Dispersio
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Kurze Zusammenfassung von Teil 1.
Im ersten Teil ging es darum, dass wir die Welt nicht einfach direkt wahrnehmen, sondern dass unser Erleben fortlaufend entsteht.
Unser Gehirn macht die Welt für uns verständlich, indem es Dinge einordnet und ihnen Bedeutung gibt. Dabei nehmen wir nicht einfach nur wahr, was da ist, sondern wir deuten es automatisch und erleben diese Deutung als Wirklichkeit. Wie Wirklichkeit für uns entsteht, ergibt sich aus dem Zusammenhang und aus dem, was wir gelernt haben. Ein und dasselbe kann deshalb unterschiedlich erscheinen, je nachdem, in welchem Kontext wir es sehen.
Gleichzeitig spielt der Körper eine zentrale Rolle.
Aus inneren Signalen entsteht ein Grundgefühl, ein Hintergrundzustand von angenehm oder unangenehm, ruhig oder angespannt. Erst im Zusammenspiel von Körperzustand, Erfahrung und Einordnung entsteht eine konkrete Emotion.
Umgekehrt ist es genauso wichtig zu erkennen, dass in jeder Emotion auch immer ein Anteil des Körperzustands steckt. Was wir fühlen, kommt nicht nur aus der Situation, sondern auch aus dem Zustand, in dem sich unser Körper gerade befindet.
Das Gehirn arbeitet vorausschauend. Es bildet Annahmen darüber, was passiert, und gleicht sie mit den Sinneseindrücken ab. Passt etwas nicht, wird die Annahme angepasst, die Situation anders verstanden oder durch Handeln verändert.
Unter anhaltender Belastung wird dieses System starrer. Annahmen werden einseitiger und weniger flexibel und gehen unter Belastung häufiger mit negativen Bewertungen einher. Die Wahrnehmung verengt sich und der Körper bleibt in Anspannung. So kann sich ein Kreislauf entwickeln, in dem sich belastende Zustände immer wieder selbst bestätigen.
Wichtig ist: Unser innerer Zustand färbt, wie wir die Welt erleben, ohne dass sich die Welt selbst unbedingt verändert. Es fühlt sich dann so an, als wäre sie tatsächlich so, obwohl sie stark von unserem Zustand geprägt ist.
An diesem Punkt setzt die Übung an:
- kurz innehalten,
- den Körper wahrnehmen,
- den Zustand als vorübergehendes Grundgefühl erkennen,
- körperliche Ursachen prüfen,
- die erste Deutung hinterfragen,
- andere Möglichkeiten zulassen
- und den Körper bewusst regulieren.
So entsteht Abstand zur automatischen Reaktion.
Das, was wir erleben, wirkt unmittelbar und real, ist aber bereits das Ergebnis eines inneren Prozesses.
Wenn man das erkennt, entsteht mehr Klarheit, Leichtigkeit und Spielraum im Umgang mit sich selbst und der Welt.
Ende Teil 1