das dramatische für mich ist, dass Du mit dieser Einstellung diskutierst.
Übersetzt hieße es etwa: was interessiert mich Physik, ich lebe und es geht mir gut -- wozu es Wissenschaften gibt, da sie in meinem Leben keinen praktischen Unterschied machen, also lassen wir es.
In meinem Garten reift und blüht es und das alles ohne jede Wissenschaft, die es sowieso kaum erklären kann. Da bleibt dann nur die Irritation, die Du auslöst -- willst Du das so?
Ups, da hast Du mich falsch verstanden. Den Satz, den Du da zitierst bezieht sich auf die Frage des "objektiven Wertes des Menschen", die MysticalLady aufgebracht hat - der ihrer Ansicht nach nur mit einer Seele existiert und meiner Ansicht nach anders beantwortet wird.
Auf ein Thema zu antworten suggeriert Interesse, allerdings ist Nicht-Briefmarkensammeln eben kein Interesse, wie Du richtig bemerkst -- also nochmal die Frage: Was willst Du?
Ich habe durchaus ein Interesse an der Frage, ob es eine Seele gibt. Wie ich schon schrieb, bin ich inzwischen in einem Alter, wo Menschen vor mir gestorben sind, die mir nahe standen und die mir lieb waren (das war auch damals der Anlass, warum ich mich in diesem Forum anmeldete). Ich wäre überglücklich, wenn es sowas wie einen Beweis für eine unsterbliche Seele gäbe, weil das hieße, dass ich diese Menschen wiedersehen würde.
Was ich will: Ich will einen Beweis mit guter wissenschaftlicher Methodik. Und wissenschaftlich betrachtet sieht es derzeit leider eher gegen eine Seele aus, wie ich bisher hier dargelegt habe - unabhängig davon, was ich mir wünsche.
Eine Theorie, wie die Seele mit dem Gehirn interagieren würde (und die - wie ich schon schrieb - Schwächen bezüglich der Quantenmechanik, die sie bemüht, aufweist) hilft da auch nicht weiter, sie wieder wahrscheinlicher zu machen.
Postulate sind Erweiterungen eines gesicherten Wissensgebietes zur Überprüfung in der Folge des Postulates. Dies dürfte Dir als, wie Du Dich selbst nennst, Wissenschaftler bekannt sein. Was Du hier ausführst, ist, das Forschungsgebiet von vorne herein so einzuschränken, dass Du nicht forschen musst
Diese Postulate mjüssen dann aber auch mit guter wissenschaftlicher Methodik überprüft werden. Das wird umso wichtiger, desto außergewöhnlicher die Hypothesen werden. Carl Sagan bechrieb das in dem Satz: "Außergewöhnliche Behauptungen benötigen außergewöhnliche Belege."
-- ich kann Dich erleichtern: Du musst auch nicht forschen -- wir machen das schon -- und -- mir macht es Freude zum Thema "Existiert eine Seele" zu forschen -- und ich sehe andere, denen es ebenso Freude bereitet. Ich sehe keine Freude bei Dir aufkommen -- magst Du dann nicht einfach auf Dein Forschungsgebiet wechseln?
Ich habe auf dem Gebiet geforscht und nach etwas gesucht, was einem Beweis nahekommt. Ich habe selbst mit Medien gesprochen (über den "Erfolg" habe ich auch in diesem Thread geschrieben). Und, wenn jemand behauptet, einen Beweis zu haben, dann klopfe ich ein wenig nach. Das macht vielleicht bei dem abgeklopften keine Freude, ist aber ebenfalls in den Wissenschaften sehr üblich - und je außergewöhnlicher die Behauptung, desto notwendiger.
Wie sieht denn Deine Forschung aus? Wie näherst Du Dich der Frage? Wie sieht Deine Methodik aus? Ist die Frage für Dich nicht schon längst mit ja beantwortet, so dass Du zweifelnde Gedanken nicht mehr zulässt?
So möchte ich Dir mitteilen: gerne kannst Du so bleiben, wie Du bist -- ob Du eine Seele hast oder nicht, interessiert Dich nicht, ich höre und sehe, und mit Deinen Apparaten und zu den von Dir zugelassenen Gesetzen konntest Du bisher keine Seele nachweisen, ok. Und dann?
Oh, wie gesagt, es interessiert mich schon, aber es ändert nichts an der Qualität bzw. am Wert meines Lebens bzw. irgendeines menschen, ob ich eine habe. Das wollte ich mit dem Beitrag, über den Du Dich hier aufregst, aussagen. Das wäre vielleicht deutlich geworden, wenn Du auch gelesen hättest, auf was ich das genau geschrieben habe - falls nicht, entschuldige ich mich dafür.
Die von mir "zugelassenen Gesetze", die ich
gute wissenschaftliche Methodik nenne, sind über Jahrzehnte/Jahrhunderte entstanden aus der Erfahrung mit angeblichen Erkenntnissen, die auf Wunschdenken und Fehlinterpritation von Beobachtungen basierten. D.h. wenn eine Hypothese fast ausschließlich Belege ohne gute Methodik hat, so sollten sich meiner ansicht nach die Befürworter dieser Hypothesen fragen, wie stark bei ihnen das Wunschdenken etc. regiert. Kein Mensch ist neutral. Die gut Methodik verhilft dem entgegenzuwirken.
Ich habe eine Seele. Dass Du sie nicht nachweisen kannst, interessiert mich nicht. Es gibt nur die Möglichkeit, dass Du Dir Deine Seele nachweist -- wenn Du glaubst, dass ein Apparat das könnte, dann glaubst Du an den Apparat, dann ist der Apparat Dein Gott -- und was für ein Unterschied zu den verschiedenen Göttern sollte das sein? Wie irreal kannst Du sein? Nur Du selbst bist in Deinem Leben erlebbar real (als erste Erkenntnisposition einer Reihe von selben), wenn Du Dir selbst nicht traust, sondern nur Deinem Physikgott -- ob er sich jetzt in axiomatisch gesetzter Methodik erklärt oder als Apparat, dessen Messergebnisse als gottesfürchtige Beweise fungieren sollen -- kannst Du Dir ebensowenig sicher sein, wie die Gläubigen anderer (von Dir nicht anerkannter) Religionen. Wenn Du Dir einen Bereich schaffst, zu dem nur die Auserwählten Zutritt haben, die Deinen Gesetzen gehorchen sind wir bei den üblichen Machtspielen (z.B. eines Vatikans, bzw. Papstes), die nur ausdrücken, dass die Machtspieler Angst haben, ihre Macht zu verlieren.
Die Methodik ist nicht axiomatisch gesetzt, sondern hat ihren guten und wichtigen Sinn. Schau Dir beispielsweise mal an, warum in der Medizin randomisierte Doppelblindstudien so wichtig sind. Damit werden gut bekannte Mechanismen der Selbsttäuschung - sowohl beim behandelnden und begutachtenden Arzt als auch beim Patienten - umgangen.
Wer behauptet, Wissenschaft zu betreiben, sollte sich auch so verhalten und sich dieser Methodik bedienen. Wer das nicht tut, ist eben nicht gefeit vor Selbsttäuschung, Wunschednken etc. (das ist man mit der Methodik auch nicht vollkommen, aber der Effekt wird deutlich abgeschwächt).
Wenn Du das "nur Auserwählten Zutritt" gewähren nennst... warum bist Du nicht beleidigt, wenn ich Dich auch nicht "Dachdecker" nenne? Auch Dachdecker haben eine Lehre hinter sich, in der sie lernen, wie sie ihren Beruf gut ausüben können. Wenn ich jetzt behaupte, ich könne Dächer decken, liefere aber nur Dächer ab, die keinen kritischen Blicken standhalten... verdiene ich dann die Bezeichnung "Dachdecker"?
Wenn die Seele in Deinen Forschungen keine Rolle spielt: Lebewohl, vielleicht bis später mal.
Die Seele spielt keine Rolle, ob das Leben einen "objektiven Wert" hat (meiner Ansicht nach). Darauf war der Satz, den Du zitierst, gemünzt.
Wenn Du einen wissenschaftlich haltbaren Hinweis auf eine Seele hast, würde das einer äußerst große Rolle spielen - in der Forschung vieler Menschen.