Mit meinem Beitrag hatte ich nicht dich angesprochen. Also mal keine Aufregung. Das kam vielleicht nicht so raus, weil ich auf dein "findest du nicht" antwortete.
Morgen...
Ich weiß dass du nicht mich meintest...

Nur habe ich genau das eben auch schon weiter vorne mal angesprochen, wer hier tatsächlich live-vor-Ort-Erfahrungen hat, denn das macht schon einen Unterschied...
und ich finde es ziemlich auffällig, wie sehr Any hier unter Beschuss genommen wird ...
und eigentlich auch unangebracht. Bisher habe ich mich da immer raus gehalten.
Es ging ja darum, dass Ane meinte, wer sich noch nicht so ein Heim angeguckt hätte, so wie sie in der Mittagspause, der wisse auch nicht, wovon er rede, und wie schlimm es da sei ect.
Und das sehe ich eben anders, zumindest was mich selbst angeht, denn es würde sich an meiner Einstellung nichts ändern. Was auch?
Nunja, da ich hier vor Ort schon länger ebenfalls damit zu tun habe, weiss ich, das Any offenbar die Wahrheit sagt und ebenfalls vor-Ort-Erfahrung hat. Ich sage ja nicht, dass sich deine Einstellung ändern würde in Bezug auf die Flüchtlinge, aber es würde sicher einiges klarer machen, was Any so beschreibt. Oder auch ich.
Die aufgeheizte Stimmung in und um diese Heime schwingt dort sehr oft mit wie ein schriller Ton, der einem in den Ohren gellt. Doch, ich denke, das würde so einiges hier relativieren, wenn man das mal miterlebt hat.
Und was deine Geschichte mit Profis und Helfer angeht: Da sehe ich keinen Bezug zu meiner Antwort, denn es ging ja nur darum, so ein Lager mal zu besuchen, damit man wisse, wie da zuginge.
Ich beziehe mich dabei ja auch auf etwas, das Any auch bereits schon mehrfach anmerkte...nämlich dass dringend professionelle Helfer eingesetzt gehören, statt fast nur Freiwillige. Diese Lösung ist suboptimal und beinhaltet ein großes Riskio.
Ansonsten wäre ich vorsichtig, das Verhalten einer einzelnen Helferin auf alle freiwilligen Helfer zu generalisieren. Das hat wohl eher was mit der Person selbst zu tun.
J..ein... ein Profi hält i.d.R. emotionalen Abstand, dafür ist er ja geschulter Profi. Das heißt zwar nicht, dass sowas dann auf keinen Fall passieren kann, aber es ist doch eher unwahrscheinlich. Vor allem würde ein Profi niemals einen solchen öffentlichen Aufstand daraus machen, weil da auch sein Beruf dann dran hängt.
Ich denke, dass die Situation ohne die Freiwilligen noch viel schlimmer wäre.
Natürlich. Sie wäre nicht zu bewältigen, die Kommunen sind ja dazu gezwungen, weil es keine Stellenfreigaben oder Zuteilungen von Fachpersonal dafür gibt, genau das ist ja der Punkt. Theoretisch könnte sich dieser Umstand auch noch ganz anders auswirken, immerhin müssen Profis z.B. ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen, dass es da noch keine vorfälle bzgl. sex Mißbrauch o.ä. gab... freiwillige Helfer nicht... ich brauche nicht näher ausführen, welche Gefahr das auch für Flüchtlinge birgt, oder? Absolute Sicherheit gibt es zwar auch dann nicht, aber man kann die potentielle Gefahr zumindest minimieren. Über sowas scheint sich aber kaum einer Gedanken zu machen.
Du hast ja offenbar auch nichts dagegen, dass Ehrenamtliche beim Jugendamt aushelfen, dann sollte das auch allgemein nicht das Problem sein.
Ehrlich gesagt finde ich persönlich, dass eher beim Jugendamt Profis arbeiten sollten, gerade wenn es um Missbrauch und Misshandlung von Kindern geht. Da sollte man als Laie vielleicht eher die von Finger lassen, denn dabei kann mehr schief laufen als eine verzögerte Umsiedlung.
Die Mitabeiter des KSB hier sind da schon ziemlich erfahren und seit Jahren mit vertraut. Die Zusammenarbeit zwischen KSB und Jugendamt ist bei uns aber seit jeher sehr eng und Hand in Hand. Das ist natürlich auch nicht in vielen Kommunen so der Fall. Zumindest ist die Qualität der Hilfe sicher um einiges höher als bei völlig unerfahrenen freiwilligen Helfern.
Einig sind wir uns sicher, dass es eine absolute Sicherheit und Professionalität nicht geben KANN, es menschelt dann doch immer zu sehr, aber die Gefahren durch den Einsatz von Profis zu minimieren, wäre eigentlich dringend oberstes Gebot. Die Kommunen müssen sich aber an die Vorgaben von oben halten, wenn von dort keine Stellen für die Kommunen frei gegeben werden, sind ihnen die Hände gebunden und sie können dafür kein Fachpersonal einstellen.
Meiner Ansicht nach ein gravierender Fehler der Verantwortlichen "da oben"... der sich noch rächen wird.
Grüsslis, Luckysun