WUT und Zorn vermeiden?

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Unterdrücken ist Ignorieren, das macht krank.
Vermeidung ist, die Emotionen gar nicht erst hochkommen zu lassen.


Die Grenze zwischen Bewusstheit und Unbewusstheit auch. Trotzdem kann man es nicht gleichsetzen.
Vermeidung ist etwas aus dem Weg zu gehen und man unterdrückt wenn das aus dem Weg gehen nicht funktioniert hat. Funktioniert das Eine nicht kommt das Andere ins Spiel. Ist bei manchen Menschen nunmal so.
Das Vermeiden wollen ist genauso wenig gut wie das Unterdrücken
Beides eine Strategie und beide Strategien sind nicht die wirklich richtigen Strategien, weil Vermeiden und Unterdrücken unnötig Druck erzeugt, dass am Ende auch zur körperlichen Gewalt führen kann, weil beides in sich zusammengebrochen ist.
 
Menschen, die schnell in Zorn geraten, sind meist Menschen, die sich auch ganz schnell wieder beruhigt haben und auch kaum nachtragend sind.
Mir sind die wesentlich lieber, als die, die stumm und beherrscht nicken und drei Jahre später immer noch nicht aufgehört haben, von einer Sache zu reden.

Menschen sind verschieden und keiner muss was vermeiden, das er in sich hat.

Und der Dalai Lama, der soll vor seiner eigenen Türe kehren.


:o
Seh ich ganz genau so!

Außerdem kann man aus einem Choleriker keinen Sanguiniker machen.

Mir sind Leute, die ab und zu mal heißlaufen, beim Arxxx lieber als solche, bei denen man nie weiß, was sich hinter der ruhigen Fassade abspielt.

Die "Häferl" sind ehrlich und authentisch, schnell auf der Palme, aber auch schnell wieder herunten und man weiß immer, woran man ist.
 

Ich habe den Begriff so übernommen, wie es bei der Frage im Video übersetzt wurde.
Und wenn ich mir die Inhalte davon noch mal anhöre, kann ich beim besten Willen,
nicht heraushören, dass es dort um Unterdrücken von negativen Gefühlen geht.

Auch mit dem Vermeiden ist sicher nicht aus dem Weg gehen gemeint,
sondern bei negativen Gefühlen wie Wut in Alltagssituationen in eine Distanz gehen,
sie beobachten und eine gute Entscheidung darüber was man tut / wie
angemessen reagiert, trifft.
 
wenn man MAL wütend über irgendwas ist, wasweißich,
weil der Depp vor einem mega langsam fährt und man hats eilig ...
na dann ist das harmlos, klingt rasch wieder ab und kann sich
sogar belebend anfühlen - grad wenn ansonsten wenig los ist. ;)

wenn man aber über längere Zeit hin in einer Situation steckt,
die mit sich bringt, daß man immer wieder wütend wird und einen
das Ganze persönlich berührt, dann ist das SEHR unangenehm.

DAS ist richtig krankmachend. da ist nix lustig dran oder sonstwie toll.
es zerfrisst einen und läßt einen stundenlang nicht los. es brodelt
und man spürt richtig, wie das für den Körper schädlich ist.

wer das nicht kennt - Glückwunsch! - sei ihm gegönnt und gewünscht,
daß er es auch zukünftig nicht kennenlernen wird.

ich denke, wenn darüber gesprochen wird, wie man mit seiner Wut
umgehen lernt usw, dann ist diese schlimme Art Wut gemeint und nicht
die harmlose. über Kleinkram zu reden würde sich ja garnicht lohnen.
 
Ich wohne mitten in der Stadt, in einer touristisch gut erschlossenen Gegend. Die Straße ist recht schmal, es fahren Busse und LKW durch, es wird gerne in zweiter Reihe geparkt zum Be- und Entladen, zum Telefonieren oder weil in der Nähe grad kein Parkplatz frei ist. Das macht die Straße regelmäßig zur Einbahnstraße mit temporären Hindernissen.

In dieser Straße gerate ich vermutlich eher unter die Räder eines Radlers. Zum einen unter die derjenigen, für die der Weg zwischen Büro und Daheim eine Rennstrecke ist und die rote Ampeln nicht als Signal zum Anhalten, sondern als Dekoartikel zu verstehen scheinen, das sich gut ignorieren läßt. Die Autofahrer sind überwiegend umsichtig unterwegs. Das Tempolimit 30 ist eher freiwillig. Da gibt es diese solarstrombetriebenen Aufsteller die in rot "Langsam!" mahnen und in grün "Danke" sagen. Wie effektiv dieses Lichtspiel ist, kann ich nicht sagen.

Zum anderen gibt es diese Leihräder für Touristen. Leute, die seit Jahren nicht mehr mit dem Rad unterwegs waren, bewegen sich hier gerne umweltbewußt durch die Stadt. Es ist nicht der ganze Reisebus, dessen Besatzung sich dann im gemütlichen Tempo durch diese Straße bewegt. Sie fahren versetzt, zu zweit oder zu dritt nebeneinander her, machen sich auf Restaurants und Geschäfte aufmerksam und parken ihre Räder gerne da, wo sie die Touri App hingeführt hat. Die Räder müssen nicht abgeschlossen werden, sie können einfach irgendwo stehen. Und weil die Leute mit Leihrädern selten allein on tour sind, stehen da gleich mehrere Räder nebeneinander auf dem Gehsteig.

Von den Fahrradkurieren, die aus den Restaurants die Essensbestellungen abholen, kann man nicht erwarten, daß sie ihre Räder irgendwo hinstellen. Sie dürfen unmittelbar vor dem Eingang stehen. Bei populären Restaurants parken da öfters mal 2 oder 3 nebeneinander.

Die Gehsteige rechts und links sind recht breit. Müssen sie auch sein, denn die Cafés und Restaurants haben Außentische und -bänke. Touristen wollen sich gerne das "bunte Treiben" begucken und das begucken macht draußen mehr Spaß. Die Cafés stellen die Stühle daher nicht einander gegenüber auf, sondern nebeneinander, damit der Gast den Blick zur Straße hat.
Den verbleibenden Rest des Gehwegs kann man zum Flanieren in Dreier- oder Vierreihen benutzen. Oder zum unvermittelt Stehenbleiben, weil die Landschaft so schön ist oder das Menüangebot auf den Aufstellern neben den Außentischen betrachtet sein will.

Am Tag ist es draußen lärmig. Die Restaurants haben z.T. Musik im Programm, die aus den an der Wand montierten Lautsprechern schallt. Sie alle haben Gäste, die sich nett unterhalten. Mit steigendem Alkoholpegel wird der Drang, sich mitzuteilen, verstärkt und wenn sich die ganze Gruppe ordentlich betankt, steigen entsprechend die Stimmlagen.
Ab 23°° stellen die meisten Restaurants ihren Außenbetrieb so langsam ein, aber bei gutem Wetter verweilen die Gäste gerne noch ein Weilchen. Doch das muß nicht das Ende des Abends sein. Es gibt noch gemütliche Bänke zum Sitzen und dank Tankstelle oder Spätkauf sitzen die Leute auch nicht auf dem Trockenen.

Weil es viele Ferienwohnungen mit Balkon und Terrasse gibt, können es sich die Leute auch gemütlicher machen. Gerne mit Musik, dann haben die Leute im Hinterhof auch was davon. Am Freitag war's z.B. italienische Oper, aber es wurde nicht mitgesungen.
Gegen 3°° wird's meistens wirklich ruhig. Aber ab 4°° kommt die Straßenreinigung und die Putzfrauen machen die Cafés und Restaurants wieder frühlingsfrisch und die gusseisernen Stühle und Tische werden dabei hin- und hergeschoben.



Ich fühle mich ohnmächtig, denn ich habe keine Ohrenlider, die ich zuklappen kann.
Ich sitze hier mit Kopfhörern und lausche Regentropfen und Gewittern in Dauerschleife, denn das Kind über mir zahnt und das andere fährt mit dem Bobbycar durch die Küche. Das Restaurant im Haus bereitet sich allmählich auf die Öffnung vor und die Mitarbeiter telefonieren mit ihren Lieben auf der Bank vor meinem Küchenfenster.

Die Baustelle im Nachbarhaus kommt seit Jahren nicht voran und die Kita nebenan hat ihren Abenteuerspielplatz so schön ausgebaut, daß die Kinder aus dem Nachbarhaus nach Feierabend der Kita dort spielen gehen. Irgendeiner spielt immer Feuerwehr/Rettungswagen/Polizei, "tatütata" ist auch dieses Jahr im Trend.

Ich stelle mich nicht auf den Balkon, der den Wohnwert und die Miete erhöht und brülle die Kinder nicht an, weil ich mich noch zu gut erinnere, wie ich angebrüllt wurde und wie sehr mich das verstört hat.
Ich brülle auch die Touris nicht an, oder die Autofahrer oder die Radler. Ich bin Teil von diesem Wahnsinn. Deswegen nehme ich meine Wut und meinen Zorn gar nicht so ernst, denn sie flammen auf und erlöschen.
Ich fahr zwar nicht über rote Ampeln und schleife auch keine Dielen ab, aber auf irgendeine Weise errege auch ich den Zorn oder die Wut meiner Mitmenschen.
Irgendein Verhalten von mir ist genau so ignorant, daß es jemanden zur Weißglut treibt, ohne mein Wissen und ohne Absicht.
Wie wäre es mit umziehen?
 
Und trotzdem ist es erstaunlich wer auf so was anspringt, dass zeigt doch es hat nur allein mit demjenigen zu tun.

Bestes Beispiel @Heather.

Im Grunde genommen sollte es so sein, dass wenn man so etwas spürt wie Wut spürt sie erst mal betrachten was nun der Auslöser war.:wut2:

Sehr schwer aber die berühmten Schritte um den Wohnungsblock bringen meistens schon Erleichterung-:schaukel:


Klar, wenn ich vor Wut schnaube und kurz vorm Explodieren bin, dann setz ich mich erst mal ganz ruhig hin und schau in mich, woher die Wut kommt ...

:ROFLMAO:
 
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Seh ich ganz genau so!

Außerdem kann man aus einem Choleriker keinen Sanguiniker machen.

Mir sind Leute, die ab und zu mal heißlaufen, beim Arxxx lieber als solche, bei denen man nie weiß, was sich hinter der ruhigen Fassade abspielt.

Die "Häferl" sind ehrlich und authentisch, schnell auf der Palme, aber auch schnell wieder herunten und man weiß immer, woran man ist.

Nun, es gibt auch Menschen, die wenig zornig und dabei sehr authentisch sind :)

Ich bin immer weniger zornig, es lohnt sich meistens nicht. Ausserdem wecke ich damit noch Zorn beim Gegenüber, sieht man ja im Forum, was das bringt. .
Und wenn ich verstanden habe, worum es dem anderen in Wirklichkeit geht, bin ich eh nie zornig.

Wenn mir aber der Geduldsfaden reisst (und dann bin ich auch nicht unbedingt wütend), werde ich sehr nüchtern, fast kalt, es kommen ein, zwei knappe Sätze, die sitzen (die hab ich mir dann nicht überlegt, die kommen wie aus der Pistole geschossen) - und der andere tut es nie wieder.
 
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