Ja, einerseits gebe ich dir recht. Andererseits... es gibt sehr wohl gesunden Egoismus. Er ist im Gegenteil von Naivität zu finden und kleidet sich in Vernunft.
Vermutlich benötigt die dafür notwendige Achtsamkeit bereits ein gewisses Maß an Selbstliebe.
Bspw. könnte er verhindern, dass ein sehr altruistischer Mensch in einem spontanen Anfall von Großzügigkeit sein ganzes Vermögen den Armen spendet und nachher seine eigene Miete nicht zahlen kann.
Sich selbst lieben kann man auch, ohne die Miete zu zahlen.
Diese ich-zentrierte Vernunft stellt sicher, dass wir uns Handlungsspielraum erhalten und unseren eigenen Intentionen Zeit und Raum geben, sich zu entfalten. Diese Ich-Zentrierung ist wichtig, um Übersprungshandlungen vorzubeugen.
Ganz neutral betrachtet ist es Egoismus.