Hass-Postings: "Dagegen halten - Mund aufmachen" - Anja Reschke

Grauer Wolf hasst nicht die Menschen, sondern schaut bekümmert zu, wie die Spezies Mensch sich selbst alle Lebensgrundlage zerstört. Und somit letztendlich sich selbst ausrottet.

Menschen, die Menschen hassen, wollen sie foltern und ermorden, weil sie nicht so sein wollen, wie es gefordert ist. Das nennt man Anpassungsdruck und: "Willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein."

Das ist Hass, diese Motivation. Wie der IS sie betreibt, wie Regimes ihre eigenen Einwohner misshandeln in vielen Staaten auf der Welt.

Der Weg zur wirklicher Toleranz ist sehr viel schwerer, als sich genüßlich und je nach Gesellschaft auf die "richtige" Seite der moralinsauer flexiblen und künstlich erdachten Ethik zu begeben, nur um zeitgleich auf die "Gegenseite" draufzuschlagen wie bekloppt. Da wirkt der Spruch: "Wer nicht mein absoluter Freund ist, ist mein Feind."

DAS genau aber ist derselbe Unsinn, den auch die Extremisten und Rechtsradikalen begehen, nur von der "gut meinenden" Seite. Arno Gruen hat bei Rebellen, die ja eigentlich für eine "gute Sache" einstehen, haargenau dieselben Muster gefunden, wie bei den Nazis. Gewaltbereitschaft ist hier genauso schnell Thema wie dort.

Was im Grunde nicht ausgehalten wird, sind die jeweils menschlichen Facetten und Bedürfnisse, die alle Menschen miteinander teilen, nur unterschiedlich argumentieren. Wenn dann die jeweiligen Seiten gezeigt werden, ruft es jene unreflektierten Menschen auf den Plan, die andere Sichtweisen und Meinungen schlicht nicht ertragen, weil sie es sich selbst nicht erlauben. Und dann werden Sündenböcke gsucht, als Stellvertreter, auf die man verbal oder auch konkret losprügeln kann.

So ein Verhalten ist dumm und fördert Gewalt.

Der Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid ist gemeinhin der, dass Mitleid zum Handeln antreibt, Mitgefühl jedoch nicht. Mitgefühl erträgt all die Grausamkeiten die es gibt in derWelt, auch in dem Wissen, die Welt nicht retten zu können.

Mitleid tut das nicht und so fördert Mitleid die Gewaltbereitschaft unter Menschen. Denn Mitleid fodert, dass unangenehme Empfindungen weg sollen, um jeden Preis, auch den, selbst Gewalt anzuwenden oder zu tolerieren.

Mitgefühl beschränkt sich nicht auf nur eine Gruppe oder nur die Spezies Mensch, sondern ist allumfassend. Das ist der Weg, egal wie sauer einem aufstößt, welche Meinungen andere Menschen auch vertreten mögen. Mitgefühl ist fähig zuzuhören, gelassen und innerlich ruhig zu bleiben. Genau daran mangelt es auf dieser Welt unter Menschen. Deshalb werden die Lösungen für Konflikte nur so ausgehen können, wie es derzeit geschieht.

Lg
Any

Bekümmert zusehen kann er nur vor dem Fernseher, sonst müsste er die Welt bereisen.
Ausgerottet ist der Mensch nicht soviel ich sehe.
Angst gebiert den Hass.

Und ja, es ist immer die Frage wie geht jeder persönlich mit (s)einer Angst um.
 
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Bekümmert zusehen kann er nur vor dem Fernseher, sonst müsste er die Welt bereisen.
Ausgerottet ist der Mensch nicht soviel ich sehe.
Angst gebiert den Hass.

Und ja, es ist immer die Frage wie geht jeder persönlich mit (s)einer Angst um.

Ja, und ich sehe bei keinem hier, die sich kritisch geäussert haben, auch nur annähernd sowas wie Angst oder gar Hass. Besorgnis schon. Die kann aber auch begründet werden, Ungerechtigkeiten aufgedeckt werden, politische Entscheidungen in Ruhe beschaut usw.

Ich habe übrigens keine Angst.

LG
Any
 
Oh nein Wolf, mir kämen derartige Gedanken niemals in den Kopf. & zum Glück ist mir persönlich noch nie ein Mensch begegnet, der die Menschen derartig hasst wie du es tust.
Ich könnte mir vorstellen, daß dir da die Flüchtlinge als Ventil gerade recht kommen.
Wolf hasst die Menschen nicht, nein, er möchte einfach nur SEINE Ruhe haben. Verkehrt oder nicht, keine Ahnung.



Populationsdynamik ist das Stichwort. Keine Tierart hilft Artgenossen, im eigenen Lebensraum Fuß zu fassen und damit auf Dauer die eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Der scheinbare Altruismus ist in meinen Augen gefährlicher Wahnsinn und zeugt nicht gerade von Überlebenswillen: Man sägt am Ast, auf dem man sitzt und fühlt sich auch noch toll dabei...

LG
Grauer Wolf
Jetzt mal langsam, verehrter Wolf,
  1. Erstmal sind wir MENSCHEN und keine TIERART und zweitens kommen zwar Artgenossen, aber menschlich geprägte Artgenossen, meinetwegen auch ohne Genossen. Und was heißt da schon eigener Lebensraum? Terra ist unser aller gemeinsamer Lebensraum und wenn wir das nicht hinbekommen, auf vernünftige Art und Weise für alle, brachen wir wahrscheinlich auch Terra nicht mehr.
  2. Zum Überlebenswillen. Ein Tier, im Gegensatz zu den meisten Menschen, lebt nur im Jetzt und hat daher den Tod nicht unentwegt vor augen so wie der Mensch.
  3. Zum Astsägen, lieber Wolf. Unabhängig davon, wer, wann, wo sägt, es ist, auf Dauer gesehen, egal. Helfen wir, ist es wohl sch..., helfen wir nicht, wohl auch.
 
JEDER der hier "Gutmensch" als Schimpfwort benutzte, hat nicht seine Angst, sondern seinen Hass zum Ausdruck gebracht.
Zudem ging es hier größtenteils eh nur ums eigene Geld.:rolleyes:
Unsinn.

Und klar geht es den Menschen um das eigene Leben. Es muss nicht jeder Mensch ein Leben auf H4-Niveau toll finden und bereit sein, alles darüber hinaus wegzugeben. ;)
 
Du missverstehst mich ziemlich konstant. ;) Ich habe nicht gesagt, dass Chaplins Satire, der gesamte Film vor der Rede, gestrichen werden sollte. Ich habe gesagt dass ich diese Art der Satire für ein Meisterwerk halte weil sie wirklich entlarvend ist, und das gleich auf mehreren Ebenen. Das ist ein ganz anderes Niveau als das was ich bei Kalkofe und generell kritisiere, denn das Geplapper über Intelligenz-Mängel ist nicht nur nicht entlarvend sondern streut Sand in die Augen. Das ist billig und kontraproduktiv.

Zweitens: Ich habe auch nicht gesagt, dass die Deutschen lammfromme Kinderchen waren die erst durch Propaganda verändert wurden. Das waren ganz normale Menschen die instrumentalisiert werden konnten weil sie glaubten was ihnen eingetrichtert wurde. Die erlittenen Demütigungen und die wirtschaftlichen Existenzängste machten sie dazu noch hochgradig empfänglich. Aber verstanden was geschah und was geplant war haben sie nicht, und man muss ihnen zugute halten, dass es damals weit weniger Mittel gab sich zu informieren und zu organisieren als heute. Und ich bezweifle, dass viele Deutsche den Chaplin-Film sehen oder auch nur hören konnten.

Das Chaplin den Film drehte bevor er von vielem wusste macht ihn umso erstaunlicher. Denn auch wenn einige Szenen unangemessen erscheinen wenn man den Kontext betrachtet wie wir ihn heute kennen, hat er v.a. Hitler auf eine Art gezeigt wie er eigentlich erst viel später gesehen werden konnte. Da hat er eine Menschenkenntnis bewiesen die wirklich erstaunlich ist. Der Schauspieler hat den Schauspieler entlarvt und die wahnhafte Gestalt dahinter gleich mit.

Und nur nebenbei: Chaplin hat auch das System der USA aufs Korn genommen und wurde wegen unamerikanischer Umtriebe dann auch gleich mal ausgebürgert. Den Promi, vergleichbar groß wie Chaplin es war, der das kriminelle System mal wirklich angreift würde ich gerne mal sehen. Bisher gibts v.a. Prominente die zwar den Moralapostel raushängen lassen, aber so kritisch sind wie Pudel die an enger Leine geführt werden.

Nur mal als Beispiel für die Sauce die wir hier täglich übergeschüttet bekommen:

Das sagt Til Schweiger zur Merkel-Rede

(...)

BILD bat den Schauspieler, seine ganz persönlichen Kommentare zu den wichtigsten Aussagen der Bundeskanzlerin zu schreiben.

Angela Merkel:
"Wir sind mit Bildern konfrontiert, die unsere Vorstellungen und die unsere Kraft übersteigen."

Til Schweiger:
"Da hat die Kanzlerin recht. Es sollten aber noch viel mehr Bilder gezeigt werden. Viele Menschen in Deutschland können sich immer noch nicht vorstellen, was Flüchtlinge durchleiden. Ihnen fehlt einfach die Vorstellungskraft."

Merkel:
"Wir haben das Grundrecht auf Asyl, auf das wir sehr stolz sein können... Wir achten die Menschenwürde jedes Einzelnen."

Schweiger:
"Auf dieses Recht bin ich auch sehr stolz – und es gilt mit allen Anstrengungen dieses Recht und die Würde der Menschen zu verteidigen."

Merkel:
"Wir wenden uns mit aller Härte gegen alle, die pöbeln, Menschen bedrohen.. (Wiederholt Sätze der Neujahrsansprache): Folgen Sie denen nicht. Zu oft ist Kälte, ja Hass in ihren Herzen."

Schweiger:
"Gut, dass Frau Merkel das mal so direkt anspricht. Ich hoffe, dass auf Worte Taten folgen."

Merkel:
"Wir stehen vor einer großen nationalen Aufgabe.“ (…) "Deutschland ist ein starkes Land. Unser Motiv muss sein: Wir schaffen das!"

Schweiger:
"Das sehe ich auch so. Ich wünsche mir, dass die Politiker unser starkes Land mehr motivieren, anstatt Angst zu machen. Viele Menschen haben noch nie einen Flüchtling gesehen, noch nie gesehen, wie schreiende, blutende Kinder durch Aleppo rennen. Wir müssen mehr Verständnis bei den Menschen erreichen, Mut machen, dass wir das zusammen gewuppt kriegen!"

Merkel:
"Europa als Ganzes muss sich bewegen Es kann nicht sein, dass jemand sagt, da mache ich nicht mit."

Schweiger:
"Das unterstreiche ich zu 100 Prozent! Es ist ein absolutes No-Go, dass viele Länder einfach sagen: Ätschibätsch! Kümmert ihr euch mal alleine um die Flüchtlinge, wir halten uns da raus! Es ist klar, dass Deutschland mehr tun muss als zum Beispiel Griechenland, weil wir wirtschaftlich besser dastehen. Aber es kann nicht alles auf unseren Schultern lasten. Europa muss diese Herausforderung gemeinsam stemmen!"

Merkel:
"Wir müssen jetzt unsere humanitäre Pflicht erfüllen."

Schweiger:
"Richtig! Unsere Pflicht ist es, Menschen, die vor Terror und Krieg fliehen, Schutz zu gewähren. Die Deutschen waren auch mal auf der Flucht - und wer weiß, ob sie nicht noch mal irgendwann fliehen müssen."

Merkel:
"Mit Furcht gehe ich sowieso nicht an die Sache ran."

Schweiger:
"Furcht ist sowieso immer ein schlechter Begleiter."

Merkel:
"Ein Einwanderungsgesetz ist jetzt nicht das Vordringlichste. Ich rate dazu, erst einmal zu schauen, was wir noch brauchen."

Schweiger:
"Mit dem Einwanderungsgesetz kenne ich mich zu wenig aus, kann dazu also nicht sagen."

Merkel:
"Man muss es auch schaffen, dass diejenigen, die keine Bleibeperspektive haben, schnell in ihre Länder zurückgeführt werden."

Schweiger:
"Ich denke, dass die Menschen, bei denen Leib und Leben bedroht ist, hier bleiben dürfen. Aber wenn das Gesetz es so sieht, dass es bei jemanden nicht so ist – zum Beispiel bei Menschen, die innerhalb Europas flüchten – bin ich auch dafür, dass diese Menschen schnell zurückgeführt werden."

http://www.bild.de/politik/inland/til-schweiger/das-sagt-er-zur-merkel-rede-42401460.bild.html



Da hat man dann gleich alles auf einen Blick. Eine Bundeskanzlerinnen-Schauspielerinnen die am liebsten nichts sagt und auch nichts sagt wenn sie was sagt, ein Promi als moralische Instanz der außer Zustimmung zu jedem einzelnen Punkt absolut nichts zu sagen hat und sich für diese Farce instrumentalisieren lässt, und das alles wird uns von der auflagenstärksten Mist-Zeitung präsentiert die Deutschland zu bieten hat. Würden Til und Angie nen Porno drehen... das wäre tiefgründiger als die Sülze die die beiden abliefern.

Das ist leider zu oft das Niveau der derzeitigen Debatte.


Das mag die "Bildversion" eines Schweigers sein.... zum Ganzen Bild gehört aber auch so ein sehr viel authentischerer Auftritt in welchem er diverse Aspekte gesamtheitlich anspricht (Bankenrettung durch Steuergelder, Abschaffung des Solis im Hinblick auf Potential eines neuen Verwendungszweck, Mitverantwortlichkeit der USA, politische- für den Bürger irritierende Untätigkeit, Reichtum Europas, Griechenland-Debatte, usw...) man merkt ihm deutlich seinen Umtrieb und Betroffenheit an- und je unpolitscher intellektuell pointiert, desto menschlicher, letztlich wieder auch politischer der Appell.... eben ein Spiegel des Bürgers der groben Mitte:

 
Das mag die "Bildversion" eines Schweigers sein.... zum Ganzen Bild gehört aber auch so ein sehr viel authentischerer Auftritt in welchem er diverse Aspekte gesamtheitlich anspricht (Bankenrettung durch Steuergelder, Abschaffung des Solis im Hinblick auf Potential eines neuen Verwendungszweck, Mitverantwortlichkeit der USA, politische- für den Bürger irritierende Untätigkeit, Reichtum Europas, Griechenland-Debatte, usw...) man merkt ihm deutlich seinen Umtrieb und Betroffenheit an- und je unpolitscher intellektuell pointiert, desto menschlicher, letztlich wieder auch politischer der Appell.... eben ein Spiegel des Bürgers der groben Mitte:

Ich mag zwar Till Schweiger nicht, aber diesmal hat er recht.
 
Populationsdynamik ist das Stichwort. Keine Tierart hilft Artgenossen, im eigenen Lebensraum Fuß zu fassen und damit auf Dauer die eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Der scheinbare Altruismus ist in meinen Augen gefährlicher Wahnsinn und zeugt nicht gerade von Überlebenswillen: Man sägt am Ast, auf dem man sitzt und fühlt sich auch noch toll dabei...

LG
Grauer Wolf

In dieser sozialdarwinistisch verbrämten Rechtfertigung für Ausgrenzung verwechselst Du soziologische Probleme mit biologischen, bzw. versuchst biologisch motivierte Antworten auf soziale Fragen zu geben. Das ist, mit Verlaub, hirnrissig.
„Eine neue, im höchsten Grad aktuelle Legitimation des Sozialdarwinismus, erhielt dieser aber erst später durch einen Biologismus, welcher dem Herrschaftsanspruch einer immer noch im Erstarken begriffenen DNS-Welt entstammt, sich also einer genetischen Argumentation bedient, welche der neuen Sozialbiologie inhärent verhaftet ist. Die grundsätzliche Gefahr einer „Hybridwissenschaft“ wie die dieser Form der Soziobiologie ist, dass soziale Probleme so behandelt werden, als wären sie biologische Probleme. Diese Biologisierung des Sozialen hatte verheerende Folgen, welche im Sozialdarwinismus ihre brutalen Konsequenzen offenbarten in dem z.B. der vertierte Mensch auf das Podest gehoben wurde.“(A.J. Krafczyk, 2002)
Nochmal: Das, was uns von unseren Vorfahren (Homo Sapiens, die z.B. vor 10.000 Jahren lebten) unterscheidet, ist nicht die Biologie sondern die kulturelle Evolution.
Was Tierarten ohne kulturelle Evolution auf Grund ihrer Ausstattung gezwungen sind zu tun oder zu lassen, ist für die Fragen des menschlichen Soziallebens weitgehend irrelevant, da wir als Tierart eben über dieses rein biologische hinausgewachsen sind.
Konrad Lorenz beschreibt vier großen Schichten des evolutiven Seins (z.B.: „Die Rückseite des Spiegels“):
Zuunterst und Grundlage von allem das Anorganische, darauf aufbauend das Organische, als weiter Schicht das Emotionale und das (Raum-)Bewusstsein und dann das Geistige (incl. soziokultureller Fähigkeiten).
Von Schicht zu Schicht, über jeden Einschnitt hinweg, finden wir dasselbe Verhältnis des Aufruhens, der Bedingtheit >von unten< her, und doch zugleich der Selbständigkeit des Aufruhenden in seiner Eigengeformtheit und Eigengesetzlichkeit
 
Wolf hasst die Menschen nicht
Nein???
Sorry, aber das hier sind m.E. fremdenfeindliche Aussagen:

Meinst Du, das stört die linksgrünen Gutmenschen?
Und natürlich der obligatorische Versuch, sich bei Privatleuten einzunisten:
Mach endlich mal die Augen auf, werd wach und und schau der Realität ins Gesicht! Wahrscheinlich denke ich realistischer als so mancher, der jeden Hergelaufenen hier willkommen heißen will, weil ich die Folgen sehe.
Das Geld der bösen, verdorbenen, dekadenten Westler nimmt man doch gerne und reichlich! Von "integrieren wollen" kann gar keine Rede sein...
Die einzig vernünftige Vorgehensweise. Illegale haben in Spanien resp. in der EU nichts zu suchen. Hoffentlich ziehen die Spanier das durch!

Ich könnte noch viele, viele Aussagen mehr zusammen tragen, muß jedoch jetzt los.
 
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In dieser sozialdarwinistisch verbrämten Rechtfertigung für Ausgrenzung verwechselst Du soziologische Probleme mit biologischen, bzw. versuchst biologisch motivierte Antworten auf soziale Fragen zu geben. Das ist, mit Verlaub, hirnrissig.
„Eine neue, im höchsten Grad aktuelle Legitimation des Sozialdarwinismus, erhielt dieser aber erst später durch einen Biologismus, welcher dem Herrschaftsanspruch einer immer noch im Erstarken begriffenen DNS-Welt entstammt, sich also einer genetischen Argumentation bedient, welche der neuen Sozialbiologie inhärent verhaftet ist. Die grundsätzliche Gefahr einer „Hybridwissenschaft“ wie die dieser Form der Soziobiologie ist, dass soziale Probleme so behandelt werden, als wären sie biologische Probleme. Diese Biologisierung des Sozialen hatte verheerende Folgen, welche im Sozialdarwinismus ihre brutalen Konsequenzen offenbarten in dem z.B. der vertierte Mensch auf das Podest gehoben wurde.“(A.J. Krafczyk, 2002)
Nochmal: Das, was uns von unseren Vorfahren (Homo Sapiens, die z.B. vor 10.000 Jahren lebten) unterscheidet, ist nicht die Biologie sondern die kulturelle Evolution.
Was Tierarten ohne kulturelle Evolution auf Grund ihrer Ausstattung gezwungen sind zu tun oder zu lassen, ist für die Fragen des menschlichen Soziallebens weitgehend irrelevant, da wir als Tierart eben über dieses rein biologische hinausgewachsen sind.
Konrad Lorenz beschreibt vier großen Schichten des evolutiven Seins (z.B.: „Die Rückseite des Spiegels“):
Zuunterst und Grundlage von allem das Anorganische, darauf aufbauend das Organische, als weiter Schicht das Emotionale und das (Raum-)Bewusstsein und dann das Geistige (incl. soziokultureller Fähigkeiten).
Von Schicht zu Schicht, über jeden Einschnitt hinweg, finden wir dasselbe Verhältnis des Aufruhens, der Bedingtheit >von unten< her, und doch zugleich der Selbständigkeit des Aufruhenden in seiner Eigengeformtheit und Eigengesetzlichkeit
Einer der besten Beiträge, die ich hier bisher gelesen habe. Respekt.(y)
 
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