Das Problem ist eben das Weltbild, welches die Wissenschaft zugrundelegt. Meist sind die Kritiker der Astrologie ziemlich naive "Szientisten" - ohne zum Beispiel zu berücksichtigen, dass es ganze Wissenschaftszweige wie eben die Hermeneutik oder Philosophie gibt, auf die die Anwendung von Empirie überhaupt keinen Sinn macht. (Die Korrektheit einer philosophischen Schlussfolgerung ergibt sich i.d.R. nicht aus ihrer Messbarkeit heraus.) Diese Szientisten haben also ein naiv-positivistisches Weltbild und argumentieren aus der Position heraus, dass die Astrologen ebenfalls ein solches Weltbild teilen würden.
Und darauf fallen dann die Astrologen hinein, und argumentieren aus demselben naiv-positivistischen Weltbild - und haben dann natürlich die schlechteren Argumente als die Szientisten.
Darauf wiederum reagieren einige Astrologen damit, die Wissenschaft gleich ganz beiseite lassen zu wollen. Was aber ebenfalls nicht funktioniert, weil Astrologie ja zuallermindest auf Nachvollziehbarkeit beruht. So wie die Hermeneutik eben: Es gibt viele mögliche Deutungen für einen Sachverhalt, aber nicht unendlich viele. Manche Deutungen sind klar ungültig, manche sind in einem Graubereich, und manche sind klar gültig. Die Sache erschliesst sich letztlich erst in der Teilnahme an einem Diskurs. Genau so funktioniert seit Jahrhunderten die ganze hermeneutische Wissenschaft.
Wir Astrologen können also weder das naiv szientisch-positivistische Weltbild teilen, noch die Wissenschaft beiseite lassen. Insofern sollten wir uns tunlichst darum kümmern, den Wissenschaftsbegriff zu erweitern - denn der jetztige ist ganz offenbar nicht reichhaltig genug, um die Realität der Astrologie erfassen zu können.
Das ist nichts Neues, es wäre eben ein Paradigmawechsel in der Wissenschaft nötig. Diese Paradigmenwechsel gab es schon viele, und es wird sie weiterhin geben. Aber dazu braucht es gute, überzeugende Argumente, nicht das Aufgeben des Anspruchs auf Wissenschaftlichkeit.