…Wenn wir unbedingt von Einklang sprechen wollen, müssen wir feststellen, dass es unser kreatürlicher Wille ist, der mit unserer gegenwärtigen Existenzform im Einklang steht.
Klingt gut. Die kombination kreativ und natürlich hat was. Sie betont unser wirken und den lauf der dinge, der sich dadurch ergibt.
Der andere Wille ist, weltlich betrachtet, nur eine Behauptung, ein Wahn, der sich durch nichts innerhalb unserer objektiven Erfahrungswelt begründen lässt. Er ist ein weltfremdes Konstrukt und mitnichten harmoniefähig.
Ein weltfremdes konstrukt ist er kaum, da er sich durch unser tun ausdrückt. Das, was du schon immer tun wolltest, was dein herz höher schlagen lässt, was durch all dein tun durchschimmert, was unbedingt vollbracht werden will.
Klar, keine Konkurrenz bedeutet Monopol.
Du betonst ganz anders als ich. Keine konkurrenz bedeutet für mich zunächst keinen wettbewerb. Ein gleichschalten, einen blick aufs ganze, von mir aus auf alle parallel laufenden ‚willen‘.
Dann gibt es aber keine Entscheidung zu treffen, da es dann nur einen Willen gibt und wir also sowieso dem "wahren" folgen.
Die ent-scheidung liegt für mich im zusammenführen der willen. Wir folgen ihm nicht, wir vollziehen ihn.
Du darfst den Begriff "Liebe" gerne kursiv setzen, aber das ändert nichts daran, dass er im magischem Kontext leer ist. Er klingt gut und edel für unkritische oder romantische Ohren. Mit Liebe hat er trotzdem nicht mehr zu tun als mit Hass, Freude oder Hunger.
Wenn man diskussionen zum zitat ‚liebe ist das gesetz, liebe unter willen‘ führt, sollte man sich vermutlich auch an den zusammenhängenden inhalt dieses zitates halten, den der kreator damit meinte. Ich denke, bzw. fühle aber, dass - egal welches gesicht die liebe gerade trägt – ihr ein alles umfassendes wesen innewohnt. Hingabe und annahme gehören dazu, auch, wenn das nun nach gefasel klingt.
Liebe im magischen kontext hat nichts mit gut, böse oder edel zu tun. Es ist ein annehmen der tatsachen, so wie sie sind. Wenn dies gelingt, ist es einfacher, den willen zu tun, da weniger widerstand herrscht.
Das ist Haarspalterei, sofern du nicht sagen willst, deine Handlungen hätten nichts mit deinem Willen zu tun. Außerdem unterschlägst du gerade, dass als Königsweg empfohlen wird, sich nach dem sogenannten wahren Willen zu richten, und ich mich darauf bezog.
Du hast von ‚er‘ geschrieben, bzw., was der wille alles tut. Das impliziert bei mir gefühlsmässig, dass ein anderer als du oder ich selbst, aktiv ist/wird. Von dem her ist es für mich keine haarspalterei, genau auf diese art von formulierung zu achten, weil sie auf eigenes - auch unbewusstes - hindeutet. Ich selbst lerne gerade bei eigenen formulierungen sehr viel über mich selbst und meine denke.
So gehört es sich auch und ich habe an keiner Stelle behauptet, du seist der Ansicht, die Wahrheit für dich gepachtet zu haben.
Hier habe ich dich wohl zu ernst genommen und die ironie nicht bemerkt.
Meine Bemerkung spielte auf die Gewohnheit vieler Magier an, Crowley eine besondere Autorität beizumessen, obwohl es m.E. außerhalb religiöser Systeme eigentlich selbstverständlich sein sollte, eigene Wege zu gehen.
Ich glaube nicht, dass magisch handelnde tatsächlich autoritätsgläubig sind. Falls sie das sein sollten, wären wir an dem punkt angekommen, wo magie eben religion ist.
Das sind keine notwendigerweise religiösen Aussagen, wenn man dem Individuum Eigenverantwortung einräumt. Wie kommst du darauf? Natürlich kann man durch eigene Fehler (oder mit Absicht) Schaden nehmen oder sich verheddern, ohne dass ein strafender Gott die Finger im Spiel hat.
Ich gebe dir vollkommen recht.
Gekommen bin ich nur darauf, weil du dem ‚willen‘ - m.e.n - ein eingenleben zuerkannt hast. Es lag deshalb die vermutung nahe, dass du ‚schaden nehmen‘ und ‚nicht nicht weiterkommen‘, ebenfalls mit einem Gott, oder immerhin einer übergeordneten instanz, in verbindung brachtest.