Hallo Ihr Lieben,
nun bin ich echt im Weihnachtsstress
Da mir noch verschiedene Kleinigkeiten eingefallen sind, die mein Mann nicht so direkt mitbekommen muß, werde ich mich mal in die Stadt begeben müssen.
Unser gestriger Tag war wirklich schön und ganz gemütlich, daher habe ich mich nicht mehr gemeldet.Ich konnte meinen Schatz ja schlecht alleine im Wohnzimmer lassen und mich an den Computer setzen.Wir haben eh wenig Zeit, die wir miteinander verbringen können.
Doch ab Donnerstag hat er Urlaub, das wird immer besonders stressig zumal an dem Tag meine Putzhilfe kommt und mein Mann ihre Arbeit mit Arusaugen bewacht. Ich werde ihn einkaufen schicken, dies ist sein Hobby und er fällt hier niemanden auf die Nerven.
Gestern Spätnachmittag brachte meine Freundin ihren Hund ( doch unsere Hund sind richtig dicke Freunde) und es war super schön, wie die Beiden miteinander spielen.
Liebe Nici,
auch ich hatte nach dem Tod meiner Mutter keine große Unterstützung durch meinen Mann. Er hielt sich sehr zurück und ich hatte das Gefühl, es interessiert ihn gar nicht, wie sehr ich leide.Alles ließ er mich alleine machen, z.B. den gesamten Papierkram, dabei wäre es für ihn eine Kleinigkeit gewesen auszusortieren was wichtig und was unwichtig war.
Ich fühlte mich unendlich allein. Meine Gefühle schlugen oft von einer zur anderen Stunde um,in Wut, Trauer, Enttäuschung und Hilflosigkeit.
Ich habe ja keine Geschwister, mein Sohn war einfach gegangen.
In all meiner Verzweiflung rief ich meinen Cousin an und er kam sofort.Mit ihm alles zu regeln, kam mir zwar recht seltsam vor, aber ich konnte mich auf ihn 100% verlassen.
Dann kam ich zu dem Punkt, wo Du jetzt stehst.
Ich überlegte, ob mein Mann mich ignorierte, ob ihm meine Trauer gleichgültig war und fand keine Antwort.
Da ich ein sehr impulsiver Mensch bin, rastete ich völlig aus und alles, aber auch alles brach aus mir hervor.
Unser Haus gehört mir und ich konfrontierte ihn damit, dass ich alles verkaufen würde, wenn sich nichts ändert.(Obwohl ich ihn liebte und ich es wahrscheinlich nicht getan hätte)
Ab diesem Zeitpunkt änderte sich unser Leben.Mein Mann hatte mich als sehr stark eingestuft und begriff nach meinem Ausbruch die gesamte Tragweite meiner Hilflosigkeit.
Mit allen , im zur Verfügung stehenden Mitteln, versuchte er mich zu meinem früheren Ich zurück zu führen, doch ich war schon zu tief eingesunken.
Manchmal tat er mir richtig leid, wenn er so hilflos dastand, Vorschläge machte und ich nur ein müdes Lächeln aufbrachte.
Ich merkte schon, wie leid es ihm tat mir nicht geholfen zu haben, doch ich wollte nicht verzeihen und ihn nun leiden lassen.
Über Monate zog sich diese schlimme Zeit, bis ich ihm dann sagte, wir schaffen es nicht alleine.
Verlieren wollte ich ihn nie - dennoch entfernten wir uns immer mehr voneinander.
Durch die in Anspruch genommene Hilfe, wurde meinem Mann erst bewußt, was ich erwartet hatte, dass sich meine Trauer nicht einfach abstellen ließ und dass ich eine ganze Zeit brauchen würde, um wieder so zu sein, wie er mich kannte und liebte.
Heute kann ich sagen, es war die Mühe wert.
Es war eine harte Zeit, aber wir mußten erst auseinander gehen( bildlich) um dann wieder zueinander zu finden.
Vielleicht hilft Dir meine Geschichte, ich weiß es nicht.
Jeder findet wohl seinen Weg und immer bedeutet dies :
ein neuer Anfang
Deine Ruschka