marai schrieb:
gibt es für dich da einen unterschied zwischen den entscheidungen, die du als frau für dich triffst und dein mann als mann?
Nein, vom Grundsatz her nicht.
kannst du mir ein beispiel nennen, wo es bei euch um anpassung in eurer ehe geht? welche themen? wie ihr dann auf einen nenner kommt? wie äußerst du deine wünsche gegenüber deinem mann und wie werden sie aufgenommen?
Nun, diese Anpassung sehe ich nicht gerade im Kontext, weil er der Mann und ich die Frau bin, sondern es ist eher die Anpassung an Befindlichkeiten, die dem einen oder dem anderen gerade wichtig sind. Ein Beispiel: Ich fotographiere sehr gerne, lebe damit meine künstlerische und kreative Ader aus. Um geeignete Motive zu finden, mache ich gerne Trips nach außerhalb. D.h., ich gönne mir dann eine Kurzreise auf die Insel Rügen, weil ich finde, dass ich dort die besten Naturmotive antreffe.
Mein Mann muss dann seinen Terminkalender, der sehr voll ist er ist selbstständig an diesen Wunsch anpassen. Das ist manches Mal sehr schwierig, aber er bleibt dann in dieser Zeit zu Hause, und hält die Stellung*g
Viele könnten jetzt meinen, dass das Berufliche von meinem Mann vorgehen sollte, die kreativen Wünsche von mir hätten nicht den gleichen Stellenwert, diese Wichtigkeit
..Mein Mann sieht das glücklicherweise anders. Er weiß, das es mich glücklich macht, einfach loszufahren und genau das zu machen, was ich für mein Wohlbefinden brauche. Er weiß es eben auch, weil es genau das ist, was er auch braucht, um sich wohl und ganz zu fühlen

Für ihn sind das dann keine kreativen Reisen, denn er ist geschäftlich eh viel unterwegs aber er hat einen unglaublichen Spieltrieb technischer Art, dem ich dann (zwar augenzwinkernd) aber eigentlich immer nachgebe, auch wenn er das 20-te Handy, den dritten Laptop, oder den 10-ten Palm kauft
Ich finde überhaupt die Verspieltheit bei Männern so schön. Das ist etwas, was ihnen die männliche Erziehung mitgegeben hat: Sie durften als kleine Jungen noch spielen, wurden nicht so schnell in in die Pflicht genommen, wie ihre Schwestern, die mit Mutti in der Küche stehen musste, um abzutrocknen, während der Bruder auf der Straße bolzen durfte oder auf dem Fußboden mit seiner Eisenbahn spielte
..
Vielleicht rührt daher diese große Unzufriedenheit vieler Frauen? Sie durften nicht lange Kind sein? Und so, wie sie es gelernt haben, funktionieren sie heute noch immer. Sie meinen, für alles verantwortlich zu sein: Für die pünktlich gebügelten Hemden, für die sauberen Kinder, für den gepflegten Garten u.s.w. u.s.w.. Kein Wunder, dass so viele Frauen ab einem bestimmten Alter dann frustriert zurückblicken, wenn sie feststellen müssen, dass sie nie leben durften, dass sie nur für andere funktionierten, ihnen zu Diensten waren.
.Wenn sie dann eines Tages aufwachen und dies erkennen, ist es sicher sehr schmerzhaft
LG
U.