Nein, es ging darum, dass die Polizei und die Staatsanwaltschaft nicht dagegen vorgehen wollten, weil es sich ausschließlich um Männerbanden aus muslimischen/östlichen/asiatischen Ethnien handelte... als alles raus kam, wurde dies von den Verantwortlichen mehrfach als Grund für ihre Untätigkeit angegeben...
Zitat:""Aus der Furcht heraus, als Rassisten abgestempelt zu werden", seien die Ordnungskräfte diesen Hinweisen auf die ethnische Herkunft der Täter jedoch nicht oder nur zögerlich nachgegangen."
Blöd, dass die betroffenen Eltern und Kinder das völlig anders darstellten.
Ich kann mich daran noch gut erinnern, weil ich mich darüber ziemlich aufgeregt hatte.
Berichte unterdrückt und ignoriert
Wie kam es, dass der tausendfache Missbrauch über mehr als eineinhalb Dekaden in Rotherham nicht aufflog? Die Antwort ist bitter: Er flog sehr wohl auf. Den Behörden waren Fälle bekannt, das hat Jay in ihrem Bericht nun aufgedeckt. Von Beginn an habe es Hinweise darauf gegeben, dass sexuelle Ausbeutung von Kindern in Rotherham sich zu einem zunehmenden Problem entwickelte. Mehr als ein Drittel der Opfer seien den Jugendschutzbehörden bekannt gewesen.
Zudem beschäftigten sich in dem Zeitraum gleich drei ausführliche Berichte damit - 2002, 2003 und 2006 wurden sie erstellt und der Polizei als auch den Politikern der Stadt vorgelegt. Deren Ergebnisse hätten "nicht deutlicher sein können", schreibt Jay.
Der erste sei unterdrückt worden, weil Beamte die Korrektheit des zugrundeliegenden Datensatzes bezweifelten. Spätestens 2005 hätten aber genug Informationen vorgelegen, dass niemand mehr behaupten könne, er habe nicht gewusst, was in Rotherham vor sich ging. Dennoch hätten die Behörden nicht gehandelt. S
ie hätten "eklatant und kollektiv versagt", heißt es in dem Report. Auch die Polizei habe das Problem nicht ernst genommen.
Ein anonymer Informant berichtete der Professorin, dass die Aussagen möglicher Opfer als Schilderungen von "Unerwünschten" eingestuft wurden, die keine weitere Beachtung verdienten. Dem britischen "Guardian" zufolge verwendeten die Beamten viel Zeit darauf, die Aussagen der Kinder und Jugendlichen zu widerlegen, statt ihnen nachzugehen. So mussten die Täter offenbar kaum Verfahren gegen sie fürchten; in den vergangenen zweieinhalb Jahren kam es zu nicht einmal 20 Anklagen, obwohl allein 2013 17 Fälle von Verschleppungen dokumentiert wurden."
http://www.spiegel.de/panorama/just...al-erschuettert-englische-stadt-a-988887.html
Schon früh schlugen einige Sozialarbeiter Alarm – etwa ein Drittel der Opfer lebt in staatlicher Fürsorge –, aber ihre Berichte wurden von Vorgesetzten nicht weiterverfolgt oder sogar unterschlagen. Einige Sozialarbeiter mussten sich Rüffel, andere Sanktionen gefallen lassen.
Stadtangestellte missachteten klare Hinweise
Im Jahr 2001 wurde die Zustände zum ersten Mal aktenkundig. Die Regierung in London hatte im Rahmen eines „Verbrechensbekämpfungsprogramms“ Studien in ausgewählten Regionen und Städten erstellen lassen, darunter Rotherham.
Das damals entstandene Gutachten deckte bereits viele Missstände auf: Stadtangestellte, die klare Hinweise missachteten, Polizisten, die Vergewaltigungsopfer einschüchterte statt deren Anzeigen aufzunehmen, und die bei Razzien minderjährige Mädchen festnahmen und nicht deren Zuhälter. Die Gutachterin berichtete später, die Stadtoberen hätten auf ihre Ergebnisse „mit Widerstand und Feindseligkeit“ reagiert. Selbst der Polizeichef habe ihr im Hinblick auf die Untersuchungen bedeutet, „so etwas nie wieder zu tun“.
"Auch die Verbrecher aus der pakistanischen Gemeinde, glaubt Martin, hätten nicht viel zu befürchten: „Labour legt sich doch nicht mit denen an, von denen es gewählt wird.“
In den Behörden sei geschwiegen worden, weil man nicht als „rassistisch“ oder „islamophob“ gebrandmarkt werden wollte. Die Gutachter bestätigen dies durch ihre Interviews,
aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Ein anderer hat mit kaltem politischen Kalkül zu tun, und ein weiterer ist rein krimineller Natur.
http://www.faz.net/aktuell/politik/missbrauch-in-rotherham-stadt-des-schweigens-13434501-p3.html