Mein Sohn hat ADS HILFE BITTE

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Falls der von mir angegebene Link nicht funktioniert, einfach in die Suchmaschine: Hans G. Schlack, ADHS eingeben, dann kommt ihr zu dem lesenswerten, äußerst interessanten Bericht (ADHS- eine soziogene Epidemie?)

matrix
 
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Joey schrieb:
Ja, die Frage sollte man sich stellen. Dieser Frage widerspreche ich ja gar nicht. Ich widerspreche nur der Aussage, dass ADHS keine wirkliche Krankheit ist. Weil es zu oft diagnostiziert wird, zeigt nicht, dass es das nicht gibt.

Viele Grüße
Joey

Du vergisst, dass ich hier nicht MEINE Gedanken und Thesen zum Thema ADHS zitiert habe, sondern die, von Dr. Schlack, einem anerkannten, berühmten Kinderneurologen. Dass der besser Bescheid weiß, als wir hier alle zusammen, traue ich mich getrost zu behaupten.

matrix
 
Joey schrieb:
Och menno; da sagt man einmal vorsichtig, dass Ritalin nicht ganz so teuflisch ist, wie oft behauptet wird, und es sogar positive Wirkung haben kann, und schon wird man beschuldigt, allen Kindern Ritalin verabreichen zu wollen. Das will weder ich noch Camajan.
Joey, so etwas ist Demagogie, Verdrehung der Tatsachen - nichts anderes.

Fakt ist, dass hier ein Medikament aus ideologischen Gründen verteufelt wird.
Jede Verabreichung, und sei sie noch so sinnvoll, wird kategorisch abgelehnt.

Jeder Mythos ("Ritalin macht abhängig") wird unreflektiert aufgegriffen und
permanent perpetuiert, obwohl schon längst nach Strich und Faden widerlegt.

Oder das Thema Missbrauch, das ich hier schon vor Wochen diskutiert habe.
Immer wieder wird es herausgekramt. Mein Gott, was für ein Unsinn, den Missbrauch
eines Medikamentes gegen seinen legitimen Einsatz auszuspielen.

So als ab man einem Herzinfarkt-Patienten kein Valium geben dürfte, weil ja mit Valium
so viel Missbrauch getrieben wird!

Dieselbe Schiene wird aber immer und immer wieder gefahren.

An solchen Verhaltensweisen erkennt man gut den ideologischen Charakter
einer Meinung, im Gegensatz zu einer sachlichen, faktenorientierten Meinungsbildung.

Und jede Befürwortung einer Verabreichung wird mit demagogischen Mitteln
bekämpft, wie oben erwähnt.

Für jeden aufmerksamen Leser ist dies augenfällig, da habe ich keinen Zweifel.

Wie gesagt - zum Wohl des Kindes bleibt dieser Hirnriss bei mir nicht unwidersprochen
so stehen.

Gruss Camajan
 
@Joey
Lieber Joey, Dir habe ich nicht vorgeworfen, dass Du allen Kindern Ritalin verabreichen willst. Ich sehe bei Dir durchaus, dass Du differenziert denkst und würde gerne eine sachliche Diskussion mit Dir führen.
Meine Bemerkung war sarksatisch und ging ganz alleine an die Adresse von Camajan (stand auch dabei). Dieser ist mir nämlich schon in mehreren anderen Threads durch seine aggressive Art echt auf die Nerven gegangen ist und er spricht mir allenernstes die Fähigkeit ab, ein Kind erziehen zu können, weil ich gesagt habe, ich würde meinem Kind niemals Ritalin geben und schreit ständig etwas von zwangsweiser Behandlung mit Ritalin, ohne mal irgendwie sachlich auf Argumente einzugehen. Typisch Camajan.

Aber zurück zum Thema:
Mir ist bekannt, dass die Schulmedizin darin einen Mangel im Gehirnstoffwechsel sieht. Und da sind wir bei dem Thema, dass wir beide im "Schulmedizin-Thread" schon mal kurz angerissen habe. Ich denke, ein Ansatz, der alles nur auf der pysischen Ebene erklären will ist verkehrt. Ich habe z. B. auch mal irgendwo gelesen, dass Alkoholismus genetisch bedingt ist, genau der gleiche Versuch. Ich aber vertrete, wie viele naturheilkundliche Therapheuten auch, die Ansicht, dass Krankheit fast immer auch seelische, emotionale Komponeten hat. Dasselbe gilt für ADHS und ADS. Und der obige Beitrag von Matrix schlägt da jetzt ganz wissenschaftlich die Brücke dazu, warum sich das pysisch so auswirkt wie es sich auswirkt.


@Matrix
Super Beitrag! Danke. Nur leider funktioniert der Link nicht. Würde mich echt interessieren!


@Camajan
"Methylphenidat" heißt genau gesagt der Wirkstoff im Ritalin. Chemisch gesehen gehört es zu den Amphetaminen, wird auch oft als "amphetaminähnlich" bezeichnet, hat dieselbe Wirkung.
 
Komisch, dieser Thread ist eigentlich überflüssig, da es ihn schon des öfteren gegeben hat.

Und es war klar, dass sich alle bekriegen werden deshalb :)

Wo ich mich hier schon äussere, mal meine Meinung zu dem Thema: Hätte mein Kind die Diagnose ADS, würde ich versuchen, das Problem von innen zu lösen, statt mein Kind mit Ritalin vollzustopfen. Ich kenne aber auch Eltern, die das zulassen. Und das respektiere ich.

Was mir sauer aufstösst: Dass Kinder so dermaßen unter Druck stehen wegen der Schule! Jeden Tag hingehen, sich Stundenlang, lapidar gesagt, das Gesabber der Lehrer anhören, das ist schon viel! Sobald man eine falsche Bewegung macht, droht man "aus dem Netz" zu fallen. Ich finde die Schule sehr einengend, viel zu sehr leistungsorientiert. Und da liegt meiner Meinung nach das Problem. Die Bildung steckt in einer dicken Krise. Komisch, dass unser Bildungswesen nicht fähig ist, sich der Zeit anzupassen und sich selbst mal weiterzuBILDEN. :party02:

ADS ist eine "Krankheit", die dazu führen kann, dass die Betroffenen nicht mehr mit dem "System", der Schule mitkommen. Sie können aus dem "Netz" fallen. Kinder mit ADS sind inzwischen zu einem politischen Thema geworden. Warum? Ich vermute fast, dass diese Krankheit als Puffer, als Sandsack, auf den man hemmungslos boxen kann, benutzt wird. Hinter dem Sandsack steht das eigentliche Problem, das keiner wagt anzusprechen: Wir wollen eine Offene Schule, in der unsere Kinder angenommen werden, wie sie sind! Noten abschaffen, individuelles Lernen etc.

lg
Marta :foto:
 
Camajan schrieb:
Joey, so etwas ist Demagogie, Verdrehung der Tatsachen - nichts anderes.

Fakt ist, dass hier ein Medikament aus ideologischen Gründen verteufelt wird.
Jede Verabreichung, und sei sie noch so sinnvoll, wird kategorisch abgelehnt.

Wir lehnen ein Medikament nicht aus ideologischen Gründen ab, sondern weil wir die negativen Folgen für zu gefährlich halten um es verantworten zu können und weil wir glauben, dass bei ADS/ADHS andere therapeutische Ansätze besser sind.

Camajan schrieb:
Jeder Mythos ("Ritalin macht abhängig") wird unreflektiert aufgegriffen und
permanent perpetuiert, obwohl schon längst nach Strich und Faden widerlegt..

Sogar von den befürwortenden Ärzten wird auf die Suchtgefahr "vor allem bei Erwachsenen" hingewiesen!!


Camajan schrieb:
So als ab man einem Herzinfarkt-Patienten kein Valium geben dürfte, weil ja mit Valium
so viel Missbrauch getrieben wird! ..

Einen Herzinfarkt mit Valium zu behandeln ist nicht nur Mißbrauch, sondern fahrlässige Tötung, mein Lieber.


Leider habe ich von Dir noch kein einziges Argument, wirkliches Argument gehört, nur den Schrei nach Zwangsbehandlung mit Ritalin. Also, ich bin ganz Ohr!
 
Camajan schrieb:
Wie gesagt - zum Wohl des Kindes bleibt dieser Hirnriss bei mir nicht unwidersprochen
so stehen.

Gruss Camajan

Ja, ganz vergessen, es geschieht ja so viel zum "Wohle des Kindes".

Ich bin, als wenige Tage alter Säugling zu einer Pflegefamilie gekommen und kannte meine leibl. Eltern überhaupt nicht. Nach 4 Jahren wollten mich meine leiblichen "Eltern" plötzlich zurückhaben- aus einer Laune heraus. Ein jahrelanger Streit- bis vors Gericht folgte. Das Jugendamt half uns Null. Man wollte ja nur "das beste für das Kind". So wurde ich zu Zwangsbesuchen bei meiner leibl. "Mutter" verdonnert- Angst- und Panikattacken über Jahre hinweg waren die Folge, die ich erst jetzt, durch Bachblüten in den Griff bekam.
Noch heute leide ich unter Trennungsängsten, auch wenn wir von der Schule aus, nur 1 Woche weg fuhren. Es viel mit schwer mich zu trennen, weil ich jahrelang Angst haben musste, von meiner Mutter zwangsgetrennt zu werden.

Hätte sich das Jugendamt nicht eingemischt, oder wenigstens ein Machtwort gesprochen, dass man mich und meine Familie in Ruhe lässt, hätte ich die Chance gehabt, "unbeschadet" und unbelastet groß zu werden.

So viel zum viel zitierten "Wohl des Kindes". Dass du dich für eine Zwangsbehandlung bei Kindern, deren Eltern es entschieden ablehnen, ihnen Drogen zu verabreichen, aussprichst, finde ich schockierend.
Was würdest du machen, wenn die Eltern dagegen wären, und ihnen aus diesem Grund das Sorgekind für ihr Kind entzogen würde? Dann müsstest du die Last mit dir tragen, eine Kinderseele zerstört zu haben.
Oder würdest du dir alles schönreden um dein Gewissen zu beruhigen?

Gruß,
matrix
 
Martadada schrieb:
Wir wollen eine Offene Schule, in der unsere Kinder angenommen werden, wie sie sind! Noten abschaffen, individuelles Lernen etc.

lg
Marta :foto:

Sehr richtig. Da ich Lehramt studiere, haben ich einen kleinen Einblick in die angestrebten Veränderungen im Schulwesen.
Die Tendenz geht hin zu handlungsorientiertem, selbständigem Lernen. Aber bis sich das durchgesetzt hat vergehen sicher noch Jahre. Zu 90% wird an den Schulen nach wie vor Frontalunterricht praktiziert.

Ich kann, sucht man für sein Kind eine Schule ohne den üblichen Leitungsdruck mit Sitzenbleiben als Konsequenz Rudolf Steiner Schulen oder Montessorieschulen empfehlen.

lg matrix
 
matrix84 schrieb:
Du vergisst, dass ich hier nicht MEINE Gedanken und Thesen zum Thema ADHS zitiert habe, sondern die, von Dr. Schlack, einem anerkannten, berühmten Kinderneurologen. Dass der besser Bescheid weiß, als wir hier alle zusammen, traue ich mich getrost zu behaupten.

Ja, wahrscheinlich. Und, habe ich diesen Betrachtungen irgendwo direkt widersprochen?

Ich habe bisher nur die Meinung vertreten, dass Ritalin bei wirklicher ADS und ADHS hilft. Ebenso habe ich behauptet, dass die Diagnose ADS und ADHS leider oftmals sehr vorschnell getroffen wird, was zu einem unangebrachten Missbrauch von Ritalin führen kann. Diese Aussage deckt sich (zumindest soweit ich das verstanden habe) mit den Argumenten von Dr. Schlack.

Ich frage Dich nochmal: Hast Du mal ein echtes ADHS-Kind erlebt? Da von "normalem kindlichen Verhalten im Rahmen der individuellen Entwicklung" zu reden ist wirklich eine starke Untertreibung. Ein Kind von 10 Jahren mit einer Aufmerksamkeitsspanne von höchstens 30 Sekunden, was Möbel und Spielzeug zertrümmert, manchmal autoaggressiv ist, und, wenn es draußen ist, nicht anders kann, als wild brüllend durch die Gegend zu laufen über drei Stunden lang, in sehr seltenen ruhigen Momenten aber superlieb und normalintelligent ist... das kann man nicht mehr als normal bezeichnen.

Es ist ein feiner Unterschied zwischen "ADHS-Symptome können durch ... ausgelöst werden" und "ADHS ist eine Kunstkrankheit, die ausschließlich durch ... ausgelöst wird."

MorgainelaFay schrieb:
Mir ist bekannt, dass die Schulmedizin darin einen Mangel im Gehirnstoffwechsel sieht. Und da sind wir bei dem Thema, dass wir beide im "Schulmedizin-Thread" schon mal kurz angerissen habe. Ich denke, ein Ansatz, der alles nur auf der pysischen Ebene erklären will ist verkehrt. Ich habe z. B. auch mal irgendwo gelesen, dass Alkoholismus genetisch bedingt ist, genau der gleiche Versuch. Ich aber vertrete, wie viele naturheilkundliche Therapheuten auch, die Ansicht, dass Krankheit fast immer auch seelische, emotionale Komponeten hat. Dasselbe gilt für ADHS und ADS. Und der obige Beitrag von Matrix schlägt da jetzt ganz wissenschaftlich die Brücke dazu, warum sich das pysisch so auswirkt wie es sich auswirkt.

Dieser Ansicht kann man sein; mir ist nicht bekannt, ob das jemals zweifelsfrei gezeigt oder widerlegt wurde. Allerdings besteht da die betonung auf "fast". Natürlich kann (ebenso wie bei Depressionen) die Ursache psychischer/emotionaler Natur sein. Auch dem widerspreche ich nicht. Aber den Gehirnstoffwechsel kann man medikamentös regeln. Es ist eine schnelle bequeme Möglichkeit, das Problem zumindest zeitweilig zu beheben. Es bleibt ja weiter möglich, nach "den Ursachen" zu suchen. Es bleibt aber auch da die Möglichkeit, dass es keine weiteren Ursachen gibt.

Bei Depressionen hat sich übrigens eine Kombination aus medikamentöser und Psychotherapie als sehr erfolgreich herausgestellt. Die Medikamente machen den Patienten emotional stabil genug, damit er durch die Psychotherapie behandelbar ist. Alleinige Psychotherapie führt da nicht so schnell zum Erfolg; bei alleiniger medikamentöser Therapie besteht die große Gefahr eines Rückfalls bei Absetzen der Medikamente.

Viele Grüße
Joey
 
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Joey schrieb:
Ich frage Dich nochmal: Hast Du mal ein echtes ADHS-Kind erlebt?

Ja, das habe ich. Sogar zwei! Zwei bedauernswerte Kinder im Alter von 6 und 10 Jahren denen regelmäßig, wegen "ADHS" Ritalin verabreicht wird.
Das Verhalten dieser beiden Jungs ist erschreckend! Nicht deshalb, weil sie brüllend und schreiend durch die Gegend laufen, sondern weil sie, bedingt durch das Methylphendiat wir Zombies auf mich wirken.

Sie sind apathisch, zeigen kaum Gefühlsregungen und wirken gedämpft, traurig und lustlos. Ihr Zustand, seit dem sie Ritalin bekommen ist schwer zu beschreiben, wenn man es nicht selbst gesehen hat, aber es ist sehr bekemmend und bedrückend.

Egal, was die Mutter ihnen vorschlägt, oder für sie macht, sei es die Renovierung ihrer Zimmer oder ein Kinobesuch, oder Jahrmarkt etc. , sie reagieren stumpf und gleichgültig. Auf alle Vorschläge gibt es nur ein knappes, willenloses "ja, ok.", so als ob sie unter Hypnose, oder eben schwerem Drogeneinfluss stünden.

Für die Mutter ist das natürlich sehr praktisch und bequem: keine unkontrollierten Wutausbrüche mehr, sondern "brave", "stille" Kinder die niemals aufmucksen. Toll, wirklich, toll, dieses Ritalin! Ein echter Meilenstein der Medizin!

matrix
 
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