Welttag des Artenschutz - was bewegt euch?

Ich beginne mal mit den Neophyten.
Bei uns im Auenwald haben Leute von Bird Life vorletztes Jahr dem einen Weg entlang ziemlich radikal die Goldrute ausgerissen. Die Stadt mäht manchmal am Rand des Weges - das hilft vermutlich auch ein wenig, die Goldrute einzudämmen. Mir ist aufgefallen, dass im letzten Jahr dort dann vor allem die Brennessel wuchs. Natürlich müsste man genau untersuchen, ob stattdessen vermehrt auch andere auentypische Pflanzen wachsen, ev. sehr unauffällige.

Daneben gibt es natürlich u. a. das Drüsige Springkraut und den Japanischen Knöterisch. Sie alle sind mjt ihren Farben, und der Knöterich mit seinen Blättern, sehr dekorativ. Eigentlich wollte ich dieses Jahr, ev. mit jemandem zusammen, mal hinter das Springkraut. Es wäre meiner Meinung nach im Juni die richtige Zeit, wenn es noch nicht so gross ist, aber gross genug, um nicht auch noch vieles andere mit auszureissen. Allerdings stellt sich mir die Frage schon, ob das wirklich etwas bringt.
(Ausser, dass man dort dann sehr viel besser zum Strand kommen würde.)
 
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Und wo pflanzt du die Bäume?

Einen 150 cm großen Jungbaum heimlich zu pflanzen, stelle ich mir schwierig vor.
Ich denke, dass kommt viel auf die einzelnen Regionen an in der man lebt!
Wie dicht besiedelt eine Gegend ist und wie intensiv Landwirtschaft betrieben wird.
Wo ich früher wohnte: sehr viel Schweinemast- Betriebe (dementsprechend fast nur Maisfelder) und Fichten-Monokulturen.

Wo ich jetzt wohne:
Weniger Landwirtschaft, viele Brachflächen,
kaum Mast-Betriebe, eher Obst- und Gemüseanbau - da kann man eher irgendwo - unauffällig - ein paar Bäumchen setzen - und natürlich reicht bei bestimmte Baumarten auch oft die Hälfte der Größe der Jungbäume um ein Weiterkommen zu garantieren.
 
Ich versuche im Garten so viel Platz und Möglichkeiten für Krabbeltiere und Vögel zu lassen und zu schaffen. Denen geht es bei uns eh gut, schon weil wir nicht immer da sind und die ihre Ruhe haben. Das ist das Beste, was man für sie tun kann, denke ich.

Ich kaufe kaum im Supermarkt, sondern bei den Bauern rundherum. Aber wie @Niflheimr schon angemerkt hat, ist das eher für meine eigene Gesundheit und für meine Geschmacksnerven relevant, und gar nicht so sehr für die Allgemeinheit.

Ich unterstütze die Arche Noah finanziell und kaufe meine Gemüsepflanzen überwiegend dort.

Und was mir noch sehr wichtig ist und am Herzen liegt, das ist mit Plastik sparen. Plastik ist mein persönliches Feindbild.

Welche Rolle für mich die Verbindung zur Natur spielt, das kann ich schwer beanworten. Ich hab mich das so noch nie gefragt. Ich bin am Land aufgewachsen. Unser Spielplatz war Wald, Wiese, Feld, Flur - das war eine Selbstverständlichkeit. Auch von der Wohnung in Wien hab ich nicht mehr als 10 Minuten in den Wald. Wenn ich im Wald bin, dann stehe ich nicht da und denke mir: Oh Wahnsinn, wie schön. Ich bin im Wald, welche Verbindung spür ich und welche Rolle spielt die jetzt.
Ehrlich - tu ich nicht. Ich liebe es im Wald zu sein, ich genieße ihn und es ist mein bevorzugter Spazierweg und ich liebe das Durcheinander von Vogelgezwitscher. Aber mich jedesmal nach meiner Verbindung zu fragen oder zu suchen, das wär mir zu anstrengend.
 
Und wo pflanzt du die Bäume?

Einen 150 cm großen Jungbaum heimlich zu pflanzen, stelle ich mir schwierig vor.
Warum schwierig? Ich bin in vielen "Revieren" Zuhause, da wo meine schwarzen Freunde sich mit streng geregelten Reviergrenzen aufhalten. Sonntags morgens, wenn alle noch pennen, Tasche gepackt, zwei Bäumchen (Ebereschen), ja es war schwer, nach einander an den Feldweg in meinem Hauptrevier geschleppt, Loch gegraben und eingepflanzt.
Der Lichtschacht Baum ist unten im gemeinsamen Garten in die Erde gekommen.

Übrigens haben ein paar andere, mir noch nicht bekannte Menschen, nach Abholzung eines Baum-Streifens an einer Brücke, sehr zu meiner Freude, dort vier Apfelbäumchen gepflanzt, also 2 x 2. Hier sind offenbar mehrere Wildpflanzer unterwegs. 😀🍀🍀🙂
 
Weil heimliche Baumpflanzungen illegal sind und zwar aus mehreren Gründen:
Heimliche Pflanzungen sind ein Eingriff in ein Ökosystem, das man (als Laie) nur teilweise überblickt. Im schlimmsten Fall richtet man damit mehr Schaden an, als es letztlich nutzt. Naturschutz funktioniert nicht über Einzelaktionen,
sondern über abgestimmte Maßnahmen,
die ganze Lebensräume berücksichtigen.
Eine Eberesche ist außerdem als Jungbaum für Laien kaum vom Götterbaum (invasiv) zu unterscheiden.
Heimlich gepflanzte Bäume sterben oft, weil sie normalerweise in den ersten Jahren pflege benötigen.
Heimlich gepflanzte Bäume in fremden "Revieren" ist kein Artenschutz, sondern Aktionismus.

Artenschutz ist komplexer als "mehr Bäume pflanzen“
Viele Menschen glauben, Kommunen oder Gemeinden seien "faul“ oder "stellen sich an“. In Wirklichkeit müssen sie
Biotope erhalten, die keine Bäume vertragen (Magerrasen, Heiden, Wiesen).
Brutplätze, Leitungen, Sichtachsen und Verkehrssicherheit berücksichtigen.
Pflegepläne einhalten, die gesetzlich vorgeschrieben sind.

"Ich kenne mein Revier“ ersetzt ebenfalls keine ökologische Planung...

Btw...
Die Apfelbäume könnten genauso gut mit Planung und Genehmigung gepflanzt sein. Denn oft reicht es wenn man einfach mal nachfragt, damit am Ende die neu gepflanzten Bäume nicht auch einfach wieder abgeräumt werden.
 
Ich beginne mal mit den Neophyten.
Bei uns im Auenwald haben Leute von Bird Life vorletztes Jahr dem einen Weg entlang ziemlich radikal die Goldrute ausgerissen. Die Stadt mäht manchmal am Rand des Weges - das hilft vermutlich auch ein wenig, die Goldrute einzudämmen. Mir ist aufgefallen, dass im letzten Jahr dort dann vor allem die Brennessel wuchs. Natürlich müsste man genau untersuchen, ob stattdessen vermehrt auch andere auentypische Pflanzen wachsen, ev. sehr unauffällige.

Daneben gibt es natürlich u. a. das Drüsige Springkraut und den Japanischen Knöterisch. Sie alle sind mjt ihren Farben, und der Knöterich mit seinen Blättern, sehr dekorativ. Eigentlich wollte ich dieses Jahr, ev. mit jemandem zusammen, mal hinter das Springkraut. Es wäre meiner Meinung nach im Juni die richtige Zeit, wenn es noch nicht so gross ist, aber gross genug, um nicht auch noch vieles andere mit auszureissen. Allerdings stellt sich mir die Frage schon, ob das wirklich etwas bringt.
(Ausser, dass man dort dann sehr viel besser zum Strand kommen würde.)
Kommt drauf an wo es letztlich wächst.
Unter dichtem Springkraut wachsen Jungbuchen z.B. auf Kahlschlägen besser, weil sie nicht in der Sonne verbrennen und weniger Verbiss haben. Das Springkraut stirbt im Winter ab, nimmt den Bäumen aber kaum Nährstoffe weg.... So gesehen ist es dort vorteilhaft.
 
Ich denke, dass nachhaltiger und reduzierter Konsum sehr viel zum Artenschutz beitragen kann.
Wir müssen begreifen, dass Biodiversität die Existenzgrundlage für alle Lebewesen darstellt.
Konventionelle Landwirtschaft gilt als wichtigster Treiber des Artensterbens: wir brauchen mehr Strukturen, Randstreifen, Hecken, kleine Feuchtgebiete, Blühstreifen, Brachen, viel weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger.
 
Weil heimliche Baumpflanzungen illegal sind und zwar aus mehreren Gründen:
Heimliche Pflanzungen sind ein Eingriff in ein Ökosystem, das man (als Laie) nur teilweise überblickt. Im schlimmsten Fall richtet man damit mehr Schaden an, als es letztlich nutzt. Naturschutz funktioniert nicht über Einzelaktionen,
sondern über abgestimmte Maßnahmen,
die ganze Lebensräume berücksichtigen.
Eine Eberesche ist außerdem als Jungbaum für Laien kaum vom Götterbaum (invasiv) zu unterscheiden.
Heimlich gepflanzte Bäume sterben oft, weil sie normalerweise in den ersten Jahren pflege benötigen.
Heimlich gepflanzte Bäume in fremden "Revieren" ist kein Artenschutz, sondern Aktionismus.

Artenschutz ist komplexer als "mehr Bäume pflanzen“
Viele Menschen glauben, Kommunen oder Gemeinden seien "faul“ oder "stellen sich an“. In Wirklichkeit müssen sie
Biotope erhalten, die keine Bäume vertragen (Magerrasen, Heiden, Wiesen).
Brutplätze, Leitungen, Sichtachsen und Verkehrssicherheit berücksichtigen.
Pflegepläne einhalten, die gesetzlich vorgeschrieben sind.

"Ich kenne mein Revier“ ersetzt ebenfalls keine ökologische Planung...

Btw...
Die Apfelbäume könnten genauso gut mit Planung und Genehmigung gepflanzt sein. Denn oft reicht es wenn man einfach mal nachfragt, damit am Ende die neu gepflanzten Bäume nicht auch einfach wieder abgeräumt werden.
Ach darum geht es dir. So habe ich mich nicht bzgl. deiner latenten Hintergedanken getäuscht. Übrigens, die Ebereschen kamen aus einer Baumschule und sie haben einen phantastischen Platz bekommen. Und die Apfelbäume sind definitiv keinem Auftrag der Gemeinde gefolgt. Also dann ..
 
einer wuchs im Lichtschacht im Keller. 🤩 Den habe ich rausgeklöppelt, 1,5 m bereits hoch, war schwer genug,

Passt irgendwie nicht.👇

Übrigens, die Ebereschen kamen aus einer Baumschule und sie haben einen phantastischen Platz bekommen.

Und die Apfelbäume sind definitiv keinem Auftrag der Gemeinde gefolgt. Also dann ..
Seltsame Aussage wenn man doch angeblich nichts über die Umstände weiß.🤷

Ach darum geht es dir. So habe ich mich nicht bzgl. deiner latenten Hintergedanken getäuscht
Bemerkenswert wie schnell "Hintergedanken‘ ins Spiel kommen, sobald jemand etwas sagt, das nicht in die eigene Heldenerzählung passt. Ich habe keine geheimen Motive, keine"latenten " Hintergedanken.
Wenn nüchterne Hinweise auf Standortökologie, genetische Herkunft oder Biotopdynamik als "verdächtig" interpretiert werden, zeigt das nicht, dass ich wasweißichfür Hintergedanken hätte, sondern dass du keine Argumente hast...
 
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Ich denke, dass nachhaltiger und reduzierter Konsum sehr viel zum Artenschutz beitragen kann.
Wir müssen begreifen, dass Biodiversität die Existenzgrundlage für alle Lebewesen darstellt.
Konventionelle Landwirtschaft gilt als wichtigster Treiber des Artensterbens: wir brauchen mehr Strukturen, Randstreifen, Hecken, kleine Feuchtgebiete, Blühstreifen, Brachen, viel weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger.
Freilich - und was kann man auch viel mehr tun als NichtGrundbesitzer als
Achtsamkeit im Konsum und Verhalten in Wald und Flur.
 
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