Hm, ja, es ist zwar jetzt OT, aber ich kann mich als Frau hier bei uns NICHT entscheiden, dass ich NUR Hausfrau und Mutter sein möchte, ausser in Abhängigkeit zu einem Mann, denn habe ich keinen, MUSS ich arbeiten... soviel dazu, daß Kinder und Mütter den besonderen Schutz der Gesellschaft erhalten...
OT OFF...
OT On:
Die Wahlfreiheit ist, je nach Bereich, zumeist nur für einen eingeschränkten Teil der Gesellschaft möglich - z.B. die Entscheidung, über die Karenzzeit hinaus bei einem Kind zu bleiben, erfordert entweder einen finanziellen Polster oder einen Partner mit genügend Einkommen.
In Ö gibt es mehrere Karenz- u. Kindergeldmodelle, allein schon die Frage welches Modell man wählt hängt von der finanziellen u./od. familiären Situation ab. Ebenso von Fragen der Betreuungsmöglichkeit für Kleinkinder (Kinderkrippen, Krabbelstuben...). Möchte eine Frau (aus welchen Gründen auch immer) unmittelbar nach dem Mutterschutz wieder Arbeiten, so braucht es entweder einen Arbeitgeber, der Kinderbetreuung anbietet, oder den passenden familiären Backround (z.B. willige Großeltern in räumlicher Nähe, Partner mit günstiger Arbeitszeit...). Es gibt nur seeeehr wenige öffentliche Einrichtungen, die Säuglinge betreuen.
AlleinerzieherInnen müssen Arbeiten gehen. Können sie das nicht (es gibt ja tatsächlich Gründe, die es nicht möglich machen), haben sie aber zumindest in Ö (und wahrscheinlich auch in D) soziale Unterstützung (Sozialhilfe, Miet- u. Heizkostenzusschuss, geförderte Wohnungen...). Auch wenn das Einkommen sehr gering ist unterstütz die Sozialhilfe. Das ist wenig genug, aber man steht nicht auf der Straße.
Auch in vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten gehen, weil ein Einkommen nicht reicht. Ich lebe in einer Großstadt mit absurd hohen Mieten und frage mich jedesmal wenn ich die Wohnungsanzeigen durchblättere, wie sich Familien z.B. eine 3-4 Zimmer-Wohnung leisten sollen.
Trotzdem hängt auch in den Familien mit niedrigerem Einkommen die Versorgungslast z.B. älterer od. kranker Angehöriger weitgehend an den Frauen.
Und all diese Probleme haben eben auch Zuwanderer, MigrantInnen...
Auch bei MigrantInnen besteht, genauso wie bei allen anderen Frauen, durch lange Kinderbetreuung und Teilzeit, geringfügige Beschäftigung, aber auch Arbeitslosigkeit die Gefahr der Altersarmut bzw. lebenslanger Abhängigkeit von einem Partner.
Und sobald ich finanziell komplett abhängig bin sind Fragen der Selbstbestimmung und Emanzipation gleich ein bisschen schwieriger...(und das auch ganz ohne Burka).
OT Off