Wir neigen dazu eins mit dem anderen zu verbinden, gleichzeitig werden wir dann aber oft dem nicht mehr gerecht was wir direkt vor uns haben, weil wir einfach zu viel dazu erfinden. Wenn man sich aber mal nur auf den jeweiligen Moment konzentriert, dann kann man darin immer auch Totalität sehen. Das betrifft auch das Thema "Wahrheit". Wahrheit ist eine Erfahrung die jeweils im Moment stattfindet... der nächste Moment kann eine gegenteilige Erfahrung bringen, so dass man sagt: "Eben lag ich falsch"... Die erfahrene Wahrheit ist nicht unbedingt über Zeit hinweg konstant und diese Relativität wird einem klarer, wenn man das alles etwas distanzierter, aber auch gleichwertiger betrachtet.
Wir brauchen sowieso... Man könnte sagen, dass ein grundlegender Mangel von vornherein in uns angelegt ist, der die Basis für jede Art Wille ist. Wir sind zeitlebens damit beschäftigt, diesen empfundenen Mangel auszugleichen.. über das außen... vor allem über Beziehungen zu anderen Menschen, aber auch über das Streben nach materieller Sicherheit usw. Und natürlich löst dann der Verlust einer nahestehenden Person, aber auch der Verlust von z.B. Geld, das Mangelgefühl aus bzw. verstärkt es...
Diese Art der Liebe ist m.A.n. nur Erwachten möglich die nicht mehr die Illusion der Trennung erfahren.. für die alles eins ist, daher auch alles immer in Ordnung genau wie es ist, nichts das verloren gehen oder Schaden anrichten könnte - also ein vollkommen Angstfreier Zustand. Das Paradox dabei ist übrigens, dass "sie" ihre Persönlichkeit nicht verlieren, sie aber als gleichwertig wahrnehmen... und die Persönlichkeit eines Erwachten kann durchaus noch Angst empfinden. Es ist aber keine totale Identifikation mehr da.
Identifikation ist Fokussierung auf "etwas" durch Ausgrenzung des jeweils anderen... Je mehr Bedeutung man dem gibt, womit man identifiziert ist, und Bedeutung gibt man immer dem was man als ursächlich für Glück oder Leid hält, desto weiter geht man in die Identifikation und damit in die Trennung.
Macht man es umgekehrt, erkennt man die objektive Bedeutungslosigkeit bzw. das man sie eben rein subjektiv selbst vergibt, findet ein Ausgleich zwischen "etwas" und "dem anderen" statt... und die Identifikation vermindert sich, Gegenteiliges löst sich dann sogar auf und verschwindet aus der Wahrnehmung. Im Grunde ist das Heilung... Umgekehrt nehmen wir nur wahr, was im Ungleichgewicht ist -> das durch Bedeutung hervorgerufen wird -> die durch den Glauben an Ursächlichkeit geprägt ist... die jeweiligen Überzeugungen ÜBER Ursächlichkeit werden dann wiederum selbst als ursächlich angesehen... ihnen wird Bedeutung gegeben, deshalb wird man sie auch nicht los, obwohl man schon lange weiß dass sie nicht absolut wahr sind.

Das ist übrigens auch ein "Zeitproblem". Das was im Jetzt aus der jeweiligen Perspektive absolut wahr ist, ist auf Zeit gesehen/gedacht nur relativ wahr... da ist es sogar eine Frage der Wahl, bzw. kann der Freiheit der Wahl unterliegen.
Ja... es ist wie ein Blinken zwischen zwei Extremen. Ausdehnung und Kontraktion.
Das halte ich für nicht ganz richtig. Die Angst erzeugt zum einen überhaupt erst die Fassade und sie blockiert auch die vollkommene Klarheit genau jetzt... Sie stößt Dich immer wieder automatisch auf "Ich weiß (jetzt) nicht." , "Ich erkenne (jetzt) nicht." , "Ich kann (jetzt) nicht."
Das ICH ist sozusagen Jetzt... aber es beinhaltet immer auch ein "jetzt-nicht", weil die Wahrnehmung zwischen Ich und Nicht-Ich hin und herpendelt... Nicht-Ich ist ein Gefühl von Objektivität IN Zeit (Erinnerung/Vorstellung). Und DA suchen wir nach Wahrheit... was unmöglich ist. Deshalb bin ich ja der Ansicht, das nur der Mut zu totaler Subjektivität wirklich Erkenntnis bringt, nicht die Suche nach vermeintlicher objektiver und absoluter Wahrheit. Ich glaube, dass es hier nicht um Wahrheit sondern um Erfahrung geht...das es unmöglich ist innerhalb der Wahrnehmung (auch gedanklicher) jemals Wahrheit zu finden. Es sei denn man sagt: Alles ist wahr. Kann man auch...
So... jetzt hab ich meine Doktorarbeit für heute geschrieben.

Aber ist ein sehr interessantes Thema... Sehr umfassend.