Hallo Lilith
Das ist schon klar, dass alles irgendwie karmisch ist, aber diese Sicht ist mir zu wenig.
So so.

Du weißt aber schon, was das Wort bedeutet und was dahinter dieser "Theorie" steht?
Manche Dinge will ich ganz genau wissen, da reicht mir dieses oberflächliche Drüberfahren nicht.
Aha. Was wäre denn weniger oberflächlich?
Ganz offensichtlich gehst du davon aus, dass "karmisch" bedeutet, dass etwas besonders schmerzlich und schwierig ist. Das stimmt so nicht. In der buddhistischen Tradition ist nämlich nicht nur von "negativem Karma" die Rede, sondern auch von "positivem". Das heißt dann "Verdienst". Dieses positive Karma ist die Ursache für glückliche Umstände, Wohlergehen etc. und die Ansammlung von Verdienst ist in nicht wenigen Traditionen eine der Voraussetzungen, endgültige Befreiung zu erlangen. Praktisch bedeutet das zum Beispiel, zu meditieren, etwas zu opfern und das Gute, dass aus diesen Tätigkeiten entsteht, dem Wohl der fühlenden Wesen zu opfern. Wie du dir denken kannst, sind diese fühlenden Wesen nicht nur Menschen.
Eine andere Sichtweise wäre, dass aus jeder Handlung (das bedeutet das Wort Karma) etwas resultiert. Handlungen, deren Motiv Hass, Neid, Gier oder Anhaftung sind, haben dann weniger schöne Folgen als Handlungen, deren Motiv das Wohlergehen anderer ist. Auf gut deutsch ausgedrückt: Wenn du keinen reinen A**** hast, dann sind die Resultate deines Tuns vermutlich schräg bis schmerzlich, insbesondere auf der psychischen Ebene.
Karma ist das Resultat grundlegender Unwissenheit, die die Natur des Geistes verschleiert. Diese Schleier bestehen aus Konditionierungen, also Gewohnheiten, die sich so tief eingeprägt haben, dass es nicht so einfach ist, sie zu durchschauen und zu beseitigen. Bezogen auf das Beispiel Partnerschaft: Die Vorstellung, wie eine Partnerschaft zu sein hätte, entsteht ja meist nicht aus einem selbst heraus, sondern aus dem, was man erlebt hat, was man sich wünscht und was man um jeden Preis verhindern möchte - ohne dass man sich darüber wirklich im Klaren ist. Nun ist da ein Mensch, den man sehr mag, mit dem ist das aber nicht großartig anders, nur hat er von deinen abweichende Vorstellungen aufgrund seiner Prägungen. Und schon geht es los: Keiner von beiden kann der Vorstellung (der Konditionierung) "gerecht" werden, es ist aber auch keiner der beiden in der Lage, die Vorstellungen aufzugeben... und so nimmt seinen Lauf, was dann als "karmische Beziehung" durch die Eso-Foren und Bücher geistert. Schon an der Häufigkeit des Themas lässt sich erkennen, dass eine so genannte "karmische Beziehung" nix besonderes ist, sondern eher der "Normalzustand". Nur dass der esoterisch nicht Beleckte das nicht "karmische Beziehung" nennt.
So viel zum Hintergrund meines "Drüberfahrens".
Liebe Grüße
Rita