Bericht eines Sterbenden... Was sagt ihr?

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H.D.T. schrieb:
Sehe ich das richtig? Christoph Schlüter, also der Betreiber der verlinkten Webseite, stellt hier diese Frage? Und das als psychologischer Berater, Therapeut oder wie er sich einstuft?

Also ehrlich, ich verstehe diese Frage von Christoph nicht. Anonymität ist doch hier gegeben. Sollte dieser Beitrag vielleicht nur dazu dienen, Interesse zu erwecken und auf die eigene Webseite zu verlinken?

Gerade bei einem Professionellen, der auch noch Familienaufstellung auf seiner Webseite anbietet, schreit das förmlich nach "WERBUNG".

Jetzt fehlen nur noch ein paar "selbstgebastelte Helfer", die hier eine große Schein-Diskussion in Gang bringen.

Ich hab auch 2 Webseiten. Ich sehe keinerlei Anlaß, auf meine eigenen Seiten zu verlinken.

Sorry, aber es war mir ein Bedürfnis.

H.D.T.
Hört doch endlich auf mit diesem verdammten Bullshit. Diese ewigen gegenseitigen Sticheleien, Reibereien, Fast-Beleidigungen usw. Entweder man gibt sich offen und echt gegenseitig auf die Ruebe, und danach ist wieder alles ok, oder man lässt es grade von vornherein ganz sein. Es gibt nichts Ekelhafteres als solche kleinen Angriffe aus der hinteren linken Ecke, die nur das Ziel haben, eine andere Person an einer empfindlichen Stelle zu treffen.

Und bevor irgendeiner wieder aufmuckt: Ich meine hier nicht spezifisch H.D.T. Ich meine alle, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sämtliche Beiträge irgendeiner ausgewählten Person dauernd herunterzuziehen und schlechtzumachen, egal um was es sich dreht.
 
Du hast doch selber gefragt.
Christoph schrieb:
...Was sagt ihr?...

Also, das war eine von ein paar Meinungen. Ich möchte das nicht als persönlichen Angriff verstanden wissen. Dazu gibt es auch keinen Grund.
Den besonderen Sinn dieses Beitrages sehe ich allerdings immer noch nicht.

Ist es eine Art "Ankündigung" oder "Einladung" für Priveligierte? Selbstverständlich besteht Interesse, warum überhaupt die Frage?

Ich glaube, eine Seele, die im Jenseits weilt, steht über solchem kleinlichen Hick-Hack und den Fragen nach irdischer Diskretion und Eitelkeit. Man könnte sie auf mentalem Wege ja auch direkt fragen und dann das "Gefühl des guten oder schlechten Gewissens" als Antwort nehmen.

Tut mir leid für den Ärger.

H.D.T. :kiss4:
 
Hallo Christoph,
Erst einmal - vielleicht ein Trost - wir haben etwas gemeinsam, ich bin gleich für meine allerersten Beiträge ebenfalls verteufelt und mit so einem roten Punkterl ,,ausgezeichnet" worden, :bwaah: weil ich es gewagt habe, meine Einstellung zur Familie darzulegen. Das ist mir jedoch egal, meine Meinung werde ich darob nicht ändern...
Doch zu deinem Thema: vor einem Jahr ist einer unserer besten Freunde an Lungenkrebs verstorben, er war erst 46 Jahre alt. Seine Schwester war bei ihm in seiner letzten Stunde und er wollte ihr noch was sagen, hats aber nicht mehr geschafft, obwohl er sich noch sehr bemüht hat und uns alle beschäftigt seitdem die Frage, was es wohl gewesen sein mag, weil er sich eben so angestrengt hat. Deshalb wäre ich auch an einem Bericht deinerseits brennend interssiert.
Wenn du es hier nicht schreiben magst, schicke mir bitte eine PN, ich würde mich freuen.
Danke Evy und.....
Take it easy.... :morgen:
 
ja interessiert mich auch.
Das war immer ein wichtiges Thema für mich, solange ich denken kann.
Es gab Zeiten, da wurde ich Szenen von Hinrichtungen aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr los.
Inzwischen weis ich vom Adrenalinstoß, den man von Bergsteigern kennt, die ins Seil fallen.
Ein plötzliches Gefühl wie in Wolken gehüllt. Kenne ich, hatte ich mal beim Bund nachts um 2 als ich übermüdet noch 2 Stunden Wache in eiseskälte schiebnen mußte.
Aber wie geht's weiter. Ich kenne die Tarot Karte Nr. 18, der Mond, was die eigentliche Todeskarte ist, wo ein Mensch hinüber geht, in die andere Welt.
Das Gericht, das angeblich jeder erlebt. Das Leben läuft wie in einem Film an einem vorbei, man bereut alles was schlecht gelaufen ist...

Es gibt das tibetische Totenbuch. Ist aber alles sehr symbolisch gehalten.
Es gibt noch weitere Literatur von tibetischen Mönchen über das Sterben.
Dort wird noch genauer darauf eingegangen, aber ich weis nun nicht was daran ist.

Darum würde mich ein Bericht sehr interessieren.
Frage: kann man sich darauf vorbereiten, oder ist des Leben die Vorbereitung.?
Du kannst mir auch eine private Mail schiken.

Gruß Willibald
 
Das war immer ein wichtiges Thema für mich, solange ich denken kann. Es gab Zeiten, da wurde ich Szenen von Hinrichtungen aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr los.
Lieber Willibald,

was du da schreibst, deutet auf eine systemische Verstrickung mit einem im Krieg hingerichteten Verwandten oder einem, den ein Verwandter hingerichtet hat hin. Ich empfehle dir eine Aufstellung.

Das Gericht, das angeblich jeder erlebt. Das Leben läuft wie in einem Film an einem vorbei, man bereut alles was schlecht gelaufen ist...

Es gibt das tibetische Totenbuch. Ist aber alles sehr symbolisch gehalten.
Es gibt noch weitere Literatur von tibetischen Mönchen über das Sterben.
Also nicht dass wir uns da missverstehen. Ich habe nur erlebt, was sich von diesem Sterbenden im systemischen Feld abgebildet hat. Und er lebt m.W. noch. Menschen, Tiere, Sensationen müsst ihr leider woanders suchen. Es war eher banal und ich kann so etwas wie du es gerne hören möchtest, nicht berichten. Immerhin wurde ich aus der Rolle geholt, als der Betreffende begann, das Leben loszulassen.

Es ging dabei auch eher um die Bedingungn, die es dem Sterbenden leichter machen, loszulassen.

Aber aus anderen Aufstellungen wo ich für Tote mehr gelegen, denn gestanden habe, kann ich sagen: sie sind friedlich und weit weg. Ein Mal hab ich für ein im Mutterleib getötetes Kind gelegen, das war sehr heftig. Ich war wie in den Boden zementiert oder in Beton gegossen. Und die Austellung ging sehr lang. DA kam ich nur schwer wieder aus der Rolle, weil es körperlich so mächtig war.

Herzlich
Christoph
 
wenn´s alle wissen wollen. Vielleicht hat es ja auch seinen Sinn. Wenn du eh jedem eine PN schickst, kannst du es auch öffentlich machen.
Mir fällt dazu ein, bei dem Aufstellungseminar, welches ich besucht habe, wurde im Anschluß daran gesagt, wir sollten drei Tage nicht darüber reden. Warum weiß ich nicht genau. Damit wir über alles in Ruhe noch einmal nachdenken? Also, wenn du´s druckst, dann werde ich es höchstwahrscheinlich auch lesen. Vielleicht nimmt es ja einigen die Angst vor dem Sterben. Ich glaube so allmählich fängt es auch an mich zu interessieren ;-). Nicht daß ich neugierig wäre oder so... :sleep2:
LG Tarot
 
Liebe Tarot,

also diese Frist wäre dann eh zu Ende. Aber das mit den 3 Tagen kenn ich so: entweder überhaupt nicht mit anderen drüber reden oder auf jeden Fall nicht 24 Stunden drüber reden .... mit dem Aufstellenden bzw. als Aufstellender).

Aber grundsätzlich hast du recht damit: es ist besser wenn man nicht die Inhalte aus den Aufstellungen in die Öffentlichkeit trägt und Fragenden nur sagt: es war intensiv.

Neulich z.B. war ich zu einem Seminar, wo der Leiter es zugelassen hat, das die Teilnehmer gleich in der Pause nach der Aufstellung mit den Aufstellenden deren Aufstellung diskutiert haben. Viel esoterischer Blödsinn wurde da geredet. Herumpsychologisiert wurde und das hatte seine Wirkung. Aber das gehört in den Bereich Familienstellen, denke ich.

Irgendwer hat hier gesagt (warst es eh nicht du?), dass jeder sowieso seinen eigenen Tod stirbt.

Und wir werden es früh genug wissen, wie es ist. Vorher können wir es nicht wissen.

Worauf ich hinweisen wollte un dwas mich antrieb, diesen Thread aufzumachen war der Hinweis, was die anderen Mitglieder der Familie tun können, um es dem Sterbenden leichter zu machen, loszulassen.

Und das kann ich hier sagen, denke ich:

  • für die eigenen Kinder: Nehmen und Danken - und das nicht formell sondern als innerer Vollzug
  • für die Partner: Klären früherer Verbindungen, Anerkennen früherer Partner, Loslassen von Kindern und sie zu dem wirklichen Elternteil ziehen lassen, Aufklärung über untergeschobene Kinder und Übernahme der eigenen Verantwortung in der Beziehung
  • für alle: Hereinnehmen und Anerkennen Ausgeschlossener, die mit dem Sterbenden in Verbindung sind. Erst wenn das Bild der Familie "voll" ist, kann der Sterbende das Leben loslassen und entspannen bzw. sich dem Tod anvertrauen.
Viele Grüße
Christoph
 
Astroharry schrieb:
Das Leben läuft wie in einem Film an einem vorbei, man bereut alles was schlecht gelaufen ist...
Ich glaube, hier stellt sich der Mensch selbst die Frage, ob er sein vergangenes Leben so annehmen kann, wie er es gelebt hat. Und diese Frage ist ueberhaupt auch im Leben zentral. Wenn ich auf mein eigenes Leben schaue, so muss ich ehrlich sagen, dass ich nicht 100% gluecklich bin ueber den Verlauf bis jetzt. Das ist keine Unzufriedenheit, nur sind da viele Punkte, wo ich denke, da hätte ich ruhig anders reagieren können und hab's aus Angst beispielsweise nicht getan.
Es gibt das tibetische Totenbuch. Ist aber alles sehr symbolisch gehalten.
Jein. Ich kenne das tib. Totenbuch nicht direkt, habe nur das beruehmte Buch von Sogyal Rinpoche gelesen. Was dort u.a. fuer den Sterbevorgang beschrieben ist sind Phasen der "Auflösung der Winde". Fuer uns klingt das ein bisschen seltsam, aber es sind recht präzise Beschreibungen von auftauchenden Gefuehlszuständen oder Wahrnehmungen. Eine Wahrnehmung, die nicht wenige Menschen machen ist das Gefuehl, aus grosser Höhe zu fallen, wenn sie kurz vor dem Einschlafen und sehr entspannt sind. Solche Phänomene gibt es aber während des Sterbeprozesses noch mehr. Es gibt auch entsprechende Meditationen, die diesen Prozess bis zu einem gewissen Punkt durchmachen (selbstverständlich ohne dass man dabei stirbt). Diese werden aber fast ausschliesslich vom Lehrer an den Schueler weitergeben. Ich habe einzig bei Wilber einmal eine detailliertere Anleitung diesbezueglich gefunden (irgendwo auf dem Netz, habe vergessen wo).

Die dabei gemachten Erfahrungen sind anscheinend bis zu einem gewissen Grade kulturunabhängig, aber die Deutung dieser Erfahrungen kann recht kulturabhängig und individuell sein. So kann es vorkommen, dass jemand die typische "Tunnelerfahrung" bei uns eben als "Tunnel" wahrnimmt, während vielleicht ein Tibeter hier keinen "Tunnelflug" erlebt, sondern vielleicht ein Durchwandern eines Zwischenreiches hin auf eine helle Stadt oder irgendwie sowas.

Äusserst interessant ist aber auch, dass der tib. Buddhismus, wenn ich ihn recht verstanden habe, diese Phänomene als Phänomene des Geistes anschaut - sie haben keine inhärente Existenz. Selbst die Reise durch die Bardoreiche ist im Grunde genommen fast durchgehend nur die Reise eines "verwirrten Geistes" und nur ein wahrhaft Erleuchteter wird während es schaffen, während dieser Reise diese als solche zu erkennen und sich endgueltig aus dem karmischen Schicksal befreien. Das Buch von Sogyal Rinpoche halte ich fuer sehr lehrreich diesbezueglich.
 
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Christoph schrieb:
[*]für alle: Hereinnehmen und Anerkennen Ausgeschlossener, die mit dem Sterbenden in Verbindung sind. Erst wenn das Bild der Familie "voll" ist, kann der Sterbende das Leben loslassen und entspannen bzw. sich dem Tod anvertrauen.

Alles gute Ansätze, gefallen mir. Nun habe ich aber eine Frage: Wie komme ich drauf ob wer in der Familie ausgeschlossen oder verbannt wurde? ( z.B. wenn es keine Informationen von Verwandten mehr gibt). Mir wurde mal gesagt daß Ausgeschlossene von der Familie wichtig sind, auch wenn es sich um frühere Generationen handelt.
Kann man das mittels Familienstellen heraus finden?
( ich meine da z.B. schon die Generation der Ur-Großeltern)

Herzliches :danke: im Voraus!


Weiters kann ich hier nur sagen, wenn man das Tabuthema Tod annimmt, kann man sehr wohl schöne Erlebnisse haben. Das Sterben gehört wie die Geburt und das Leben zu uns.

Liebe Grüße :winken5:
 
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