Na dann nochmal zur Ergänzung, wie es mit den Papieren ist :
http://www.mikrotext.de/oktober-2015-der-syrische-tourismusboom-im-libanon-von-sandra-hetzl/
"Der syrische Pass hat wie jeder Pass ein Ablaufdatum, allerdings ist seine Lebensdauer viel kürzer als die des deutschen Passes. Maximum sechs Jahre, für Männer im Militärdienstalter nur zwei Jahre. Dafür ist er umso teurer: Für einen neuen Reisepass verlangen syrische Behörden 400 Dollar, für eine Verlängerung für maximal zwei Jahre 200 Dollar. Was tut man also, wenn dieser abläuft, während man im libanesischen Ausland ist und nicht zurück kann? Richtig, man geht zur syrischen Botschaft in Beirut. Doch hier taucht, besonders für politisch verfolgte SyrerInnen und DissidentInnen eines der vielen Probleme auf, die der Abwesenheit eines Asylverfahrens und der darin enthaltenen Möglichkeit, einen Flüchtlingsreisepass zu bekommen, geschuldet sind. Wer in Syrien politisch verfolgt wird, wird bei der syrischen Botschaft natürlich überprüft. Wird man als politisch Verfolger erkannt, wird einem die Passverlängerung schlichtweg verweigert. Oft wird dem oder derjenigen dort zynisch gesagt, er oder sie solle doch einfach nach Syrien gehen und sich dort behördlich melden – natürlich wohl wissend, dass man dort inhaftiert würde.
Je näher das Ablaufdatum des Passes rückt, desto mehr droht man also, in die Illegalität abzurutschen, ohne Wiederkehr: Denn ist der Pass erst einmal abgelaufen, kann man nicht einmal mehr in eines der Länder fliegen, in denen man durch ein Asylverfahren in den Besitz eines Passes kommen könnte (ich meine natürlich: Europa). Nun kann der- oder diejenige über Bestechungsgelder versuchen, sich eine gefälschte Verlängerung in seinen Pass kleben zu lassen. Doch selbst die hat sich inzwischen als untauglich herausgestellt. Mehrere Bekannte von mir, die sich in der Verzweiflung eine solche für teueres Geld haben machen lassen, sind spätestens als sie mit ihrem Pass am Beiruter Flughafen ausreisen wollten, festgenommen worden. Nach einigen Tagen wurden sie zwar entlassen, doch dann wurde ihnen der Pass gänzlich entzogen. So saßen sie ohne einen Pass, in den man eine Aufenthaltsgenehmigung kleben könnte, im Libanon fest. Auch desertierte Soldaten kommen meist ohne jegliche Papiere und somit auf illegalem Weg ins Land. Doch auch viele Syrer im Libanon ohne politische Sondersituation befinden sich in einer solchen Situation. Wenn man aus einem Krieg flieht, kann es durchaus vorkommen, dass man keine Dokumente mitnehmen kann, beispielsweise weil sie unter den Trümmern des Hauses vergraben sind.
In vier Jahren Krieg wird so manches Papier ungültig.....