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Amarok
Guest
Ähm, das was Du hier beantwortest ist mir bekannt, auch die Rolle des CIA damals, die einige Milliönchen locker gemacht haben, dass Herr Tenzin auch "standesgemäss" eine Bleibe hat.Hierzu gebe ich dir gerne nähere Auskunft. 30.000 Menschen, die ihren Dalai Lama liebten und die Chinesen am Stürmen des Potalapalastes gehindert haben, wurden durch MG-Salven 1959 niedergestreckt. Sie haben die Flucht des Hofes mit ihrem Leben bezahlt. Die Flucht nach Indien erfolgte auf Anraten des Staatsorakels und war auch nicht ganz ungefährlich. Der mitgenommene Schatz, welcher zur Errichtung des Exils beigetragen hat, gehörte dem tibetischen Volk. Den wenigen hundert geflüchteten Exiltibertern folgten tausende über die selbige Route unter Lebensgefahr nach.
Durch eine industrielle Fehlspekulation, die zur Mehrung dieses Geldes dienen sollte, ging ein Großteil dieses Geldes verloren, so daß die Exiltibeter recht früh von Spendeneinnahmen abhängig waren, um sich etwas aufbauen zu können. Daß diese Gelder recht schnell geflossen sind, hat mehrere Gründe, -zum einen, weil es Menschen gibt, die gerne helfen, ganz egal wo und zum anderen, weil sich die Errungenschaften der tibetischen Kultur auch gut verkaufen und vermarkten lassen. Selbst heißes Wasser ist bereits Medizin. Die tibet. Medizin ist zuteils so einfach, als sie auch wirksam ist. Das wird gerade in Ländern, in denen verkopfte Menschen keinen Stein auf dem anderen lassen, nur allzu gern wie ein Wassersaugender Schwamm inhaliert.
Es gäbe da auch zahlreiche Lamas und Mönche, die diese Situation ausgenutzt haben, doch Tenzin selbst ist unter diesen nicht zu finden. Im ist nur der Erhalt des tibetischen Volkes und der tibetischen Kultur ein Anliegen und dies auch zuteils mit fragwürdigen Mitteln, zu denen er im Rückblick aber selber ganz offen steht. Aber es ist natürlich sehr einfach, über jemanden zu urteilen, den man nicht kennt und dessen Heiligenschein nicht ganz astrein ist. Vielleicht sollte man daran erinnern, daß es die Westler waren, die Tenzin diesen Heiligenschein umgehängt haben.
Zur Geschichte der letzen zweitausend jahre Tibets ist zu sagen, daß die schamanische Bön-Kultur vor Einzug der Buddhisten anders strukturiert war. Der Sieg um die Auseinandersetzung am Berg Kailash hat den Buddhisten die Oberhand gewährt und doch wurde Bön nicht geächtet, sondern weitgehend toleriert, ist zuteils auch in den zeremoniellen Gebrauch miteingeflossen.
Das schamanische Staatsgefüge Tibets war ähnlich organisiert wie die keltischen Stammesvölker, im wesentlichen durch einen König und einen zur Seite stehenden Priesterschamanen organisiert. Einige Stämme lebten friedlich von Ackerbau und Viehzucht, andere lebten nomadisch und kriegerisch - Viele kleine Königreiche gleich Clans/Stämmen, die keineswegs eine Einheit bildeten. Die tibetischen Krieger waren ihrerseits sehr gefürchtet (als lokal dominante Streitmacht, ähnl. den Mongolen) und wurden durch alle Nachbarländer geachtet und mit einer gewissen Ehrfurcht respektiert. Tibet ist vor hunderten Jahren in China einmarschiert und jene Stammeskrieger haben damals China in Angst und Schrecken versetzt.
Die Tibeter standen beim Einmarsch Chinas unter Mortar-Beschuss und hatten keine Chance mit ihren Schwertern, Äxten, Lanzen und Donnerbüchsen...einem Heer, das eher nur mehr räpresentativen Charakter hatte, militärisch völlig bedeutungslos.
In den Jahren zuvor, mit denen die tibetische Streitkraft durch Modernisierung zunehmend an Wirksamkeit verloren hat, wurde Tibet aufgrund des aufrechten Respekts seitens aller Nachbarländer auch militärisch vor aussenstehenden Angreifern geschützt. Auf diesen Schutz hat man weitgehend gebaut und die Militärausgaben völlig vernachlässigt, also nicht nur aus buddhist. Gründen einer friedlichen inneren Haltung.
Das hat gleich mehrere Gründe, vor allem aber entwickelte Tibet sich als eine neutrale Pufferzone zwischen gewissen Großmächten.
Dieser Puffer zwischen den Atommächten Indien und China ist nun weggefallen...auf diese unmittelbare Bedrohung hätte Indien auch ganz anders reagieren können - hier wurden sehr viele diplomatische Fäden geknüpft, um eine Eskalation zu verhindern und so wurde die Exilsuche im Gegenzug zu internationaler stillschweigender Aktzeptanz der Annektierung letztendlich von den Chinesen erschwert, aber zumindest toleriert.
China bleibt in seiner Politik geschichtlich gern intern strukturiert. Es gibt Aussagen großer Generäle sämtlicher Heere der Welt, die da sagen, daß sich die Welt warm anziehen kann, wenn die chinesischen Heere zu marschieren beginnen.
Nun ja, vielleicht kann sich die Welt ja bald warm anziehen
Amituofo, Tiger
Die Frage von mir war rhetorisch *zwinker*
