Meditation und Sex

Kinnaree schrieb:
:) Moment mal. Darf ich bitte logisch zu denken versuchen (ist zwar schwer nach so einer Nacht, aber ich versuchs). Wenn du sagst, in diesem Thread gehts um "Christus"Bewußtsein - der Thread heißt allerdings "Meditation UND Sex" - darf ich daraus jetzt schließen, es geht in deiner Diktion darum, Meditation und Sex auf einen Nenner zu bringen, anstatt sie als sich bekämpfende Einheiten zu verstehen? Das wäre allerdings eine wahrhaft schöne Idee. Wenn zwei scheinbare Pole sich als Einheit zu erkennen geben - und all der Kampf wäre plötzlich völlig überflüssig. Eventuell weil sich herausstellt, es geht um verschiedene Ebenen desselben Wunsches? Was wollen wir denn eigentlich? Einssein. Was will denn das sexuelle Verlangen? Vereinigung. (Allerdings auf einer Ebene, wo das nur für einen Moment möglich ist.) -

Vielleicht geht es ja nur darum, eine Verblendung durchsichtig zu machen? Eventuell auch nur das falsche Verständnis davon, daß nichts für die Ewigkeit unveränderlichen Bestand hat?

Das sexuelle Verlangen, von dem du sprichst, ist erniedrigend. Es ist eine Reduzierung der Sexualität, die eigentlich als Zeugungsakt gedacht ist, auf einen kurzfristigen sexuellen Lustgewinn. Das ist reiner Egoismus. Mir kommt es ohnehin so vor, als ob ihr die Sexualität immer nur von dieser Ebene aus betrachtet. Ich will nicht sagen, dass mir das fremd ist. Ich habe mich viele Jahre lang genau so verhalten. Glücklich gemacht hat es mich nicht. Und wenn du mir erzählst, dass du glücklich bist, dann glaube ich dir davon kein Wort. Irgendwann sollte man doch erkennen, dass einen dieser Weg nicht glücklich macht. Aber die meisten erkennen es nicht. Darum geht ihr ganzes Bestreben dahin, ihr Unglücklichsein wenigstens einmal hin und wieder in einem 10-Sekunden-Orgasmus zu vergessen.
 
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opti schrieb:
Darum geht ihr ganzes Bestreben dahin, ihr Unglücklichsein wenigstens einmal hin und wieder in einem 10-Sekunden-Orgasmus zu vergessen.
10 Sekunden ??? - Nun für die Mehrheit ist das aber schon recht lange.
Nun, für Leute die sonst keine Alternativen haben mag das wohl zutreffen.

Komischerweise hat aber Glücklichsein für mich überhaupt nichts mit einem Orgasmus zu tun.
Glücklichsein ist ein permant-innerer Zustand der durch einen Organsmus lediglich mal kurz sichtbar werden kann. Mehr aber auch nicht.
Zudem, wenn man es richtig anstellt, lassen solche Orgasmen sich auch über mehrere Stunden ausdehnen.
Deswegen braucht man doch nicht direkt davon abhängig werden.
 
opti schrieb:
Irgendwann sollte man doch erkennen, dass einen dieser Weg nicht glücklich macht. Aber die meisten erkennen es nicht. Darum geht ihr ganzes Bestreben dahin, ihr Unglücklichsein wenigstens einmal hin und wieder in einem 10-Sekunden-Orgasmus zu vergessen.
Ja, genau, meine Betonung lag ja auf dem Satzteil, den ich jetzt hervorhebe.
Was will denn das sexuelle Verlangen? Vereinigung. (Allerdings auf einer Ebene, wo das nur für einen Moment möglich ist.)
Und darum sagte ich ja, es könnte doch sein, daß das ein Wunsch ist, der auf einem grundlegenden Irrtum beruht... Aber Opti, sexuelle Vereinigung ist ja eben nicht das, was einen glücklich macht. Es ist ja genau umgekehrt. Wenn du mit dir im Reinen bist und dich als Ganzes glücklich fühlst, dann kannst du genießen. Das meine ich doch die ganze Zeit: es ist doch ganz klar, daß Sexualität nicht das ist, was einen glücklich machen kann, genau wie es ja nicht der Partner ist, der mich glücklich macht. (Das ist ja ein Grund dafür, warum so viele Beziehungen zerbrechen, dieses Mißverständnis, von außen etwas bekommen zu wollen, was von innen kommen muß.)

Also muß das Glück von wo anders herkommen. Aber das Erleben von Glück kann nicht daraus entstehen, daß man etwas unterdrückt, sondern daraus, daß man etwas annimmt, meine ich. Vor allem einmal sich selbst als Ganzheit, denke ich mir. Aus Kampf aber wird immer nur wieder Kampf entstehen...
 
Der Orgasmus dient in sehr vielen Fällen auch dazu, sich wenigstens einmal für einen Moment von den permanenten Magenbeschwerden, die nichts anderes als ein Ausdruck der Angst, der unterschwelligen Wut, der verdrängten Trauer und ähnlicher ungelöster emotionaler Probleme sind, zu entziehen. Mag auch vorübergehend eine Entspannung eintreten, so sind die emotionalen Probleme dadurch überhaupt nicht gelöst. Sie kehren genau so schnell wieder, wie sie verflogen sind. Um diese emotionalen Probleme zu lösen, bedarf es anderer Wege als der Flucht in den Orgasmus.
 
Kinnaree schrieb:
Also muß das Glück von wo anders herkommen. Aber das Erleben von Glück kann nicht daraus entstehen, daß man etwas unterdrückt, sondern daraus, daß man etwas annimmt, meine ich. Vor allem einmal sich selbst als Ganzheit, denke ich mir. Aus Kampf aber wird immer nur wieder Kampf entstehen...

Wie oft soll ich das denn noch wiederholen, dass ein freiwilliger Verzicht kein Unterdrücken ist. Hört ihr mir eigentlich zu? Wer unterdrückt denn bitte sehr denjenigen, der freiwillig verzichtet? Und das was du unter annehmen verstehst, ist in der Regel nichts anderes als als ein Nachgeben der niederen Triebe. Wenn man schwach und willenlos ist, dann gibt man jeder sexuellen Regung nach und nennt das dann annehmen. Der Starke jedoch weist die Sexualität in ihre Schranken und nutzt die sexuelle Energie für sein spirituelles Wachstum.
 
opti schrieb:
Der Starke jedoch weist die Sexualität in ihre Schranken und nutzt die sexuelle Energie für sein spirituelles Wachstum.

Stark sein. In die Schranken weisen. Nutzen.

Wie klingen diese Worte in euren Ohren? (Ich frag jetzt euch alle, nicht nur dich, Opti.) Einfach nur so, zum drüber Nachdenken, was diese Worte in uns wachrufen, was für Bilder da in uns entstehen.
 
Kinnaree schrieb:
Stark sein. In die Schranken weisen. Nutzen.

Wie klingen diese Worte in euren Ohren? (Ich frag jetzt euch alle, nicht nur dich, Opti.) Einfach nur so, zum drüber Nachdenken, was diese Worte in uns wachrufen, was für Bilder da in uns entstehen.

Da brauche ich nicht lange nachzudenken, was diese Bilder bei dir bewirken. Ich wette, du setzt sie mit Unterdrückung gleich. Aber ich wiederhole zum 100.000sten Mal, ich rede von freiwillig gewählter Enthaltsamkeit. Ist das denn so schwer zu verstehen? Muss man denn jedem sexuellen Verlangen gleich nachkommen? Zeugt es von Stärke, wenn man so wenig Selbstbeherrschung besitzt?
 
Ich bin hier zwar noch ziemlich neu,klink mich aber trotzdem ein...
Für mich bedeutet meine freiwillige Enthaltsamkeit kein Kampf oder Verlust...,
eher das ich in mir ruhe,mehr bei mir selber bin....

grundsätzlich lehne ich Sexualität nicht ab...mir ist es sehr wichtig,dass es kein Abreagieren von irgendetwas ist !

Und das göttliche in dem Partner zu sehen,darf nicht fehlen.

Liebe ist schön,bedingungslose Liebe

lieben Gruß
Nenharma
 
Sat Naam schrieb:
10 Sekunden ??? - Nun für die Mehrheit ist das aber schon recht lange.
Nun, für Leute die sonst keine Alternativen haben mag das wohl zutreffen.

Komischerweise hat aber Glücklichsein für mich überhaupt nichts mit einem Orgasmus zu tun.
Glücklichsein ist ein permant-innerer Zustand der durch einen Organsmus lediglich mal kurz sichtbar werden kann. Mehr aber auch nicht.
Zudem, wenn man es richtig anstellt, lassen solche Orgasmen sich auch über mehrere Stunden ausdehnen.
Deswegen braucht man doch nicht direkt davon abhängig werden.
Jou, sehe ich auch so. Glücklichsein ist für mich ein aktiver Zustand, der Orgasmus ein passiver. Wenn ich beim Orgasmus die Energie halte, dann dauert er solange ich das will. Dafür muß ich diese Energie aber auch "annehmen" wollen, ich muß im Hier und Jetzt zu ihre werden und genau da an dem Punkt bleiben. Wenn Du aber immer um das Hier und Jetzt herumkreist und nicht auf den Punkt kommst, dann geht die Energie eben immer aus dem Körper flöten. Tatsächlich kann man bei einem entspannten orgasmus ja jeeeeede Menge Heilenergie überall in den Körper hinleiten und ist danach frei wie ein Vogel, voller Kraft und Dankbarkeit :-)

Liebe Grüße, Christian
 
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Nenharma schrieb:
Ich bin hier zwar noch ziemlich neu,klink mich aber trotzdem ein...
Für mich bedeutet meine freiwillige Enthaltsamkeit kein Kampf oder Verlust...,
eher das ich in mir ruhe,mehr bei mir selber bin....

grundsätzlich lehne ich Sexualität nicht ab...mir ist es sehr wichtig,dass es kein Abreagieren von irgendetwas ist !

Und das göttliche in dem Partner zu sehen,darf nicht fehlen.

Liebe ist schön,bedingungslose Liebe

lieben Gruß
Nenharma
Das Willkommen im Forum überlaß ich der Kinnaree, falls das nicht schon anderswo geschrieben steht und schließe mich dam dann hinterher an :-)
Ich lebe auch enthaltsam, aber das hat sich im Rahmen meiner Partnerschaft ganz einfach durch eine Krankheit meines Freundes so ergeben. Da hatte er eine ganze Weile keine "Lust". Wenn ich aber die Möglichkeit hätte, Kinder zu zeugen, dann sähe das vermutlich anders aus, denn Kinder zu haben ist für mich eine sehr schöne Vorstellung.
Seit wann lebst Du denn enthaltsam? Willst Du erzählen, wie sich das ergeben hat und ob es für Dich eine spirituelle Bedeutung hat außer der Liebe? Wie erlebst Du das?

Liebe Grüße, Christian
 
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