wie soll ich leben, ohne dich ???

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Dein Mann ist völlig hilflos und er weiß nicht, wie er Dir helfen kann.

Deshalb zieht er sich zurück, denn die wenigsten Männer sind sehr einfühlsam und finden Worte die tröstend sein könnten.

Befreie ihn aus dieser Situation, das ist jetzt ganz wichtig.
Mache ihm bewußt, dass keine großen Worte erwartest, sondern dass es jetzt aber für Dich ganz wichtig ist, seine Liebe zu spüren.
Sag ihm, es würde schön sein, wenn er Dich in den Arm nimmt, wenn Du ganz traurig bist.
Dein Mann braucht Deine Hilfe, ich denke er ist innerlich ziemlich verzweifelt.
( Bei meinem Mann war es nicht anders, bis ich diese Situation löste)

Versuche es, denn Du erwartest doch nur, dass er teilnimmt an Deiner Trauer.
Er dagegen meint etwas tun zu müssen, um die Nici zurück zu bekommen, die Du vorher warst, nur er weiß nicht wie, nicht was.
Er ist genauso allein wie Du.

Ruschka




liebe ruschka,

ich glaube nicht, das er hilflos ist !!!
er hat keine probleme damit, mich zu verletzen ! ( er wirft mir vor, ich sei egoistisch, würde mich nur noch um mich kümmern, etc.) er ignoriert mich eher, um mich zu strafen ! das einzigste, was ihn interessiert ist, wann ich wieder arbeiten gehe ! schließlich bin ich schon 1 1/2 wochen zu hause !
ja, er will die nicole wieder, die ich früher war, die sich um alles kümmert, die arbeiten geht, die den haushalt macht, die die kinder versorgt, die sich um alles kümmert und ihm sein essen kocht ! das mache ich ja alles !!! nur hab ich mir erlaubt, ihm zu sagen, das ich das alles alleine nicht mehr schaffe und etwas hilfe von ihm brauche (da lag ich mit der lungenentzündung flach !) das er auch teil dieser familie ist und mir wenigsten mit den kinder ein bischen helfen könnte oder am abend mal ein versper richten könnte, wenn ich unterweg bin und die kinder zum verein bringe oder vom sport hole ! das war schon zu viel ! er meint, er geht arbeiten und damit sei seine pflicht erfüllt !

er weiß, wie er mir helfen kann ! er hat es ja nach dem tod meines dads auch gemacht, aber nun ist die zeit vorbei, in der er mir gestattet, traurig zu sein !

alleine ist er nicht ! er geht nach der arbeit noch mit kumpels weg, oder am wochenende ! alleine bin nur ich und selbst das interessiert in nicht !

nici
 
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Ja, ich gebe zu, dies hört sich nicht gerade toll an.

Dann mußt Du wohl eine andere Strategie nehmen.
Da jetzt sowieso die Zeit der Veränderung auf Dich zukommen wird( Später wirst Du Dich an meine Worte erinnern)
ist es wohl ander Zeit einen neuen Weg zu finden.
Wenn Dein Mann meint bestimmen zu können, wann etwas abgeschlossen ist,
dann wäre er ein Übermensch.
Ich habe gelesen, dass Trauer nur dann abgeschlossen ist, wenn man selbst die innere Einstellung spürt.
Bei uns ( also mein Mann und ich) war es ähnlich, allerdings nicht so krass.
Er zog sich immer weiter zurück - ich dagegen wurde immer fordernder, bis es irgendwann eskalierte.
Auch er wollte meine Fröhlichkeit zurück und meinte ich hätte mich sehr verändert.
Dies stimmte ja auch, denn mir war etwas Wichtiges genommen worden und diese Endgültigkeit veränderte mich von Tag zu Tag.

Wieder war es eine meiner Freundinnen aus Kindertagen, die mich anschubste und mir zu verstehen gab, dass es so nicht weitergehen könnte.
Sie meinte, ohne fremde Hilfe werdet ihr alles verlieren.
Ich dachte erst, sie spinnt.
Habe mich aber dann gefragt, ob ich es denn alles alleine schaffen könnte?
Mein Resultat war niederschmetternd, denn ich selbst bekam nichts mehr auf die Reihe, hatte zu nichts Lust, war empfindlich und legte jedes Wort aus fie Goldwaage und besonders gut waren meine kritischen Äußerungen.
Kurz gesagt, unser Leben entwickelte sich zum Alptraum.

Ich holte mir Hilfe, nahm meinen Mann gleich mit und innerhalb eines Jahres( eines sehr harten Jahres ) bekam unser Leben eine neue Strucktur.
Gelernt habe ich so manches, viele unbewußte Fehler wurden klarer, ich hatte nur mich gesehen und meine Umwelt links liegen lassen.
War ganz schön heftig zu erkennen, dass der von mir eingeschlagene Weg in die absolute Einsamkeit geführt hätte.
Heute bin ich froh und dankbar, meinen Weg gefunden zu haben, nur allein hätte ich ihn bestimmt nicht gefunden.

Deine Ruschka
 
liebe ruschka,

ich hab mir auch schon überlegt, ob wir hilfe in anspruch nehmen sollten, doch mein mann meint, bei ihm sei alles in ordnung und wenn jemand hilfe bräuchte, dann ich ! o.k. aber mit meiner trauer werde ich sicher fertig !! meine freundin hat neulich mit ihm geredet, sie ist fast verzweifelt und meinte zum schluß, wenn ich in einem jahr noch mit ihm zusammen bin, kann man mir nichtmehr helfen !
aber an trennung will ich nicht denken !
er ist, wie er eben ist ! klar, wir waren noch nie in einer vergleichbaren situation, aber er stellt auf stur und meint, er sei im recht !
ich komme zur zeit nicht an ihn ran, er will seine ruhe, er will seinen alltag wieder und er kann die veränderung an mir nicht akzeptieren. ich bin aber nichtmehr die, die ich noch vor einem halben jahr war ! eigentlich schon noch, ich bin nur unglücklich, traurig und hab meine lebensfreude verloren !
aber ich erwarte von ihm, das er das versteht !! ich hab meinen dad verloren und er weiß, wie wichtig mein dad für mich ist !
manchmal denke ich, den mann kenn ich garnicht !
gut, wir hatten immer höhen und tiefen, aber wir sind da auch immer wieder raus gekommen, nur hab ich das gefühl, er will da garnicht raus. er macht sein ding und gut ! und je weniger er sich mit mir und meiner trauer auseinandersetzen muß, desto besser. er zieht sich zurück und er hat ja auch einen grund dazu.(meint er) nur das ich mich auf weiter strecke alleine fühle, scheint ihn nicht zu interessieren.
langsam hab ich aber auch keine lust und kraft mehr, auf ihn einzugehen, wenn ich nur mehr ablehnung entgegen gebracht bekomme. wenn ich ihn frage, was los ist, dann ist für ihn alles in ordnung !
also, was solls ????
nici
 
Ja Nici, Du glaubst doch nicht alles Ernstes, dass mein Mann freudestrahlend gejubelt hat?

Ne, das habe ich anders gemacht.
Zuerst bin ich alleine hingegangen, welches mir schon sehr geholfen hat.
Dann hat der Therapeut meinen Mann eingeladen mitzukommen, d.h. er hat ihn im Bro angerufen.
Nun konnte mein Mann gar nicht anders.
Von alleine wäre er nie mit mir dorthin gegangen.

Wenn Du wissen möchtest, wie Du es machen kannst, dann schicke mir eine PN.
Liebe Grüsse
Ruschka
 
Hier ist eure herumspringende Steinbockeule. Ich war nur grad mal voraus und hab einen Wegweiser aufgestellt, weißt du, Ruschka? Und für die Schritte dahin haben wir doch dich! :) Aber jetzt bin ich wieder zurück.

Und kann dir nur zustimmen. Da gibt es ein paar Sachen, die sicher mit fachgerechter Hilfe um vieles besser zu lösen sind als allein vor sich hinwurschteln. Ähm und daß Männer erst dann einsehen, daß sie Hilfe brauchen, wenn man ihnen zuerst ein halbes Jahr lang in den Dingsbums getreten hat und dann mit geballten Fäusten vor ihnen steht und finster entschlossen sagt, so du kannst dirs jetzt aussuchen, entweder (Hilfe annehmen) oder (ich geh...) - das kann ich bestätigen.

Ruschka hat das wieder einmal diplomatischer gemacht ;) - und ich glaub, das wär in deinem Fall auch eine gute Idee, Nici, denn da nimmst du dir einmal Zeit für dich allein und kannst einmal erkennen, wo sich bei dir überall etwas zu verändern beginnen muß. Den Beginn davon hast du ja schon erlebt - wenn du diesen Anfang nicht wieder aus den Augen verlieren willst, dann hör auf unsere gute Ruschka...

:liebe1: Kinny
 
Ein großes Hallo an unsere springende Steinbockeule:liebe1:

Wo warst Du denn den ganzen Tag?:confused:
Nö, nicht das wir auf Dich gewartet haben!!!!!!!!!!!!!!

Also, wir wollen doch mal klarstellen -- ALLES weiß auch ich NICHT:confused:
(Leider, :escape: )

Das geflügelte Wort meiner Mutter war immer" U.... macht das schon :liebe1: wenn es darum ging Lösungen zu finden.
Aber ich habe auch vieles einstecken müssen, nicht alles ließ sich so lösen, wie ich es mir vorgestellt hatte.(Obwohl, wäre ja toll gewesen)

Ruschka:liebe1:
 
Ja hey, da bin ich wieder. Ja wo war ich? Gute Frage, Ruschka. Am Vormittag war Generalprobe und am Abend war Konzert, Mozart Requiem. Das war das Vordergründige. Aber wo war ich in Wirklichkeit. Ich kann das jetzt schwer erklären, da brauch ich noch ein paar Stunden Abstand. Ich habe nur bei diesem Requiem heute abend erlebt, daß der Abstand von 215 Jahren, die zwischen Mozarts Tod am 5. Dezember 1791 und uns heute am 5. Dezember 2006 zu absolut nichts Erkennbarem geschmolzen ist. Es war kein Abstand. Es war derselbe Moment, als wir über die Lacrimosa-Takte drübergesungen haben, nach denen seine Handschrift abbricht, weil er nicht mehr weiterschreiben konnte. Da gibt es keinen Abstand. Er ist da gestorben, und wir haben das heute zum Klingen gebracht - und es war im ganzen Haus mit über 2000 Besuchern VOLLKOMMEN still, es war dieses Schweigen, das dich vollkommen erfüllt, wenn nichts mehr zu sagen da ist. Weil alles gesagt ist.

Nici. Das ist das, was ich dir mitbringen kann von diesem Konzert, unmittelbar. Es geht nichts verloren, nie, nirgends. Es kann nichts verloren gehen. In den nächsten Tagen werd ich das vielleicht noch etwas gescheiter formulieren können als jetzt, unter dem unmittelbaren Eindruck. Aber sicher nicht unmittelbarer. Ich habe mich jetzt zwei volle Tage lang auf diesen Text eingelassen, vom Sterben, von der Todesangst, vom Jüngsten Gericht, vom Ewigen Licht, das uns leuchten möge, von der seligen Ruhe, die uns geschenkt werden möge von allen, die das Licht bereits erreicht haben. Du kannst nichts verlieren, weil nichts je verloren geht. Nichts.

Das ist das Lied, das euch die Nachteule heute singt. Lux perpetua luceat eis. Es leuchtet, diese Ewige Licht, glaubt mir das, durch die Jahrhunderte, unzerstörbar.

:liebe1: Kinny
 
liebe kinny,

du rumspringendes steinbockeulchen !! nein, du hast schon recht ! ich hab mir gestern viele gedanken gemacht, auch über das, was du vorgestern geschrieben hast und du hast völlig recht. jeder sollte sich im klaren sein, das man nichts behalten kann, das man, egal was es auch ist, alles irgendwann wieder hergeben muß ! das ist mit allem auf dieser welt so ! ich hab da ein bischen weiter gedacht. denn wir kommen alle völlig nackt und ohne irgendetwas zur welt und genau so werden wir sie auch wieder verlassen ! alles, was uns in diesem leben gegeben wird, wird uns nur für eine bestimmte zeit gegeben ! das ganze leben ist ein geben und nehmen, ein wandel ! wenn ich so darüber nachdenke, ist das doch mit allem wirklich so !! mit allem im leben ! und alles verändert sich von tag zu tag und von minute zu minute ! nichts behalten wir für immer !

außer unsere erinnerungen !!!!

als du diesen beitrag geschrieben hast, tat mir das im ersten moment richtig weh, aber du hast völlig recht !!! man sollte sich jede sekunde im leben darüber klar sein, das einem alles nur für eine bestimmte zeit geliehen ist !!! und man alles irgendwann wieder hergeben muß ! wenn man sich darüber von vornherein im klaren ist, dann schmerz der verlust nicht mehr so sehr !!
dann lernt man vielleicht, das man die zeit, die einem zur verfühgung steht, voll auskosten sollte !
wenn mir früher klar gewesen wäre, das ich nicht ewig meinen dad habe, dann hätte ich sicher die zeit mit ihm noch intensiver verbracht und jeden augenblick, sei er noch so unauffällig, in mich aufgenommen, wie wenn er der letzte sei !

"wenn man versucht, irgendetwas festzuhalten, dann wird es gift !" ja, das hab ich die letzten tag auch gemerkt !!!!

ich danke dir von herzen !!
und drück dich ganz fest !!

nici
 
ich muß euch noch was erzählen !!!

es geht wirklich nichts verloren !!

ich stand gestern nachmittag in der küche und hab in den garten hinaus gesehen. er regnete ohne ende und meine stimmung war wieder am boden. ich hing so in meinen gedanken, sah zu meinem dad nach hinten, da sah ich etwas rotes im wind hin und her schwanken. da ich meine brille mal wieder nicht auf der nase hatte, konnte ich nicht erkennen, was das war.
ich stand da also noch eine weile und dachte dann, ich will doch wissen, was das ist !
ich hab mich also eingepackt, meinen hund geschnappt (ich dachte, die nehme ich gleich mit raus) und bin los. ich hab natürlich erst unseren hund zur türe rausschieben müssen !!!:regen:
ich bin dann hinter zu meinem dad gegangen um zu schauen, was das ist. ich stand da, wie in wolken gepackt !! er war eine wunderschöne. dunkelrote rose in voller blühte !!!! mir sind die tränen gekommen !! im dezember - eine wunderschöne rote rose für mich !!
für mich ist das wirklich ein geschenk von meinem dad !!!
ich liebe rote rosen und mein dad hat in seinem garten nur rote rosen !!!
immer wenn ich bei ihm hinten war und gerade eine am blühen war, hat er sie abgemacht und sie mir geschenkt !!!
so wie gestern !!!

ich hab die rose in der küche unter seinem bild stehen !!!
und wenn ich sie ansehe, dann fühle ich mich, wie wenn mein dad mich gerade in den arm nimmt !!

danke dad !!! ich liebe dich !!!

nici
 
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Guten Morgen allerseits... ja, Nici, diese Wellen, die werden immer wieder kommen, drum hab ich das etwas markiger formuliert... so wie einen Aussichtsturm in unserer Gesprächslandschaft.
o030.gif
Das war mir klar, daß das erst einmal ein Hammer ist, aber da muß man immer wieder und von mehreren Seiten ran. Das geht nicht auf einmal, wir alle lernen das bei jedem Mal, wo wir damit konfrontiert werden, ein bißchen mehr und ein bißchen besser.

Nici, es ist ja aber nicht zu spät, du hast ja alle deine intensiven Erinnerungen an deinen Vater, die haben viele andere gar nicht, so lebendig, wie du hier alles von ihm erzählst. Du wirst sehen, es fällt dir noch vieles wieder ein. Das hast du alles in dir. Wenn einmal der Gedanke da ist, ich möchte das, was jetzt ist, ganz bewußt erleben, denn es geht vorbei... dann lebst du ja auch schon bewußter, oder?

:liebe1: :morgen:
Kinny
 
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