Wie sie geschrieben und wie sie gemeint sind ist oftmals unterschiedlich. Und wie sie beim Leser ankommen, ist sehr oft auch nochmal etwas völlig anderes.
Generell lese ich z.B. in Sätzen, die mit "Wer wirklich will..." beginnen, einen versteckten Vorwurf. Nämlich den Vorwurf, dass diejenigen, die gewisse Erfahrungen nicht machen oder daran zweifeln, eben nicht "wirklich wollen". Dem Leser wird hier so eine Art "des Kaisers neue Kleider"-Suggestion aufgedrängt.
Ob Du das unbewusst oder bewusst getan hast, oder ob Du Dich nur ungeschickt ausgedrückt hast und wirklich keinerlei Groll gegen Zweifler hegst, kann ich objektiv nicht beurteilen; da kann ich nur meinen Gedanken und Gefühlen beim Lesen vertrauen.
Weißt Du, ich bin sauer. Nicht speziel auf Dich, sondern auf Leute, die in diese Kerbe hauen, in die Du (bewusst oder unbewusst, gemeint oder aus Versehen... wie auch immer) gehauen hast. Darum habe ich auch ein "z.B." vor Deinen Namen gesetzt, weil mir solche Argumente, wie ich sie hier kritisiert habe, schon oft begegnet sind. Dein Beitrag (oder zumindest meine Interpretation davon) ließ das nur wieder hochkochen.
Aber auch, nachdem ich Deine Beiträge Nr. 129 und 131 nochmal durchgelesen habe, sehe ich nicht, warum ich sie falsch verstanden haben könnte.
Viele Grüße
Joey
Hi Joey!
Das Problem kenne ich auch, kann da sozusagen "beide Seiten" verstehen. Wenn man mal aus der Aussage, das man sich selbst bemühen und wirklich wollen muss alles was eventuell vorwurfsvoll gemeint sein könnte, rausstreicht, bin ich derselben Meinung. Aber ohne den Umkehrschluß daraus zu ziehen, das diejenigen die es gerne einfach hätten nicht ernsthaft interessiert wären, schließlich wäre es dumm würde man nicht zuerst den schnellsten und einfachsten Weg versuchen. Aber das Problem ist wirklich, das es so nicht funktioniert, was daran liegt das die gesamte Realität vollkommen anders funktioniert als Menschen die von Objektivität überzeugt sind, glauben. Letztlich liegt der Unterschied wirklich in der Ernsthaftigkeit und der Motivation. Du willst ehrlich etwas wissen und suchst, um Deine Fragen beantworten zu können. Und wenn Du Dich nicht entmutigen läßt, wirst Du Antworten bekommen, das ist sicher. Aber viele, die Beweise fordern, haben sich schon auf das "nicht wahrhaben wollen" festgelegt. Sie nutzen Argumente dieser Art lediglich um in einer Diskussion zu punkten. Sie sind gleichzeitig von gewissen Dingen überzeugt, z.B. das es ja einfach sein müsste ihnen ihren Irrtum nachzuweisen, wäre es überhaupt möglich. Aber wenn ihnen auch nur andeutungsweise klar wäre, wie krass die Irrtümer sind, mit denen sie sich jeden Tag den ganzen Tag beschäftigen, und wieviel Irrtum gerade in dem enthalten ist was sie als absolute Wahrheiten ansehen, wäre auch klar das die bisherigen Paradigmen ihres Denkens falsch sind, worauf die grundlegende Richtung der Suche basiert. Das "falsch" ist keine Wertung im Sinne von "wie blöd kann man sein", aber wenn jemand ernsthaft sucht wird die Richtung sowie das Denken immer mehr geändert. Ich weiß das von mir selbst. Um das zu tun bedarf es einer grundlegenden Offenheit jedes Ergebnis zu wollen, einfach um der Wahrheit willen, denn Selbstbetrug ist genau das was sowieso die ganze Zeit stattfindet. Die Wahrheit und Antworten auf jede Frage, sind nicht etwas das man suchen muss wie etwas das versteckt ist, sondern man muss die Mechanismen verstehen und und dadurch unwirksam werden lassen, die man selbst "automatisch" benutzt, um die Wahrheit zu verstecken. Das "nach innen hören" wird keine konkrete Antwort bringen auf eine konkrete Frage, wie Du sie hast. Aber je mehr Du verstehst wie Du denkst, wie es sich anfühlt etwas zu glauben und etwas anderes nicht zu glauben, und v.a. die eigene Motivation wirklich kennen zu lernen, desto mehr Klarheit wird von selbst kommen. Und als wäre es Magie, werden dann auch von außen Antworten auftauchen. Und genau das ist natürlich wieder etwas, das schwer zu glauben ist, das ist mir klar. Aber es funktioniert schlicht und einfach gar nicht anders. Aus dem Außen kommen die Antworten erst dann, wenn eine gewisse Klärung da ist.
Du kannst Dir z.B. mal bei Dir selbst anschauen, inwiefern Du glaubst das die Antwort auf Deine Frage was den Kontakt mit Verstorbenen angeht, eher einm "Ja, es ist möglich." entspricht oder dem Gegenteil und warum. Und wenn Du dann versuchst mal alle Gründe wegzulassen, Dir diese Frage stellst unter der Annahme das Du absolut gar nichts weißt was Dir helfen könnte diese Frage zu beantworten und daher alle Vermutungen beiseite schiebst, nur zu fühlen versuchst, in welche Richtung Du tendierst, wird Dir das natürlich keine objektive Antwort oder Sicherheit bringen, aber dann hast Du die grundlegende Richtung. Und das Außen wird Dir genau dieses Gefühl wiederspiegeln. Ist es vollkommene Unsicherheit wird diese Unsicherheit bestätigt. Und dieses Gefühl ist der Punkt wo Klärung ansetzen muss. Wenn Du dieses Wahrscheinlichkeits-Gefühl in die Richtung Deines Willens verschieben kannst, was ein Prozess ist aber nicht lange dauern muss, wirst Du auch sehen wie Dir auf einmal Informationen begegnen die Dir auch auf intellektueller Ebene Klarheit verschaffen.
Ich weiß nicht, wie klar ich jetzt machen konnte was ich meine... Es ist nicht so kompliziert wie es sich anhört. Und Du wirst sicher jede Menge Zweifel haben, dass das mehr als nur Quatsch ist... aber anstatt den Zweifeln zu glauben oder sie zu übergehen... schau Dir doch mal genau diese Prozess an. Du zweifelst nämlich automatisch. Du entscheidest Dich nicht dazu. Du bewertest Wahrheiten vollkommen subjektiv auf der Basis von subjektiven Informationen aus der Vergangenheit die Du für wahr hältst weil Du sie nie hinterfragt hast. Das ist z.B. auch ein Schritt zur Klärung: Zweifel anschauen ohne ihnen gegenüber einen Standpunkt einzunehmen, also zu glauben oder nicht zu glauben.
VG,
C.