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Welchen Lebensweg einschlagen mit "zuviel" Empathie?

Dieses Thema im Forum "Sensitivität und Empathie" wurde erstellt von Sheila1986, 22. August 2014.

  1. Sheila1986

    Sheila1986 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. August 2014
    Beiträge:
    265
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    Vorhin habe ich dieses Forum gefunden und anhand der Themengebiete, die hier diskutiert werden, festgestellt, dass hier genau diese Fragen diskutiert werden, die auch mich stark beschäftigen (Tierrechte, Gesellschaft, Wahrnehmung, Empathie). Ich werde in nächster Zeit hier noch sehr viel durchlesen, da es hier so viele spannende Themen hat... es gibt eine Sache, die mich seit über einem Jahrzehnt beschäftigt und ich habe noch keine nachhaltige Lösung gefunden. Vielleicht kommt es manchen Personen hier bekannt vor? Sorry, der Text ist lang geworden... der letzte Abschnitt mit zwei Sätzen fasst alles wichtige zusammen, wenn der ganze Text zuviel ist.

    In der letzten Zeit ist mir klar geworden, dass der grösste Teil meiner Gefühle gar nicht mein eigenes Leben betrifft, sondern aus einem Entsetzen über das besteht, was andere Personen erleben müssen (Armut, Kriege, etc). Vor einiger Zeit sah ich beispielsweise wieder mal eine Dokumentation über ein solches Thema und danach dachte ich etwa acht Wochen lang mehrere Stunden pro Tag daran. In einer dieser Wochen dachte ich täglich jeweils mehr als 12 Stunden daran, vom Morgen bis am Abend. Das fand vor allem in der Fantasie statt, indem ich mir manche (Kriegs)Szenen ganz genau ausmalte und mit Fantasie weiter dichtete, teilweise auch so, dass in Gedanken ganze Fantasiegeschichten entstanden. Recherchiert hatte ich nur in einem winzigen Bruchteil dieser Zeit. Auf das Studium konnte ich mich in diesen Wochen kaum konzentrieren, da es für mich keine Bedeutung mehr hatte. Nur ein paar Tage zwischendurch war ich mal mit dem Vorbereiten eines Vortrags beschäftigt, ausserdem ging ich dreimal pro Woche für je 90 Minuten an die Uni (Seminare mit Anwesenheitspflicht), was ich aber auch manchmal schwänzte. So ähnliche Phasen habe ich immer wieder seit ich 16 bin, nur meistens nicht gleich zwei Monate am Stück, sondern mit mehr Unterbrüchen. Schon damals mit 16 kam es vor, dass ich mehrere Stunden nacheinander, oftmals wochenlang beinahe die gesamte Freizeit, an solche Themen des Weltgeschehens dachte.

    Bei manchen Dokumentarfilmen kam es vor, dass ich nachher richtig weiche Knie hatte und nur noch zitterte. Ich war dabei meist viel zu entsetzt, um noch weinen zu können. (Ich weine sowieso fast nie, vielleicht ein oder zweimal pro Jahr). Dieses Gefühl, keine Worte mehr zu haben, nur noch zittern zu können, ist die Grundstimmung von mir, und zwar seit mehr als zehn Jahren (seit ich etwa 16 bin und allmählich immer deutlicher erfuhr, zu was Menschen fähig sind). Als ich im Erwachsenenalter das erste Mal pflanzliche Ersatzprodukte für Milch und Fleisch kaufte und dazu zum ersten Mal einen Bioladen betrat, musste ich allerdings plötzlich, mitten im Laden, zu weinen beginnen... weil ich dachte, was es für die Tiere für ein Unterschied ist, ob man sie schlachtet oder dies unterlässt und weil ich so erleichtert darüber war, endlich mal eine nützliche Entscheidung getroffen zu haben. Ich konnte das Weinen nicht mal wirklich zurückhalten, sondern nur so tun, als würde ich gerade husten. Dies zeigte mir, dass solche Angelegenheiten mich offenbar tatsächlich betreffen und dies keine Einbildung ist…

    Die Frage ist nun, was das bringt, die Hälfte der Zeit mit Gefühlen zu verbringen, die sich auf das Leben anderer Personen bezieht?! Die Empathie kann ich nicht wirklich abstellen. Es kommt oft vor, dass die Emotion zu meiner eigenen Emotion wird… wenn jemand eine silberne Emotion hat, ist es sehr gut möglich, dass ich daraufhin gleich sozusagen von diesem Farbtopf überschüttet werde… Die Empathie bezieht sich aber nicht nur auf Emotionen anderer Personen, sondern ich fühle teilweise auch Muskelbewegungen und Berührungen, die eine andere Person erlebt. Das Fühlen, was jemand fühlt, ist nicht ein Gedanke oder ein Fantasieprodukt, sondern ziemlich real. Deshalb lässt es sich nicht abstellen, ebenso wenig, wie man das Sehen oder Hören willentlich abstellen kann. Die Empathie würde ich auch gar nicht abstellen wollen, selbst wenn ich es könnte…

    Schlussendlich bedeutet dies aber, dass ein wirklich tiefes Glücklichsein erst möglich ist, wenn im Grossen und Ganzen die gesamte Welt glücklich ist. Da dies nicht der Fall ist, verbringe ich die Grundstimmung in einer Art Schockstarre... in einem innerlichen Zittern, ohne allerdings weinen zu können oder Worte dafür zu haben. Natürlich hat dieses Mitfühlen ein paar Vorteile, doch die haben minimale Auswirkungen. Sie bestehen lediglich darin, dass ich die gesamte Gesellschaft und das eigene Verhalten hinterfrage und dadurch robuster dagegen bin, bei einer unethischen Sache mitzumachen, nur weil es der Normalität entspricht. Ganz konkret habe ich das eigene Verhalten kritisiert und stark verändert, esse also vegan, bin für die Knochenmarkspende registriert und habe begonnen, Kleidungsstücke aus fairem Handel zu kaufen, obwohl ich persönlich niemanden in meinem Umfeld habe, der dies tut.

    Andererseits trifft mich das Ganze zu sehr, als dass ich mich aktiv für eine Veränderung einsetzen könnte. Wenn eine oder zwei Dokumentationen über schlimme Schicksale in einem bestimmten afrikanischen Land dazu führen, dass ich zwei Monate lang an nichts anderes denken kann, könnte ich wohl eher nicht in die Politik gehen und mich für fairere Handelsabkommen einsetzen. Was am meisten stresst, ist die Ignoranz der meisten Personen. Ohne die Ignoranz der meisten Personen würde beispielsweise der unfaire Handel gar nicht existieren. Und dies bringt mich meistens gedanklich regelrecht zum Umfallen… Ich könnte mir kaum vorstellen, in die Politik zu gehen und dort mit Personen zu diskutieren, die unfaire Handelsabkommen beibehalten wollen, einen dazu sogar verbal angreifen und dabei nicht ansatzweise nachvollziehen können, dass einen diese Thematik tatsächlich stärker betrifft als eine Entscheidung in einem strategischen Computerspiel. Ebenfalls würde es mir schwerfallen, als Menschenrechtsaktivistin oder Tierrechtsaktivistin öffentlich aufzutreten und mich beschimpfen zu lassen als jemand, der nicht aus Empathie handele, sondern angeblich, um sich als was Besseres vorzukommen. Es fällt mir schwer, einer Person zu begegnen, die selbst so wenig Empathie hat, dass sie sich nicht einmal vorstellen kann, dass man sich aus Empathie für eine bessere Welt einsetzen kann.

    Insofern denke ich also sehr viel über die Welt nach, ohne selbst viel bewegen zu können... ich höre dann einfach stundenlang düstere Musik, die diesem Gefühl gründlich Ausdruck verleiht, oder schaue schwarze Komödien. Nun gibt es aber ein Dilemma: Ich kann mich einerseits nicht wirklich dafür einsetzen, dass die Welt besser wird, aber andererseits ist es auch keine Option, einfach nicht mehr daran zu denken, sondern mein Ding zu drehen und mich auf das eigene Leben zu konzentrieren. Ich kann mich gar nicht mehr auf den Alltag hier in unserer Gesellschaft konzentrieren. Die Werte hier sind Pünktlichkeit, ein guter Haushalt, gute Schulnoten, fleissige Arbeit, aber es kümmert kaum einen, welches Kind das T-Shirt, das man vielleicht gerade trägt, hergestellt hat. Die guten Gefühle, die mit dem Alltag hier zusammenhängen, kommen mir so surreal und eiskalt vor... (also die Freude über eine Beförderung, eine gute Note, ein neues Kleidungsstück, kleinere Befindlichkeitsstörungen, weil jemand zu spät kommt etc). Aus diesem Grund lebe ich ein ziemlich zurückgezogenes Leben. Die Einsamkeit zuhause ist erträglicher als die Einsamkeit, die ich fühle, wenn ich unter Menschen bin, die das Ganze nicht verstehen.

    Also sitze ich in der Freizeit zuhause hinter dem Computer, höre düstere Musik und treffe gelegentlich mal ein oder zwei Personen, die mir bezüglich der hier beschriebenen Sache ein Stück weit ähnlich sind.

    Diese Betroffenheit, die ich eben ausführte, ist aber nur die eine Seite der Medaille. Auch die angenehmeren Gefühle sind ganz anders gestrickt als allgemein üblich. So habe ich immer wieder Gänsehaut, wenn ich mitbekomme, wie eine Person gegenüber einer anderen Person auf irgendeine Art und Weise empathisch ist. (Auch Musik oder Entspannung löst immer wieder Gänsehaut aus). Dadurch ist es so, dass ich fast jeden Tag solche Gänsehautschauer erlebe. Manchmal ein oder zwei Tage nicht, an anderen Tagen dann aber gleich zwanzig Mal... die Empathie führt also auch zu besonders intensiven und angenehmen Gefühlen. Ich finde es auch gemütlich, frisch verliebten Paaren zuzusehen oder mit befreundeten Päärchen abzumachen.

    Kommt jemandem dieses Dilemma bekannt vor, nicht den Nerv zu haben, um mit gewissen Politikern über eine Verbesserung der Welt zu diskutieren, aber gleichzeitig auch zu viel gesehen zu haben, um je noch etwas mit unserem normalen Alltag anfangen zu können und in Gedanken hier zu sein? Hat jemand Auswege aus diesem Dilemma gefunden?

    LG
    Sheila
     
  2. Venus083

    Venus083 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. April 2005
    Beiträge:
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    Hallo liebe Sheila,

    ich empfinde genauso. Als zb. das Dilemma der Atomkraftwerke in Japan war, hat mir die Information im Radio schon gereicht um den schmerz der Menschen zu fühlen.

    Eine Freundin meinte ich solle doch bitte den Fernseh anschalten und mir alle Bilder dazu ansehen... soll mich bilden. Ich lies mich überreden. Und e voila... Die Bilder die mir das Radio mehr oder weniger übermittelten, waren dann im Tv. Ganz toll, wenn man mit tränen davor sitzt und den schock Tage lang mit rum schleppt. Mir gings danach einfach noch schlechter. Deshalb blende ich Nachrichten gerne aus. Es wird zu 90% nämlich nur das schlechte auf der Welt gezeigt, was man sich dann einfach mit ins Seelenleben nimmt.

    Ebola zb. ich denke, das ich genug davon weiß. Muss mir aber nicht noch die kranken Menschen dazu ansehen. Oweiii... :(

    Was du aber keinesfalls tun solltest, wäre dich nicht Zuhause einzusperren. Tu weiterhin die Dinge die du liebst, anstatt dir trauer Musik rein zu ziehen. Das zieht einen normalerweise noch mehr runter!

    Und dass du Menschen um dich herum hast, die ebenfalls vom Wesen her wie du sind. Ist doch ganz normal :) Freundschaften haben nur einen Sinn... oder können nur funktionieren, wenn man miteinander harmoniert ;)


    Jetzt aber... Herzlich Willkommen hier im Forum :umarmen:

    Beschäfftige dich nun mal vermehrt mit schönen Themen, welche auch ganz nach deinem Interesse sind und dein Herz öffnen :kuesse:



    Lg Venus
     
  3. Sheila1986

    Sheila1986 Aktives Mitglied

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    Hallo Venus

    Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Es scheint, dass du weisst, wovon ich sprach :danke:

    Es ist eine interessante Idee, öfters zu tun, was man liebt. :) Mir fällt nun auf, dass mein einziges Hobby darin besteht, Musik zu hören und im Internet zu surfen. Im Internet informiere ich mich seit etwa 10 Jahren hauptsächlich über verschiedenste Charaktereigenschaften und Weltsichten von Personen, schaue beispielsweise auch Videos an, in welchen andere Personen ihre Vermutungen über verschiedenste Persönlichkeitseigenschaften sagen. Auch das Studium war im sozialen/geisteswissenschaftlichen Bereich, sodass ich auch für das Studium über die Weltsichten und das Verhalten von Menschen nachdachte. Eigentlich denke ich seit vielen Jahren fast jede Minute über die Menschen nach. :autsch:

    Durch diesen enormen Zeitaufwand lernte ich sehr viel über die Menschen und die Verschiedenartigkeit zwischen den Menschen. Ich denke heute ganz anders über die Menschen und die Welt nach als noch vor vier Jahren und bin mir gleichzeitig bewusst, dass es diesbezüglich in den nächsten Jahren ebenfalls wieder Veränderungen geben wird. Aber vielleicht ist eine Pause mal angemessen?! Mal öfters ein paar Stunden lang nichts tun, das den Zweck hat, die Welt und die Menschen besser zu verstehen?! Ein Hobby, das alleine und für sich Spass macht; ohne einen Zweck zu haben? Malen wäre ein angenehmes Hobby (da kann man die düsteren Gefühle über das Weltgeschehen richtig zum Ausdruck bringen :ironie:)

    Sollte die Idee funktionieren, sich ein Friede-Freude-Eierkuchen-Hobby zuzulegen, beispielsweise zu töpern oder (farbenfrohe) Bilder zu malen? Kann man sich da von den Gedanken über die Welt ablenken? Oder lässt einen der Zustand dieser Welt nicht los, sodass es erst befriedigend ist, wenn man alles gibt, um etwas zu bewirken? Ich habe nämlich ernsthafte Zweifel daran, ob es überhaupt möglich ist, zutiefst im Inneren glücklich zu sein, während so viele Menschen hungern oder in Kriege verwickelt sind und man dabei machtlos zuschaut. Wie soll da ein bisschen Töpfern oder Malen ablenken können?! Man hat ja ein Gedächtnis. Das Wissen um das Weltgeschehen ist auch während dem Malen oder Töpfern vorhanden und man kann während einer solchen Tätigkeit gut darüber nachdenken.

    Vielleicht wäre Sport eine Möglichkeit. Da hat man ansatzweise Atemnot und keine Fähigkeit mehr, klar zu denken. Dadurch ist Sport geeignet, um sich von Gedanken über die Welt abzulenken. Und nach einigen Minuten Sport bekommt man noch einen Schuss körpereigener Endorphine.

    Angenommen, ein Schöne-heile-Welt-Hobby wie Malen oder Sport kann einen immer wieder für einige Stunden vom Schock über das Weltgeschehen ablenken, ist es dann möglich, dass man dann dafür an anderen Tagen auch eher den Nerv hat, um aktiv etwas gegen unfaire Handelsbedingungen, Armut und ähnliches zu unternehmen? Oder ist eine zweite Möglichkeit wahrscheinlicher, nämlich dass ein solches Hobby (bzw. ein Endorphin-Zustand nach häufigem Sport) dazu führt, dass man beginnt, auch das Weltgeschehen durch eine Schöne-heile-Welt-Brille zu betrachten und die Geschehnisse zu verharmlosen?!

    Bei genauem Nachdenken komme ich nun zum Schluss, dass diese zweite Möglichkeit kaum zutreffen könnte (dass ein Friede-Freude-Eierkuchen-Hobby bei mir dazu führen würde, auch die Welt durch eine rosa Brille zu betrachten und das Weltgeschehen zu verharmlosen). Denn wenn ich mich nur noch mit oberflächlich fröhlichen Hobbies beschäftige, habe ich den Eindruck, nur noch die Hälfte meines Gehirns zu benützen, also nur die Hälfte des Bewusstseins zu haben und somit halb tot zu sein. Das ist eines der unangenehmsten Gefühle, total kalt. Die Sehnsucht nach Musik, die einen Schockzustand über die Welt ausdrückt, wird dann umso grösser... (oder alternativ vielleicht die Sehnsucht, mich gegen unfairen Handel oder ähnliches einzusetzen). Erst wenn ich auch diese Gefühle zulasse, habe ich den Eindruck, vollständig bei Bewusstsein zu sein und nicht halb tot. Dies ist auch der Grund, warum ich seit Jahren kein gemütliches Schöne-heile-Welt-Hobby habe...
    Für den Fall, dass die erstere Möglichkeit zutrifft (durch ein solches Hobby auch mehr Nerven zu haben, um sich für etwas einzusetzen), könnte ich das mit dem gemütlichen Hobby aber mal ausprobieren. Wenn beides Hand in Hand geht, also nicht nur ein gemütliches Hobby, sondern gleichzeitig auch mehr Einsatz für eine fairere Welt, dann kann ich das Hobby vielleicht eher ausüben, ohne mich dabei halb bewusstlos und halb tot zu fühlen.


    Danke für das nette Willkommenheissen! :)
     
  4. Garfield

    Garfield Sehr aktives Mitglied

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    Sachen von denen ich mich nicht mehr in akeptabler Zeit wieder abgrenzen kann denen setze ich mich nicht in der Tiefe aus.

    Ich hätte zB massiv Probleme wenn ich bei Amnesty International mitarbeiten würde. Ich weiss daß es diese Vorgänge gibt, das langt, mit den Details kann ich mich nicht beschäftigen da ich dazu psychisch-emotional nicht stabil genug bin.

    Dazu würde ich auch dir raten.

    Weil die Welt hat keinen Mehrwert davon daß wenn es sagen wir mal 10% der Menschen sehr schlecht geht die restlichen 90% davon so sehr runtergezogen sind daß sie viel zu angeschlagen sind um irgendwas sinnvolles zu tun.
     
    Amaly82 gefällt das.
  5. Garfield

    Garfield Sehr aktives Mitglied

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    Wieso? Die schönen Dinge sind doch auch ein legitimer Aspekt dieser Welt. Wenn du dich damit beschäftigst verdrängst du doch nicht die schlimmen Aspekte. Das tätest du nur wenn du dich NUR NOCH mit solchen Sachen beschäftigst mit der Absicht den Rest nicht wissen zu wollen.

    Und gegen einen Grossteil der unschönen Dinge die auf der Welt so vor sich gehen kannst du doch eh rein garnichts tun. Was soll es da dann bringen wenn du dir darüber dein eigenes Leben versauerst?
     
  6. Venus083

    Venus083 Sehr aktives Mitglied

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    Oje meine Liebe :umarmen: wo ist denn dein Leben hin??? :umarmen:

    Du hast dich mitlerweile so in deine Gedanken verrant und scheinst dort auch garnicht mehr rauß zu wollen. Warum? Warum fühlst du dich wohl, wenn du das Leid der anderen Menschen mitträgst?

    Du bist verantwortlich für dein Leben und nicht das Leben der anderen!!!

    Geh in den Supermarkt und kauf dir ein Überraschungsei. Mach es auf, und freue dich auf die Schokolade und das was drinnen ist ;)

    Ich glaube nämlich das du mir jetzt als Antwort geben würdest.... Nein! Ich stehe davor und überlege erstmal welches ich nehmen soll... soll ich überhaupt eins kaufen :confused: ? Denn wenn etwas zum basteln drin ist, habe ich überhaupt die Zeit dafür? Ist es eine Figur, wie wurde die Hergestellt oder was mache ich dann mit Ihr?

    Meine Liebe, du wirst irgendwann Kopfschmerzen vom vielen Denken bekommen :kiss4: lass doch das Leben einfach mal laufen. Sehe dich wieder als Kind. Sehe die Welt als toll und Entdeckungsreise!

    Wenn du Fairtrade Produkte kaufen möchtest, dann tu dies. Tue es aber um dir damit einen gefallen zu tun. Nicht weil du damit jetzt die Welt verbessert hast. Du bist wichtig! Nimm dich mal mehr in den Arm und gebe dir selbst mehr Wert!!! Setz dich in kein tiefes Loch der Einsamkeit denn das Leben kann so schön sein :kuesse:


    Und nicht das du mich falsch verstehst. Es ist sowas von schön zu hören, das es noch Menschen wie dich gibt, die sich Gedanken um die Welt machen :) aber du alleine kannst daran nichts ändern. Geh ruhig gemeinnützig etwas für unsere Gesellschaft tun aber gehe trotzdem deinen interessen nach. Suche dir Freunde und geh rauß in die Welt :kiss4:
     
  7. WildSau

    WildSau Aktives Mitglied

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    303
    du schreibst ausschließlich von deinem "empathischsein". jetzt würd mich interessieren: hast du denn auch eigene gefühle, neben der von dir beschriebenen "schockstarre"?
    solche, die nur aus dir kommen und sich auf dein eigenes leben beziehen?
    wenn ja, was empfindest du über und für dich und dein leben?
    hast du wünsche, ziele, hoffnungen? ängste, freuden, abneigungen, vorlieben?

    ja, ich hab eine lösung, die in jedem fall funktioniert.
    wenn du das leid der welt verringern willst, musst du bei dir selbst anfangen und DEIN EIGENES LEID verringern. du selbst bist effektiv die einzige person, auf die du zu 100% einfluss hast. alles andere auf der welt unterliegt nur sehr begrenzt deiner kontrolle.

    es hat ein bischen was von größenwahn, wenn du glaubst, die ganze welt erlösen zu müssen. bei einem solchen vorhaben ist das scheitern schon inbegriffen - klar, dass dich schon vor jedem start alle kräfte verlassen. ;)
    was du da oben tust ist nicht nachdenken, sondern - sorry für den ausdruck- hirnwichsen.
    außerdem finde ich die idee die welt verbessern zu müssen unglaublich überheblich. lass den anderen (auch den in deinen augen leidenden) ihre eigene verantwortung, bitte! du bist die einzige, für die du 100% der verantwortung übernehmen darfst und musst. beginn damit, dass du die verantwortung für deine gefühle und gedanken übernimmst und hör als erstes mal auf damit, dir ständig sachen reinzuziehen, die dich fertigmachen. schau drauf, dass es dir gut geht! ja, schirm dich ab vom leid der welt und setzt alles dran, dass du dich wohl fühlst in dir und deinem leben. sei ein bischen egoistisch! überleg dir, was du dir persönlich für dich wünschst und fang an, dir diese wünsche zu erfüllen! fang damit an, ganz kleine dinge für dich zu tun. ja, echt, wenn du das willst kauf dir ein überraschungsei. jeden tag was schönes, nur für dich.

    wenn du das schaffst, ich schwörs dir, vergeht die einsamkeit. und du merkst dann, dass auch die verleugnenden spießer um dich rum, mit denen du derzeit so gar nicht mitfühlen kannst, ein teil von dir sind. und dass das gut ist und schön und richtig so.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. August 2014
  8. darkmoon33

    darkmoon33 Aktives Mitglied

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    Beiträge:
    297
    Schwierige, schwierig. Klar musst du lernen dich abzugrenzen, aber das ist leichter gesagt als getan. Zuallererst musst du dir mal klar machen, dass es keinem einzigem Menschen auf die Welt besser geht, nur weil du für die Welt sozusagen leidest.

    Also versuche dich glücklich zu machen, denn das liegt in deiner Hand und tue dann etwas nützliches. Sicherlich kann es nur im kleinen Rahmen sein, aber wenn alle etwas tun was nützlich ist, dann wäre die Welt insgesamt doch schon etwas besser. Nützliches: Je nach Vorliebe hilf bei der Essenausgabe der Arche mit oder opfere einen Sonntag und versorge die Tiere im Tierheim in deiner Nähe, oder oder.
     
  9. Sheila1986

    Sheila1986 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. August 2014
    Beiträge:
    265
    Herzlichen Dank für die vielen Antworten!

    @Garfield: Bei Amnesty International könnte ich auch nicht arbeiten...

    @WildSau:
    Diese Ansichten kann ich nicht teilen... auch sagte ich nie, dass ich das Gefühl hätte, die ganze Welt erlösen zu müssen.

    Ja klar, Freude über eine gelungene Arbeit oder ähnliches...

    @Venus und darkmoon
    hmm... ist das tatsächlich noch möglich? Als Kind hatte ich noch keine Ahnung, was auf der Welt passiert. Diese war noch in Ordnung. Während der Jugend bekam ich Stück für Stück weitere Infos, was auf der Welt geschieht. Die Welt zerbrach jedes Jahr mehr in Scherben. Am meisten stressen mich die Verbrechen, die im eigenen Land geschahen und vermutlich hauptsächlich von ganz normalen Personen durchgeführt wurden... Taten, die zu diesen Zeiten sogar noch gesellschaftlich akzeptiert und als rechtlich in Ordnung empfunden wurden, sodass sie bis heute nicht strafrechtlich verfolgt werden. Auch in anderen Ländern stresst mich am meisten die Gewalt, die vom Mainstream der Gesellschaft getragen wird.

    Ich selbst möchte einfach meine Ruhe haben, tun können, was ich will, und keine Personen sehen, die fast verhungern oder gefoltert werden. Am allerliebsten wäre mir, ein Weltfrieden (und auch das Lösen von Menschenrechtsverletzungen hierzulande) würde einfach von alleine zustande kommen, von heute auf morgen, sodass ich ab morgen weiss, dass die Welt in Ordnung ist und ich wieder leben kann wie früher als Kind. Ich will wie in der Kindheit draussen in der Sonne sitzen, dabei Romane lesen, basteln und gleichzeitig wissen, dass es allen Menschen (bis auf natürliche Krankheiten) ganz gut geht. Ich habe seit Jahren ein Bild vor Augen: ein eigenes Haus mit Garten... ich sehe von innen auf den Garten mit Gartentisch, auf dem Kaffee und Tee bereit steht... mit einem Mann und eventuell mit Kindern. :) Ich würde nach draussen gehen, mich an den Tisch setzen und das Gefühl haben, dass die gesamte Welt in Ordnung ist. So als wäre alles andere, was ich von der Welt bislang mitbekam, nur ein böser Traum gewesen.

    Die Welt, wie sie ist, gefällt mir wirklich nicht, in den Blicken von gefolterten Menschen sind Schreie, welche die ganze Welt durchdringen, das kann ich niemals vergessen. Diesen Zustand kenne ich jetzt seit etwa zwölf Jahren. Vor ein paar Jahren kamen auch noch eigene Gewalterfahrungen hinzu, sodass der Schockzustand seither nicht nur das Weltgeschehen betrifft, sondern nun zusätzlich auch noch eigene Erfahrungen.

    Aus diesen Gründen kann ich nicht mehr leben wie früher als Kind, es gibt keinen Weg dorthin zurück. Die Szenen mit Sonnenlicht, Liegestuhl, Lesen im Garten, sind sehr weit weg... wenn jetzt die Sonne scheint, ist dies so unecht. Wie eine Erinnerung, die man fast vergessen hat... das Gefühl, in der Sonne zu sitzen und so zu empfinden, dass die ganze Welt in Ordnung ist, gibt es nicht mehr.

    Ich habe mal ein wenig überlegt und irgendwie komme ich zum Schluss, dass es eventuell wenig bringt, wenn ich umherschaue und prüfe, welche Lebensführungen denn der Norm entsprechen und überlege, ob dies etwas für mich wäre. Denn irgendwie habe ich nicht mehr den Eindruck, der Norm zu entsprechen, sondern das Gefühl, einen eigenen Weg finden zu müssen. Seit etwa einem Jahrzehnt habe ich zwei Vorstellungen über die Zukunft, wovon die Eine die eben erwähnte Vorstellung von Familie und Haus mit Garten ist. Die zweite Vorstellung bezieht sich besonders stark auf die düstere Seite von mir... den Schockzustand darüber, wozu Menschen fähig sind... ich stelle mir seit über einem Jahrzehnt immer wieder vor, auf jemanden zu treffen, der diese Seite ebenfalls kennt, sodass ein gegenseitiges Verständnis da ist und ein Kontakt zustande kommt, den ich so bislang nicht wirklich kenne und in welchem diese düstere Seite existieren kann.

    Eigentlich führe ich ein Doppelleben. Die düstere Seite behalte ich für mich, während ich gegenüber anderen Personen nur die Gefühle zeige, die so üblich sind. Allenfalls spreche ich mal darüber, dass mich bestimmte Themen beschäftigen, aber die Emotionen zeige ich so gut wie gar nicht, sondern bleibe sachlich. Die Hoffnung, jemanden zu treffen, mit dem ein Kontakt auf dieser "düstereren", erweiterten Bewusstseinsebene möglich ist, habe ich irgendwie jedenfalls schon lange aufgegeben. Im jungen Erwachenenalter versuchte ich, diesen Kontakt herzustellen, fand aber niemanden, mit dem dies möglich war. Derzeit frage ich mich aber immer noch, ob tatsächlich kaum einer diese Art von Kontakt kennt oder ob ich schon mehrere Personen kennen gelernt habe, die ähnlich wie ich fühlen, die das aber gegen aussen ebenfalls nicht zeigten, sodass wir uns gegenseitig nicht erkannten?

    Mir geht es gar nicht darum, die ganze Zeit dieses Leid fühlen zu wollen... mir ist nur das Doppelleben zu anstrengend... also alle Gefühle über das Leid anderer Menschen sowie Erinnerungen für mich zu behalten und so zu tun, als würde ich mich voll auf das eigene Leben, in diesem Moment, konzentrieren können.

    Liebe Grüsse
    Sheila
     
  10. Alesius

    Alesius Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. Juli 2012
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    551
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    Liebe Sheila,
    ja es gibt hier einige Dinge die nicht so schön sind. Genau so gibt es aber auch wundervolle warmherzige Menschen, die anderen mit freuden weiterhelfen und ihr eigenes Leben genießen. Nur verbreiten die Medien ersteres weil Ängste Einschaltquoten bringen. Wird positives berichtet sinken die Quoten, nicht weil es den Menschen nicht gefällt, sondern weil sie die lähmende Angst verlieren und sie sich die Menschen ihren wahren Leben zuwenden.

    Nimm das auf was Du wirklich "brauchst" und lass das andere "liegen". Nur so kann eine Blume erblühen. :) Schau den glücklichen Menschen zu, dem fließendem Wasser, lausche den raschenlden Blättern im Wald und genieße die Sonne. Lass das was Du eigentlich bist zum Vorschein kommen, indem du ihm Aufmerksamkeit schenkst.:kiss4:

    Auch deine Empathie wirst du meistern. Es ist ein Gabe und ein Geschenk. Finde deinen Ausgleich und du wirst auch lernen nur noch das anzunehmen was du wirklich brauchst. Leide nicht mehr mit, sondern fühle nur noch.

    "Unser" GRÜNER Außenminister Joschka Fischer antwortete mal wieso er denn nicht seine Träume aus der Gründungsphase der Grünen umsetzen würde damit, dass er "Sachzwängen unterliege und daher garnicht frei entscheiden könne". Viele Menschen sind Gefangen und spielen das Spiel mit, obwohl es sich nicht glücklich macht. Der "Trick" ist es sich selbst zu vertrauen und seinem inneren Wesen zu folgen. Andere Menschen kannst du weder zwingen noch "überreden" anders zu handeln. Du kannst aber Vorleben - lebe deinen Traum, erlebe und entfalte dich selbst und es werden dir viele folgen.

    Damit schließt sich der Kreis: nimm das an was du tatsächlich brauchst und lass das "liegen". Lass den ganzen Schmerz los und du wirst wieder sehen können wie schön das Leben ist! :)

    Ich wünsche Dir viel Liebe, Kraft und Zuversicht.

    Liebe Grüße
    Alesius
     
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