben lassen wollte. Viel Schein und Heuchelei mußte oft abgebaut werden, wenn es um ehrliches sexuelles miteinander ging.
Ausschweifungen, zu denen ich auch die Geschichte, die Du ursprünglich gepostet hast, zähle, sind meiner Meinung nach nur möglich, wenn man sich mit den meditativen Übungen nicht verbindet, und da gab es natürlich schon den einen oder anderen darunter, der der Meinung war, er hätte das nicht nötig, sei sowieso erleuchteter also Osho und so Schoten und hat sich in all seiner Gier und Egozentrik versucht zu holen, was nur ging. Das gab es und wird es immer geben, weils Menschen sind, genauso miese Charaktere wie im Nicht-Sannyasumfeld auch.
Ich kann mich noch gut erinnern an manche Situationen, ich war wirklich eine sehr junge Sannyasin damals, als die ältesten Säcke mit einer Selbstverständlichkeit uns jüngere Frauen angebaggert hatten, als ob sie die unwiederstehlichsten Lebewesen dieses Planeten wären.
Ich hab immer wieder gerne dankend abgelehnt

Das waren die Ausnahmen, nicht die Regel. Und daß die vor einer 13 - jährigen nicht Halt gemacht hätten, kann ich mir sehr gut vorstellen. Daß das eine ganze Bewegung in Verruf bringt, ist tragisch, aber leider nicht zu ändern.
Daß ein Erleuchteter überall präsent sein soll, halte ich mit Verlaub für einen hohen Anspruch.
In Poona war schon in hohem Maße Osho´s spirit spürbar, aber so weit würde ich da nicht gehen, das als Qualitätsmerkmal hinzustellen.
Nun gut, wenn man, wie Josepha oben, natürlich der Meinung ist, er sei nicht das, was er von sich behauptet, ja nun...streiten werde mich in dieser Sache nicht. Mir genügt, was ich erlebt hab, das läßt für mich keine Zweifel offen.
In welcher Tradition bist Du denn gelandet?
Wenn nicht öffentlich, dann auch gerne per PN.
Grüße, arti