Soviele Menschen, grad in "unseren Industriestaaten", entfernen sich immer mehr und mehr von ihren Kernzügen und innewohnenden Kräften, und verwurschteln nurmehr zu Karikaturen ihrer Selbst.
Wir stecken noch in einer Übergangsphase als Gesellschaft. Die alten verstaubten, nicht für alle lebbaren Rollenbilder sind kaputt und neue werden nur von wenigen für sich gefunden, weil viele gar nicht wissen wie das geht. Natürlich ist da viel Chaos.
Die Emanzipation der Frau hat aufgezeigt, was gesellschaftlich für Frauen kaputt war. Das war gut und wichtig. Wenn Männer langsam mal den Arsch hochkriegen und die männliche Emanzipation starten, sind wir einen Schritt weiter. Leider haben die neuen Männer noch keine Lobby bzw. nur eine kleine. Jedenfalls kann ich als Frau nur zustimmen und unterstützen, machen müsst Ihr das schon selbst, wenn Ihr die neuen wilden Kerle sein wollt. Na los, Ihr wilden Kerle, rottet Euch zusammen, zeigt der Welt, dass Ihr Eier in der Hose habt, die auch jenseits des Uga-Uga-Gens funktionieren.
Die Antwort ist nicht, dass wir zu dem alten Kram zurück müssen, sondern dass wir weiter dranbleiben müssen neue Wege zu finden. Die alten Rollenbilder sind zwar verpönt, haben aber genauso ihre Berechtigung wie die neuen. Wer sich damit wohl fühlt, möge sie entspannt leben. Entspannt bedeutet: akzeptieren zu können, dass es mehr als nur das gibt, und dass andere eben anders leben möchten und dass das großartig ist.
Erst wenn alle harmonisch nebeneinander existieren können, haben wir es geschafft. Bis dahin wurschteln wir weiter, manche so, andere so, und irgendwie geht es weiter. Schrittchen für Schrittchen und auch mit großen Rückschritten, mit Streit und Aha-Erlebnissen und dem ganzen Rest. Nennt sich Leben.
Die Zauberworte für mich sind Individualität und Gemeinschaft. Rollenvorgaben sind leichter, Individualität ist schöner. Ich mag's lieber schwierig und dafür bunt.