Ja, da geh' ich mit. Das ist die Ich-bin-Gott Perspektive. Eine Person, deren Körper die ganze Welt umfasst, ist Gott. Sie kann jeden Gedanken mitdenken, jedes Gefühl mitfühlen als wäre es das eigene. Eine solche Person hält sich zwar immer noch fälschlicherweise für eine Wesenheit, sieht sich aber in allem. Die Person ist allumfassend geworden, sie hat sich vollkommen erweitert und schaut geeint durch das 3. Auge. Dies ist ein weit fortgeschrittener Entwicklungsstand, aber nicht das Ziel.
Meine Rede!
Hier irrst du, Origenes. Objektivität ist weder kalt noch unbarmherzig, im Gegenteil- sie schenkt dir Frieden. Es ist so: solange der Mensch glaubt, er sei eine eigenständige Wesenheit, ein Ich, solange steht ihm eine andere Wesenheit gegenüber: ein Du. Dualität = Spaltung = Zwei. Nix: Einheit. Das Ziel, Verwirklung oder Einheitsbewusstsein oder wie auch immer du das nennen magst, bedeutet Nicht-Zweiheit. Es gibt nur dich. Wer bist du? <-- das ist die Frage.
Wenn du dich selbst als Person siehst, als einzigartiges Individuum, dann siehst du dich als Mensch mit Wünschen und Vorstellungen, der anderen Menschen mit anderen Wünschen und Vorstellungen gegenübersteht. Ich vs Du. Egal, wie freundlich eingestellt du bist, es wird immer Zwist und Hader geben, wenn nicht Kampf und Krieg. Das liegt an der Unterschiedlichkeit der Wünsche und Vorstellungen. Das EINE, dem all dies entspringt, will nur eins: sich selbst in unendlicher Form und Zahl ausdrücken. Welche Form ist dabei vollkommen egal, da das EINE SEIN vom Ausdruck selbst unberührt ist und bleibt. Es verändert sich nicht, ist ewig form- und gestaltlos. Als DAS EINE geschehen die Dinge, wie sie geschehen- alles ist gut, es dient dem Erwachen zu sich selbst in der Form. Der Witz ist: geschieht das Erwachsen, endet die Identifikation mit der Form. Ereignisse, die Name und Form betreffen, also die Person, für die man sich vormalig hielt, sind Teil des Films- sie geschehen, ohne dass die Person noch länger Stolz oder Schuld empfindet. Sie ist in Frieden mit sich und der Welt.
Ja schon. Allerdings ist eine Liebesgeste eben nur eine Geste- es ist nicht wirkliche Liebe und daher nicht von Bestand.
Ja, unbedingt. Dann braucht es auch keines Liebesgesten mehr.