KI Anfragen sollten kostenpflichtig werden.
Das kommt schon noch. Wenn die Menschen erstmal abhängig von dieser Technologie geworden sind, dann wird sie nicht mehr umsonst verfügbar sein. Außerdem werden im Moment die unzähligen Anfragen noch gebraucht, um die KI-Modelle weiter zu perfektionieren. Wenn schon, dann sollten eigentlich die Nutzer für dieses Training Geld von den Tech-Konzernen bekommen, nicht umgekehrt. Dass es nichts kostet, bedeutet jedenfalls nicht, dass das Ganze keinen Preis hat. Und den zahlt nicht nur die Natur, die mit dem damit verbundenen CO2-Ausstoß und Ressourcenverbrauch klarkommen muss.
Woher kennt die KI denn Rezepte? Sie ist entgegen ihrem Namen nicht intelligent, hat kein Bewusstsein, und keine Vorstellung davon, was ein Mensch oder eine Zwiebel ist, geschweige denn weiß sie, wie körniger Frischkäse schmeckt. Sie hat einfach jahrelang das Internet durchforstet und alles gesammelt (man könnte auch sagen geklaut), was dort zum Thema Kochen, Ernährung usw. zu finden war. Bekommt sie nun eine entsprechende Anfrage, bastelt sie aus all diesen Versatzstücken etwas zusammen, das für sie am ehesten wie ein zur Frage passendes Rezept aussieht, oder sie kopiert einfach komplett eins von denen, die sie irgendwann mal irgendwo gefunden hat.
All die Leute, die sich die ursprünglichen Rezepte ausgedacht und sie ins Internet gestellt haben, die damit die Datenbasis für das Training der KI geliefert haben, ohne je gefragt worden zu sein, bekommen zum Einen nicht nur keinen Cent für die Nutzung ihres geistigen Eigentums, zum Anderen besucht auch niemand mehr deren Websites oder kauft ihre Kochbücher, wenn alle nur noch die KI fragen, was sie essen sollen. Die Kreativität bleibt dabei auf der Strecke, weil die KI nichts wirklich neues erschafft, sonden nur Variationen von bereits bekanntem liefert, und dabei den Mainstream zum Maßstab macht.
Dann stellt sich da noch die Frage, in wessen Sinne die KI handelt, wenn sie mir Rezepte vorschlägt. Wählt sie das aus, was am gesündesten und schmackhaftesten für mich ist, oder soll ich das essen, was der Lebensmittelhändler oder Agrarkonzern will, der dem KI-Betreiber am meisten bezahlt hat?
In der DDR verwendeten die Fernsehköche Zutaten, die in der dortigen Mangelwirtschaft gerade verfügbar waren. Statt Bananenkuchen zu backen, wurde eben etwas aus sowjetischen Fischkonserven gezaubert. Heute ist aus dem Fernseh- ein Computerkoch geworden, und was er mir vorzuschlagen hat, wird nicht mehr vom Zentralkommitee der SED festgelegt, sondern in den Vorständen von REWE und Nestlé.