Astrologie als Thema beim ZDF Magazin Royale

Astrologie "funktioniert" beispielsweise:
  • Als Geschäftsmodell immerhin gut genug, als es weiterhin Personen gibt, für die die Astrologie genügend wertvoll ist, um daraus irgendeinen Nutzen zu ziehen, für den sie bereit sind, zu bezahlen.
  • Seit hunderten oder tausenden Jahren gut genug, als dass sie sich bis heute erhalten konnte. Auch wenn die äussere Form der Astrologie sich deutlich gewandelt hat. In Babylonien wurde Astrologie vermutlich keineswegs mit Horoskopen betrieben, sondern es gab "Seher", die buchstäblich in den Himmel hinaufschauten, um irgendwelche "Zeichen" im Himmel zu deuten. Wenn dann ein Planet irgendwas tat (z.B. rückläufig wurde), dann schauten sie, was unten auf der Erde grad passierte, und versuchten offenbar Regeln abzuleiten, die allgemein gültig seien. Das hat nur relativ wenig mit der heute üblichen Art von Astrologie zu tun.
  • Astrologie "funktioniert" gut für Astrologen selbst, um ihr Interesse zu wecken und sich ein halbes Leben damit beschäftigen können.
  • Astrologie "funktioniert" für mich selbst gut genug, um mir eine Sprache zu machen von meinen intrapsychischen Vorgängen zu machen. Diese Sprache schätze ich sehr, weil sie es mir erlaubt, mich selbst zu dem zu stellen und damit auseinanderzusetzen, wie es mir eben grade geht. Und manchmal erkenne ich nichts im Horoskop, fühle mich aber irgendwie, und es fehlt mir dann an Sprache.
  • Besonders in Indien, wo Therapie vielen Menschen weder zugänglich noch bezahlbar ist, funktioniert Astrologie oft auch als Therapieersatz. Sie lädt die Menschen dazu ein, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen, und irgendeine (Pseudo-?) Erklärung dafür zu finden, warum ihr Leben grad so ausschaut, wie es eben ausschaut.
Und so weiter. Es gibt also viele Möglichkeiten, über die "Funktionsweise" von Astrologie zu sprechen.
 
Werbung:
Astrologie "funktioniert" beispielsweise:
  • Als Geschäftsmodell immerhin gut genug, als es weiterhin Personen gibt, für die die Astrologie genügend wertvoll ist, um daraus irgendeinen Nutzen zu ziehen, für den sie bereit sind, zu bezahlen.
Ebenso ist es ein Geschäftsmodell, vorzugsweise älteren Menschen auf Kaffefahrten überteuerte Produkte anzudrehen. - Welcher Nutzen das sein soll, bleibt offen.
Seit hunderten oder tausenden Jahren gut genug, als dass sie sich bis heute erhalten konnte. Auch wenn die äussere Form der Astrologie sich deutlich gewandelt hat. In Babylonien wurde Astrologie vermutlich keineswegs mit Horoskopen betrieben, sondern es gab "Seher", die buchstäblich in den Himmel hinaufschauten, um irgendwelche "Zeichen" im Himmel zu deuten. Wenn dann ein Planet irgendwas tat (z.B. rückläufig wurde), dann schauten sie, was unten auf der Erde grad passierte, und versuchten offenbar Regeln abzuleiten, die allgemein gültig seien. Das hat nur relativ wenig mit der heute üblichen Art von Astrologie zu tun.
Damals wurde der Himmel auch als eine Art Bildschirm betrachtet. Da wusste man vermutlich nicht, dass es physikalisch unmöglich ist, dass Planeten "rückläufig" werden. Bis heute liest man aber immer wieder, vom vermeintlich rückläufigen Merkur...
Astrologie "funktioniert" gut für Astrologen selbst, um ihr Interesse zu wecken und sich ein halbes Leben damit beschäftigen können.
Der Wunsch nach Wirksamkeit erzeugt ebendiese nicht.
Astrologie "funktioniert" für mich selbst gut genug, um mir eine Sprache zu machen von meinen intrapsychischen Vorgängen zu machen. Diese Sprache schätze ich sehr, weil sie es mir erlaubt, mich selbst zu dem zu stellen und damit auseinanderzusetzen, wie es mir eben grade geht. Und manchmal erkenne ich nichts im Horoskop, fühle mich aber irgendwie, und es fehlt mir dann an Sprache.
Eher um eine Erklärung zurechtzubasteln. Genausogut könnte man in einen Zettelkasten mit allgemeinen Weisheiten greifen.
Besonders in Indien, wo Therapie vielen Menschen weder zugänglich noch bezahlbar ist, funktioniert Astrologie oft auch als Therapieersatz.
Das finde ich am schlimmsten. Patienten werden in Indien ohnehin oft von evidenzbasierten Therapien ferngehalten, da die "Alternativen" billiger sind. Auch werden Patienten mit Globuli behandelt, weil die sich "im Westen bewährt haben". Echt blöd, wenn es um ernste Krankheiten geht.
 
wenn die Astrologen sich nicht, wie du es beschreibst, besser positionieren würden.
Es gibt keine Beweise, es läuft alles, alles höchstens auf Erfahrungswerte hinaus, es gibt nichts Wissenschaftliches, und wenn man sich noch so das Hirn verrenkt.
Erfahrungswerte zählen aber nicht für Wissenschaftler.

Deswegen wäre die beste Positionierung für Astrologen ein fröhliches "Shice drauf!"

Ich verstehe nicht, warum Astrologen und daran Interessierte sich diesbezüglich immer noch einen abkämpfen und sich vorführen lassen wie die Deppen, denn darauf läuft es hinaus. Und zwar immer.
Weil die Diskussionen immer irgendwann auf wissenschaftliche Standards kommt und dann müssen sie anfangen zu labern, zu kämpfen und letztlich zu kapitulieren.
Wozu setzen sie sich dem aus? Damit die Gesellschaft sie akzeptiert? Papa und Mama, der Onkel Doktor?
Was für Minderwertigkeitskomplexe stecken dahinter?

Ich kapier das nicht.
 
Es gibt also viele Möglichkeiten, über die "Funktionsweise" von Astrologie zu sprechen.
Klar. Man kann ganze Bücher drüber schreiben, überzeugen wird das aber auf Wissenschaftsseite, und das ist die, die die Gesellschaft nunmal anbetet, genau niemanden.
 
Ich habe deshalb die Funktionsweise angesprochen, weil ich nicht sicher bin, ob "Beweise" überhaupt das richtige Mass wären.

Ich halte Astrologie primär für eine hermeneutische Angelegenheit: Es geht also erst einmal um das Deuten von Symbolen. So wie man eben im Deutschunterricht einen Text liest und dann auslegt, was die Bedeutung des Textes sein soll. Logischerweise wird da nichts "bewiesen", es ist geradezu unsinnig, die Herleitung einer Bedeutung eines Gedichts "beweisen" zu wollen.

Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber schon zwischen der Hermeneutik der Astrologie und z.B. der Hermeneutik in der Literatur: Astrologie benutzt erstmal Astronomie, also Physik, um die Position der Symbole im Chart und deren Beziehung zueinander herzuleiten. Sowas tut die Hermeneutik in der Literatur nicht.

Und genau da ist die ungelöste Frage: Warum eigentlich tut die Astrologie das? Spielt das überhaupt eine Rolle? Falls nein, warum nehmen wir dann nicht ein beliebiges Chart? Falls ja, auf welche Weise hängen die Symbole der Astrologie und die echten Planeten zusammen?

Das ist ja eben meine Frage.
 
Astrologie benutzt erstmal Astronomie, also Physik, um die Position der Symbole im Chart und deren Beziehung zueinander herzuleiten.
Gerade um physikalische Zusammenhänge schert sich die Astrologie nicht besonders. Sonst würden Astrologen nicht so oft vom "rückläufigen Merkur" schreiben.
 
Gerade um physikalische Zusammenhänge schert sich die Astrologie nicht besonders. Sonst würden Astrologen nicht so oft vom "rückläufigen Merkur" schreiben.
Keine Ahnung, was das nun wieder heissen soll. Aus Sicht der Erde läuft Merkur mal in die eine und dann in die andere Richtung. Und Astrologie benutzt ganz ausdrücklich die Position eines irdischen Beobachters als Ausgangspunkt (mit Ausnahme der Sonnen-zentrierten Astrologie, welche beinahe niemand benutzt). Zur Berechnung der Postion Merkurs aus Sicht eines irdischen Beobachters gibt es also mindestens zwei mögliche rechnerische Vorgehensweisen, die beide zum gleichen Resultat führen würden: Eine Sonnen-zentrierte Geometrie, oder eine Geometrie aus der Perspektive eines irdischen Beobachters. (Eigentlich gäbe es unendlich viele mehr, aber das lassen wir jetzt einfach mal sein.)
 
dass Planeten "rückläufig" werden. Bis heute liest man aber immer wieder, vom vermeintlich rückläufigen Merkur...
ist ja nur so gesagt, jeder Astrologe weiß eigentlich das ein Merkur o.a. nicht rückw#ärts läuft,

aber man liest auch wissenschtlich vom rechtsdreheende und linksdrehenden Joghurt zb, obwohl sie sich nicht im kreis drehen.
 
Werbung:
Einfach, dass es schon ziemlich schräg ist, sich trotz "rückläufigem Merkur" in anderer Hinsicht auf die Physik zu berufen.
Ich glaube, an der Astrologie ist so ziemlich alles schräg.

Aber genau das könnte theoretisch auch ein Hinweis darauf sein, dass die Wissenschaft dringend ihr Paradigma erweitern sollte, weil sie gewisse Dinge nicht erfassen kann. Oder es könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Astrologie halt eben ziemlicher Quatsch ist. Ein Beweis ist es hingegen für beides nicht.
 
Zurück
Oben