Was ist das Ich?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Hm, also als "ich" mal wütend war, ging das so vonstatten:

Da kam mir irgendein Gedanke, egal woher er nun kam oder was seine Ursache war. "Ich" hatte den Gedanken gedacht und ihm meine Urteile oder Einstellungen gegenübergestellt. Und siehe da: da war ein Urteil, daß ich das, was dieser Gedanke verkörpert (materialisierter Gedanke?), absolut nicht abhaben kann, ihn als provozierend und unverschämt empfinde. Und schliesslicht, als Folge eben jener Gedanken, fühlte "ich" Wut in meinem Körper(!) aufsteigen, nirgends sonst.

liebe Grüße
 
Werbung:
Blau schrieb:
Hm, also als "ich" mal wütend war, ging das so vonstatten:

Da kam mir irgendein Gedanke, egal woher er nun kam oder was seine Ursache war. "Ich" hatte den Gedanken gedacht und ihm meine Urteile oder Einstellungen gegenübergestellt. Und siehe da: da war ein Urteil, daß ich das, was dieser Gedanke verkörpert (materialisierter Gedanke?), absolut nicht abhaben kann, ihn als provozierend und unverschämt empfinde. Und schliesslicht, als Folge eben jener Gedanken, fühlte "ich" Wut in meinem Körper(!) aufsteigen, nirgends sonst.

liebe Grüße

Neurose, Gedanken bekämpfen Gedanken ;-<

Frag dich, bei wem da ein Gedanke kam, oder Frage dich, wer da Wut hatte.
 
Verstehe das so, daß "ich" nie etwas über das "denken", schreiben oder sagen kann, weil es dann zum Objekt wird. Somit ist "Subjekt" ein Widerspruch in sich, da es Subjekt bedeuten soll, aber ein Objekt ist...

ja das ist gut.

ich kann nichts wirkilch über mich selbst (subjekt) sagen, weil es automatisch zum objekt wird, will aber herausfinden, was das subjekt wirklich ist, ohne es zum objekt zu machen.

du steckst ganz schön in der patsche milon :)
 
eskills schrieb:
Ok. Aber wenn das Ich Objekt ist, und es zwei Seiten gibt, dann musste doch das was außen (Umwelt) von dem 'was wir nicht benennen können' wahrgenommen wird auch Ich sein. Sonst müsste es ja 3 geben?!
Richtig, aber dann müsstest du konsequenterweise dich ständig daran erinnern, dass du eigentlich gar nicht weisst, wer oder was du wirklich bist.
Die Frage ist: Genügt dir das im Leben? Immerhin handelt es sich bei diesem nicht fassbaren Ding um DICH.
 
Condemn schrieb:
Ja, natürlich ist das eine Verschiebung. Man kann von überall aus fragen was das ich ist und wird es nicht finden, es geht immer einen Schritt zurück wenn man darauf "zugeht". Wird man wirklich erleuchtet hat man "ein Neues" ich. Man ist ja immer ETWAS. Die Illusion ist zu sagen man identzifiziere sich mit nichts mehr, habe also kein ICH.
Das käme einer geistigen Bankrotterklärung gleich. Du würdest den Anspruch aufgeben wissen zu wollen, wer oder was DU als Mensch, als Ich, als Persönlichkeit bist - dein innerstes Wesen!
 
Palo schrieb:
Aber was hat euch diese Erkenntnis denn nun letztendendes gebracht? Hat sie euer Leben denn nun so maßgeblich verändert, dass ihr sie im Alltäglichen anwenden könnt. Hat sich der Umgang eurer Mitmenschen, die diese Erkenntnis nicht teilen oder kennen, zu euch in irgendeiner Form verändert?
Aber das gehört wohl auch irgendwie nicht hierher. Das wäre aber etwas, was mich trotzdem interessieren würde... :danke:
Warum fragst du andere dafür? Finde selbst zuerst heraus, wie das Rätsel zu lösen ist, und dann weisst du auch automatisch, ob und inwiefern es dir etwas bringt. Ich persönlich hatte einfach ein Bedürfnis, diese Frage zu klären. Ich kann doch wohl nicht mein ganzes Leben verplempern und irgendwas tun, ohne zu wissen, wer ich eigentlich bin.
 
Werbung:
Condemn schrieb:
Mal ne Frage: Seid Ihr glücklich?
GENAU darum geht's hier! Die Frage nach dem Ich hängt eben auch damit zusammen, dass man sich die Frage nach dem Glück stellt. Ich kann hundertmal betonen, dass dies kein intellektuelles Gelaber ist, sondern eine existentielle Auseinandersetzung mit dem, was du bist.

Ich sagte mir: Ich weiss nicht, wer ich bin.
Ich sagte mir: Aber ich möchte glücklich sein.
Ich fragte mich: Wie zum Teufel soll ich das jemals anstellen, wenn ich gar nicht weiss, WER glücklich sein soll? Egal, was ich dann auch tue, ich tue es für irgendein Phantom, ohne zu wissen, wer oder was dieses Phantom ist! Die Frage, was man im Leben tun soll, um glücklich zu werden, kann gar nicht gelöst werden, wenn man nicht weiss, wer oder was man ist. Das war es ja, was eine Krise bei mir auslöste - ich wusste gar nicht, was ich mit meinem Leben noch anfangen sollte! Hinzu kam darüberhinaus, dass ich mich zu fragen begann, wer sich all die vielen Fragen stellte - und damit lief ich erneut wieder nur in die Sackgasse, in welcher ich nichts wusste.

Wenn du sagst, es sei wichtiger glücklich zu werden, als die Frage nach dem Ich gelöst zu haben, dann gleichst du einem Bäcker, der sich sagt, es sei wichtiger Brot zu backen, als sich darum zu kümmern, für wen das Brot bestimmt sei. Er hat keine Ahnung, wieviel Teig er machen muss, er weiss nicht, was für ein Brot er herstellen soll, er weiss nicht, wann das Brot geliefert werden muss, er weiss überhaupt nichts. Aber Hauptsache, es wird noch mehr Brot gemacht.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben