p.s. übrigens ist der ND-Impfstoff, den meine Hühner erhalten auch inaktiv, also nur tote Hülle und trotzdem ansteckend und es gibt eine hohe Mortalität und die Tiere leiden erheblich. Wie kann das angehen? (Ich werde dazu in einem Fachforum nachfragen, hier kennt sich bestimmt keiner damit aus)
Erstens: inaktiv ist nicht das gleiche wie azellulär.
Es gibt im Prinzip zwei Arten von Wirkstoffen, Lebend- und Totimpfstoffe.
Bei Lebendimpfstoffen lebt der Erreger noch, kann also theoretisch die Krankheit hervorrufen. Was heute fast nicht mehr passier ist, dass man den Erreger ganz normal gibt, in kleiner Dosierung (das hat man ganz früher z.B. gegen Pocken gemacht) - das wäre viel zu gefährlich.
Fast alle heutigen Lebendimpfstoffe sind attenuierte Impfstoffe. Das heißt, es sind zwar lebende Erreger, aber sie wurden durch spezielle Behandlungen in ihrer Gefährlichkeit abgeschwächt. Die Gefährlichkeit liegt darin, dass ein Restrisiko von Infektiösität bleibt, dafür ist aber der Abhärtungseffekt am stärksten.
Bei den Totimpfstoffen gibt es viele verschiedene Arten, die wichtigsten sind mal die inaktivierten Impfstoffe - das heißt, dass die Erreger so modifiziert worden sind, dass sie sich entweder nicht vermehren können oder dass sie keine Krankheit hervorrufen können (aber dennoch vom Immunsystem erkannt werden).
Dann gibt es sog. Spaltvakzine - da werden keine ganzen Erreger verabreicht, sondern nur Teilbestandteile des Erregers, die trotzdem erkannt werden.
Der Vorteil von Totimpfungen ist, dass sie keine Krankheit hervorrufen können und generell weniger Nebenwirkungen haben, dafür hält der Impfschutz nicht so lange.
Bei den ND-Impfungen für Hühner gibt es sowohl Lebend- als auch Totimpfstoffe. Die Totimpfstoff sind dabei avirulent, können also keine Krankheit hervorrufen.
Bei den Lebendimpfstoffen gibt es lentogene und mesogene Wirkstoffe. Man verwendet dabei spezielle Stämme des Erregers, die weniger gefährlich sind. Dabei ist die Sache natürlich die; je "näher" der Stamm am "echten" Erregerstamm ist, desto besser und langanhaltender ist die Abwehr. Desto höher ist aber auch die Chance, dass die Krankheit ausbricht, weil der Stamm natürlich eine gewisse Virulenz besitzt. Bei mesogenen Stämmen können daher einige Hühner draufgehen - die, dies überleben, sind dafür gut geschützt. Bei lentogenen Wirkstoffen ist der schützende Effekt geringer, dafür ist die Gefahr eines Ausbruchs durch den Wirkstoff auch geringer.
Wenn deine Hühner also die Krankheit durch die Impfung bekommen, muss es sich um einen Lebendimpfstoff handeln.