@Knurzhart, ich verstehe deinen Punkt: Du sagst, Differenz ist nicht ontologisch notwendig, sondern entsteht operativ durch unseren Zugang – durch den Akt des Differenzierens. Und damit geraten wir in den Zirkelschluss: Wir brauchen Differenz, um Wirklichkeit zu erkennen, können aber die ontologische Basis dieser Differenz nicht bestimmen.
Mein Standpunkt ist formal: Ich spreche nicht von ontologischer Notwendigkeit der Differenz in der Wirklichkeit selbst, sondern von
formaler Notwendigkeit der Differenz für Erfahrung und Unterscheidung. Selbst wenn alles, was erscheint, subjektiv ist, muss es mindestens diese Struktur geben, damit überhaupt etwas unterscheidbar wird.
Es geht also nicht darum, die Differenz als „tatsächlich existierend“ in der Welt zu behaupten, sondern als
Bedingung dafür, dass wir von Inhalten sprechen können, unabhängig davon, ob die objektive Wirklichkeit definierbar ist oder nicht.