Haben sie denn Erfolg? Oder beruht der scheinbare Erfolg auf Suggestion und anderen Effekten der menschlichen Wahrnehmungspsychologie?
Gegenfrage: Duerfen OBEs denn "unecht" sein?
Okay, ein Posting geht noch ^^.
Ja, die haben Erfolge - durchaus auch beeindruckende. Die Frage ist schon interessant, warum das dann nicht publiziert wird. Ehrlich: Ich habe keine Ahnung warum nicht. Die Berichte die ich kenne stammen eben aus persönlicher Erfahrung (teils mit Doppelblind) innerhalb des Monroeinstituts. Da sind durchaus auch sheldoneske Menschen skeptisch reingegangen, um zu erkennen, daß ihre OOBEs echt sind.
Denk mal nach was passieren würde, wenn eine wissenschaftliche Studie zweifelsfrei belegen würde, daß OOBEs als solche echt sind. Es wird gar nichts passieren, auch wenns 100x publiziert wird. Dazu gibts zuviele knochenharte Vollpfosten in der Wissenschaftlandschaft, die damit zuviele Probleme haben. Selbstkorrektur der Wissenschaft wird da noch sehr, sehr lange dauern - das ist sicher. Reflektiere mal, welche Ansichten da über den Haufen geworfen werden müßten, wer da ein Problem damit hat (allen voran die Kirche) und welche Widerstände sich da aufbauen. Veränderung wird da nur revolutionär stattfinden und nicht auf dem herkömmlichen Publikationsweg.
Über Remote Viewing sagte Ingo Swann, der die Methodik unterrichtbar weiterentwickelte, daß diese Technologie 100 Jahre zu früh entdeckt wurde. Naja, haben wir noch 70 Jahre hin, er meinte das Anfang der 80. Puthoff & Targ publizierten Mitte der 70er immerhin, daß RV als solches funktioniert. Hat es was geändert? Nein. 1995 wurde eine Fakestudie veranlaßt, die auf extrem dünnem Fundament die angebliche Ungenauigkeit der RV-Methodik belegen sollte. Allein diese Lächerlichkeit auseinanderzuklabüstern würde mich mehrere Seiten kosten. Vielleicht suche ich mal ein paar Quellverweise raus, wo man das nachlesen kann.
Andersherum könnte ich in jedem physikalischen Versuch anfangen, Haare in der Suppe zu finden. Wenn ich mich nur arg genug anstrenge, dann würde mir das gelingen. Oder ums auf die Evolutionstheorien zu bringen: Die haben alle ihre Schwachstellen, aber werden heute (auch wenn sie es nicht sind) fast als Heiligtum verteidigt.
Der Mensch ist keine Blackbox, die behaviouristisch immer exakt gleich reagiert. Das ist ein Problem bei all den Versuchsreihen. Als Beispiel: Vor einigen Seiten wurde von einem User ein Selbstversuch beschrieben, der zeitlich im Verlauf zuerst schlecht war, dann besser wurde um dann stark abzufallen in der Treffsicherheit. Genau dieser zeitliche Verlauf tritt ein, wenn der Versuch nichts Neues mehr ist und der Proband anfängt Routinen und Erwartungshaltungen zu überlagern. Das ist für mich nichts neues, aber die Herren ergebnisorientiert Denkenden sehen nur am Ende eine Gesamttrefferquote, die statistisch kaum relevant ist. DAS ist eine Lesart davon. Die andere sieht im Verlauf den Versuchsfehlaufbau: Der Proband wurde mit demselben Problem immer wieder konfrontiert. Ganz direkt sage ich voraus, daß das bei allen Serientests der Fall ist (ohne sie zu kennen), mit nur wenig Ausnahmen. Die Sache sieht vollkommen anders aus, wenn auf die Natur der menschlichen (unbewußten) Psyche Rücksicht genommen werden würde. Dann nämlich kommt keine Routine auf, der Proband fängt nicht an, Erwartungshaltungen aufzubauen und alles endet vollkommen anders. Es spricht Bände, daß nicht so gearbeitet wird.
Ich finde es allemal spannend, wie in einem Esoforum auf Wissenschaftlichkeit reagiert wird - einfach, weil es mir über den jeweiligen Menschen eine Menge verrät.
Abschließend: Ich werde ständig im Remote Viewing getestet, in Blind- und Doppelblindsitzungen. Inzwischen habe ich Protokolle von über 300 bis 400 Sitzungen (müßte ich nachzählen). Eine Treffergenauigkeit ist schwer abzuleiten - da es auch Teiltreffer gibt. Sie liegt ungefähr bei 55 bis 60 Prozent. Die Tester sind unterschiedlich, aber mir allesamt bekannt und sympathisch (jeder in Einzahl): Ein Informatiker, Mathematiker, Physiker, verschiedene Ingenieure, derzeit arbeite ich mit einem Biologen zusammen und angelegentlich mit einem knallharten, ergebnisorientierten und erfolgreichen Unternehmer. Wir publizieren nicht, weil wir daran keinerlei Interesse haben - uns interessiert vielmehr, die Grenzen auszuloten und das Phänomen für uns (und andere Remote Viewer) besser zu durchdringen. Jeder dieser Wissenschaftler beherrscht selbst die Methodik und weiß exakt, wie man einen derartigen Versuch korrekt aufbauen muß. Es würde mich mehr als einen Tag kosten, das jemandem zu erklären, der total fachfremd ist. Also lasse ich es auch hier bleiben. Ich erwähne das hier nur, um klarzumachen, daß ich selbst extrem skeptisch bin und den Dingen versuche im Praktischen auf den Grund zu gehen. Eine Weile (vor mehr als einem Jahrzehnt) arbeitete ich mit den Freiburger Parapsychologen zusammen und seit fast 20 Jahren regelmäßig mit Ethnologen und Ethnobotanikern. Ich brauche keine weiteren Versuchsleiter

- ich stehe also nicht für dich zur Verfügung, Joey.