Existiert eine Seele?

Das Dumme ist, dass alle Denken, dass die Seele über den Verstand erklärt werden kann. Daher können sie die Existenz einer Seele nie wirklich erklären, weil sie mit dem falschen Messinstrument, nämlich mit dem Verstand daran gehen.
Da der Verstand nicht besonders helle ist und auch recht unmoralisch sein kann, ist es gut, dass er nicht seinen Urheber lokalisieren kann.

Man sollte dabei schauen, wo der Verstand eines Toten bleibt, wenn sein Aktivator weicht. Das Gehirn wird dann Frass für die Würmer und nicht mehr in der Lage, Gedanken zu verarbeiten.....wie ein Computer, den man vom Stecker nimmt, gibt er den Geist auf.

Das Gehirn kann, wie der Computer manipuliert werden, solange er noch Strom von wo her bekommt. Bei Stromausfall kann kommen was will und das Ding regt sich genau so wenig, wie der Computer, der kein Strom bekommt.

Und das ist daher so, weil ein Produkt seinen Produzenten nicht auf der Produktebene verstehen kann. Aus dem selben Grund versteht es auch nicht, dass es ein Produkt ist und nicht der Produzent.

Wenn der Strom sich fragt, was er ist, und schaut, ob er denn die Hardware oder die Software ist, wird er nie begreifen, dass er eben ihr Aktivator ist.

Wow, das war so ziemlich der beste und eingängigste Beitrag im ganzen Thread! :thumbup:
 
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Weil wir die Ursprünge willkürlicher Handlungen nicht so präzise lokalisieren und damit nicht so präzise manipulieren können.

Immerhin bekennst Du, dass noch so manche relevante Frage völlig offen ist in der neurowissenschaftlichen Disziplin. Natürlich offeriert diese Unkenntnis auch eine gewisse Interpretationsfreiheit.

Ich sehe keinen Anlass, an eine parallelistische Seele zu glauben, die keinerlei Einfluss auf den menschlichen Organismus oder im Speziellen aufs Gehirn nehmen kann. Warum sollte ich eine derartige Psyche postulieren? Das widerspräche Ockhams Rasiermesser. Es existieren keinerlei Evidenzen für die reale Existenz einer so definierten Seele.

Für mich ist entweder der interaktionistische Substanzdualismus oder der Materialismus Realität. Ich sehe keine plausible Alternative. Eine des Interagierens mit der physikalischen Sphäre unfähige Seele ist gleichzeitig prinzipiell nicht falsifizierbar. Daher lehne ich eine solche Definition der Psyche ab.

Mit der Distanzierung vom Dualismus müsste ich mich jedoch von verschiedenen Aspekten der Religiosität und der Spiritualität verabschieden! Der pure Naturalismus bzw. Materialismus ist allerdings kalt und tot. Er erfüllt keine religiösen Emotionen und Bedürfnisse!
 
Immerhin bekennst Du, dass noch so manche relevante Frage völlig offen ist in der neurowissenschaftlichen Disziplin. Natürlich offeriert diese Unkenntnis auch eine gewisse Interpretationsfreiheit.

Natürlich gibt es relevante offene Fragen. Darum wird ja auch noch weiter geforscht. Kein Wissenschaftler wird die Existenz offener Fragen dementieren.

Ich sehe keinen Anlass, an eine parallelistische Seele zu glauben, die keinerlei Einfluss auf den menschlichen Organismus oder im Speziellen aufs Gehirn nehmen kann. Warum sollte ich eine derartige Psyche postulieren? Das widerspräche Ockhams Rasiermesser. Es existieren keinerlei Evidenzen für die reale Existenz einer so definierten Seele.

Für mich ist entweder der interaktionistische Substanzdualismus oder der Materialismus Realität. Ich sehe keine plausible Alternative. Eine des Interagierens mit der physikalischen Sphäre unfähige Seele ist gleichzeitig prinzipiell nicht falsifizierbar. Daher lehne ich eine solche Definition der Psyche ab.

Wie passt überhaupt eine Seele mit Ockhams Rasiermesser zusammen? Hier wird ja gerade etwas neues postuliert... ein Problemlöser zu einem Problem - was Ockhams Rasiermesser ja verhindern soll.

Mit der Distanzierung vom Dualismus müsste ich mich jedoch von verschiedenen Aspekten der Religiosität und der Spiritualität verabschieden! Der pure Naturalismus bzw. Materialismus ist allerdings kalt und tot. Er erfüllt keine religiösen Emotionen und Bedürfnisse!

Jain.

Wenn ich an vielen Beispielen sehe, wie einfachste Prämissen komplexe Folgen haben, so empfinde ich das sehr ästhetisch und elegant.

Du hast aber Recht: Materialismus nimmt Hoffnung auf z.B. ein Weiterleben nach dem Tod. In lauen Momenten hege ich auch immer wieder die Hoffnung, mit meinem Unglauben falsch zu liegen. In keinem anderen Punkt wäre ich froher, mich zu irren.

Die Frage ist aber: Schert sich die Realität um unsere religiösen Hoffnungen und Gefühle? Nein, tut sie leider nicht. Wie ich schon schrieb: Es ist wie es ist - unabhängig von Wünschen und Hoffnungen, aber auch unabhängig von Zweifeln. Warum es wissenschaftlich sinnvoller ist, nicht von einer Seele auszugehen (und warum ich auch nicht dran glaube), habe ich schon beschrieben.
 
Wenn ich an vielen Beispielen sehe, wie einfachste Prämissen komplexe Folgen haben, so empfinde ich das sehr ästhetisch und elegant.

Gewiss kann man die Faszination, die sich auf die enorme Kompexität unseres Universums bezieht, als religiöses oder spirituelles Gefühl definieren. So verfuhren ja auch manche renommierte Wissenschaftler wie beispielsweise Albert Einstein. Religion bedeutet für mich jedoch etwas anderes.

In lauen Momenten hege ich auch immer wieder die Hoffnung, mit meinem Unglauben falsch zu liegen. In keinem anderen Punkt wäre ich froher, mich zu irren.

Ich auch...
 
Gewiss kann man die Faszination, die sich auf die enorme Kompexität unseres Universums bezieht, als religiöses oder spirituelles Gefühl definieren. So verfuhren ja auch manche renommierte Wissenschaftler wie beispielsweise Albert Einstein. Religion bedeutet für mich jedoch etwas anderes.

Was bedeutet Religion denn für Dich? Und was hat Religion mit Wahrheitssuche zu tun?
 
Was bedeutet Religion denn für Dich? Und was hat Religion mit Wahrheitssuche zu tun?

Religion beinhaltet den Weg zu Gott, zum Schöpfer des Universums und unserer Existenz. Eine Religion basiert in aller Regel auf diversen Axiomen bzw. Dogmen, also auf Prämissen, die als wahr vorausgesetzt werden.

Das Fundament der christlichen Religion ist die Bibel, welche als das Wort Gottes interpretiert wird. Durch die verschiedenen Autoren der biblischen Zeilen offenbart sich Gott, um sozialen Gesellschaften eine moralische Struktur und Organisation zu verleihen, aber auch, damit wir in einer Beziehung zu Gott leben können. Zugleich verheißt er die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und schenkt den Gläubigen einen religiösen Sinn ihres Lebens.
 
Nur wusste ich nichts von dieser Sache. Genetisch kann die Info nicht in mir aufgetaucht sein, da ich nicht von dieser Kultur genetisch stamme. Gehört habe ich auch noch nie zuvor von dieser Idee. Wie aber kam ich darauf? Und dann auch noch detaillliert so, wie die es damals gelebt haben?

Mir ist es auch schon öfters so gegangen.
Nun man könnte es sich einfach machen und sagen man hatte zufällig die gleiche Idee. Genau betrachet existiert aber "echter Zufall" garnicht, da alles eine Ursache hat. Zufall ist eigenlich nur eine Unvorhersehbarkeit.

Information steckt ja auch nicht nur in den Genen, sondern überall drin.
Wenn etwas informiert wird, so ist eben nicht nur dieser kleine erkennbare (oder Messbare) Bereich informiert, sondern wie schon erwähnt eben alles (das Universum). Also überall zur gleichen Zeit.
Und neues Leben beginnt ja wie erwähnt nie bei Null...

Wer kann schon sagen wo welche Informationen was verursachen?
Egal aus welcher Basis Deine Gedankeninformationen aufgebaut sind. Auch das Buch, das Du schreibst wird neue information sein, dessen Auswirkung keiner vorhersehen kann. :zauberer1

Liebe Grüße Reiner
 
Wer kann schon sagen wo welche Informationen was verursachen?

Du erzählst sehr viel von Informationen. Was sind Informationen im physikalischen Kontext? Informationen sind ja im Grunde weder Materie noch Energie, auch nicht Feld oder Kraft.

Meines Erachtens haftet Informationen etwas Repräsentatives an. Die Informationen, die wir elekromagnetischen Wellen über unsere Umwelt entnehmen, sind ja nicht die Umgebung selbst. Sie wird nur abgebildet. Genauso ist es, wenn wir Berichte im Internet oder in der Zeitung lesen, die von einem vergangenen Ereignis künden. Auch hier stehen die Informationen für etwas, nämlich fürs Geschehnis. Die genetischen Informationen stehen für das noch zu synthetisierende Protein, die Informationen eines technischen Bauplans noch für die zu realisierende Maschine.
 
Das Fundament der christlichen Religion ist die Bibel, welche als das Wort Gottes interpretiert wird. Durch die verschiedenen Autoren der biblischen Zeilen offenbart sich Gott, um sozialen Gesellschaften eine moralische Struktur und Organisation zu verleihen, aber auch, damit wir in einer Beziehung zu Gott leben können. Zugleich verheißt er die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und schenkt den Gläubigen einen religiösen Sinn ihres Lebens.

Ok.

Wie weit kann man die Bibel als wahr bezeichnen? Die Schöpfungsgeschichte wird auch von vielen Christen inzwischen eher als eine Art Gleichnis betrachtet und nicht als geschichtliche Gegebenheit - bis auf ein paar Spinner, die u.a. immernoch die Reste der Arche Noah am Ararat suchen.

Gehen wir weiter zu der moralischen Struktur? Was ist Dir lieber? Eine Moralstruktur, die auf der Angst vor einem strafenden Gott beruht, oder eine, die darauf beruht, wie man eiine möglichst angenehme Welt erschaffen kann? Und wie sieht es mit den Moralfragen aus, die niemanden schaden, bzw. die niemanden etwas angehen. Auch zu solchen Moralfragen äußern sich Priester. Was gibt ihnen das Recht dazu, darüber zu urteilen z.B. was ich lese oder mit welchen Menschen ich einvernehmlichen Sex habe?

Das Leben nach dem Tod gibt es entweder, oder es gibt es nicht. Man kann darauf hoffen... aufgrund gewisser Grundsätze der Erkenntnistheorie sieht es aber eher dagegen aus. Wieso hilft da die Religion? Wenn es das nicht gibt, wird auch das Christentum nicht dafür sorgen. Wenn es das doch gibt, werden auch Atheisten eines Tages tot aufwachen (Du weißt schon... wenn man beispielsweise über 50 ist, morgens aufwacht und nichts tut weh... ;) )

Und welchen Sinn hat ein wahrscheinlich künstlicher Sinn?
 
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Mir ist es auch schon öfters so gegangen.
Nun man könnte es sich einfach machen und sagen man hatte zufällig die gleiche Idee. Genau betrachet existiert aber "echter Zufall" garnicht, da alles eine Ursache hat. Zufall ist eigenlich nur eine Unvorhersehbarkeit.

Information steckt ja auch nicht nur in den Genen, sondern überall drin.
Wenn etwas informiert wird, so ist eben nicht nur dieser kleine erkennbare (oder Messbare) Bereich informiert, sondern wie schon erwähnt eben alles (das Universum). Also überall zur gleichen Zeit.
Und neues Leben beginnt ja wie erwähnt nie bei Null...

Wer kann schon sagen wo welche Informationen was verursachen?
Egal aus welcher Basis Deine Gedankeninformationen aufgebaut sind. Auch das Buch, das Du schreibst wird neue information sein, dessen Auswirkung keiner vorhersehen kann. :zauberer1

Liebe Grüße Reiner

Ja, da kannst du durchaus Recht haben.
C.G. Jung sprach ja auch, dass der Mensch Informationen aus dem kollektiven Unbewussten bekommen kann.
Ich hatte das aber zuvor noch nie so direkt erlebt, was mich verblüfft hat.

Schlimm war nur meine Enttäuschung. Ich war davor so glücklich, selbst was entdeckt zu haben.........:rolleyes:
 
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