Ich hab' Gott neulich getötet.
Jetzt hast du jedenfalls perfekt den Redefluss hier abgebremst.
Wenn du schon nix zu sagen hast, dann sollen die anderen auch nix sagen, nicht wahr? Tolle Leistung.
Es haben schon andere gemeint, sie könnten Gott töten, und sie haben überhaupt gemeint, sie könnten irgendetwas tun- aber das einzige, was der Mensch tun kann, ist eine Menge wahnwitziger Ideen haben über die Wirklichkeit-
in denen muss er dann hocken und darf darunter leiden, so lang er will- wobei dieses Wollen dasselbe des Alkoholikers ist- es ist kein echtes Wollen, es ist ein Zwang- bis er die Kräfte entwickelt, sich selbst davon zu befreien- rein durch die Erkenntnis der Wirklichkeit.
Also wenn er erkennt, dass er gar nichts tun kann, außer: sich fahren lassen- dann kommt er davon weg- aus diesem Zwang.
Sich aufgeben, jeden Drang zur Kontrolle, zur Macht, zur Bestimmung und statt
dessen tut, was er und alle schon immer getan haben, nur ohne es zu merken: dahin plätschern wie ein Blatt auf dem Fluss, den keiner kennt außer Gott-
so wird das Blatt zu dem, zu was es bestimmt war: ein Blatt auf dem Fluss, das gar nichts kann außer sich treiben lassen.
Bestimmen tut der, der den Fluss kennt- nicht das Blatt.
Wenn du beginnst, das anzunehmen, statt dich dagegen zu wehren, so hören auch so langsam alle wahnsinnigen Ideen auf und dein Herz kann beginnen, sich zu beruhigen- denn der Weg des Flusses ist unwandelbar, er ist festgelegt- ganz egal, wie das Blatt das findet.
Und vielleicht bemühst du dich ja mal, etwas zur Kommunikation bei zu tragen, statt sie nur abzuwürgen aus grundlegenden Frustrationsmotiven.
Unter Umständen gibt es hier Menschen, die alle hemmende Gefühle kennen und unter Umständen machst du mal die Erfahrung, dass die Frustration nicht von mehr Hemmung weniger wird, sondern im Gegenteil:
Wenn du mal in die andere Richtung läufst:
Mit dem Fluss anstatt dagegen- was ohnehin sinnlos ist.
Und beginnst, etwas persönliches von dir zu erzählen. Etwas persönliches ist etwas, das du selber erlebt hast und das du selber empfindest- keine Meinung, keine Behauptung, nur ein einfaches Erlebnis.
Wenn du anfängst zu bemerken, dass dir Nähe entgegen kommt, weil du etwas persönliches gezeigt hast, so gewinnst du eventuell Vertrauen.
Wenn du feststellst, dass es Menschen gibt, die dich kritisieren und/oder deine persönlichen Darstellungen nicht akzeptieren- dann kannst du zum einen lernen, dass das egal ist und dich nicht in deiner Meinung über dich belasten muss und zum anderen fühlst du dann mal, wie das ist, was du hier dauernd tust. Vielleicht hörst du dann mal damit auf.
Liebe Grüße.
Ich würde mich freuen, mal was eigenes von dir zu hören.
Bis jetzt fühle ich da nichts als einen kalten, beschlagenen Spiegel....
