Uranus (der Prüfer der Zentrierung der Identität)

Hi, Simi.

Du schaust rückwärts, hi2u, wenn du an Karma denkst. Deshalb auch die automatische Verknüpfung mit Reinkarnation.
Nun ja, Karma ist ohne Samsara ja nur die halbe Miete. Oder westliches Eso-Trallala.

Wenn du vorwärts schaust, dann bekommt Karma ein anderes Gesicht, dann ist der Blick auf das Karma gerichtet, das du dir jetzt, in diesem Augenblick, erschaffst und zukünftig abzutragen hast. Wenn man so schaut, dann stellt sich nämlich die Frage, was man tun kann, um sich weiteres, vor allem schlechtes Karma zu ersparen.
Das Gesicht ändert sich nicht, nur der Blickwinkel darauf. Heute ist das morgen von gestern -- in diesem Sinn.
Man kriegt immer die Quittung gemäss der Absichten, die man hegt- das ist keine Glaubensfrage, sondern eine des Wissens.
Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen :) Ich gehe noch weiter, denn dein Satz ist mir zu lau: man kriegt immer eine passende Antwort auf seine Absichten. Wenn die Absichten fragwürdig sind, wird man die Antwort nur selten hören (oder richtiger: erleben) wollen. Allerdings stellt sich die Frage, ob man nicht doch besser mit einem schlechten Karma, dafür aber reich und gesund, als mit keinem Karma, dafür aber arm und krank, dieses Jammertal durchwandelt :)

Ist man das, konsequent und radikal, dann wird man zu der Erkenntnis kommen, dass man Gott ist. DER EINE ist absolut individuell- das sagt doch schon das Wort.

Diese rhetorische Schlenker entbehrt nicht eines gewissen Charmes, aber überzeugend ist anders. In diesem Leben wird man nicht Gott sein -- man kann sich als "Inkarnation Gottes" verstehen, aber auch das hätte dir noch vor ein paar hundert Jahren eine hübsche Investigation mit abschließendem Feuerzauber eingetragen...

Was mir nicht behagt, ist die Einleitung des Absatzes. Ich musste mir niemals radikal und konsequent irgendwas von Karma vorstellen, um zu besagter modifizierter Einsicht zu gelangen. Genau genommen ist es schon fast peinlich, denn es steht doch bereits in der Genesis, dass der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geformt und durch seinen Hauch belebt ist. Das haben wir in der Grundschule schon so eingetrichtert bekommen, und wer's damals nicht wörtlich genommen hat, dem war ohnehin nicht zu helfen...

Nö, ich fühle mich ganz ohne Karma/Samsara eins mit dem Universum und damit mit Gott. Aber ich bin nicht Gott -- bloß eine temporäre Inkarnation, so eine Art Pickel an SEINEM A*, wenn du so willst. So wie der Pickel Teil von Gott ist und wieder vergeht, so gehts auch mir. Mit der Konsequenz, dass alles, was ich mache, richtig ist, den Gott ist richtig, oder wahr, wie du zu formulieren pflegst. Da nun alles, was ich als Teil Gottes mache, wahr und damit richtig ist, löst sich der Begriff des Karma im Sinne der Inder in eine etwas "gehobenere" Interpretation eines Wechselspiels innerhalb der selben Wesenheit, a.k.a. Gott, auf.

Beispiel: da alle Wesenheiten "Extensions" und Repräsentierungen von Gott darstellen, ist alles, was wir miteinander führen können, ein einziges Selbstgespräch. Wenn ich nun irgendwem ordentlich auf die Zehen trete, werde ich nota bene den Schmerz selbst empfinden müssen, da ich zwar nur Pickel, aber eben doch fix mit Gott verbunden bin. Das ist aber eine einfachere Wechselwirkung als das, was die Inder als Karma/Samsara in ihrem Programm haben -- denn dort spielt sowas wie Schuld eine Rolle, die es aber nicht geben kann, weil wir eben alle aus dem einen Gott entstehen. Schuld ist ein Begriff der Moral, doch Moral ist kein Begriff Gottes, sondern der Gesellschaft, die davon ausgeht, dass ihre Mitglieder nicht in der Lage sind, das Gesetz Gottes als solches zu verstehen und zu leben -- was schon einiges über die Gesellschaft aussagt.
Würde dieses Gesetz der Wechselwirkung akzeptiert, gäbe es nichts "Böses" mehr auf der Welt, alles wäre "richtig" -- ohne Ausnahme, so schmerzhaft das für den normalen Menschenverstand auch sein (oder scheinen) mag.

Aber da sind wir doch recht weit von der Astrologie weggekommen...
 
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Lieber hi2u,

mag schon sein, dass ich etwas willkürlich rangehe. Das liegt aber an meiner grenzenlosen Faulheit, hier ausgiebigst zu schreiben. Natürlich weiß ich, dass ein Langsamläufer da nicht viel ausrichtet. Und ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass auch andere Sachen eine Rolle spielen, z.B. wenn es um Auslösungen geht. Dies alles ist mir bewusst und ich beachte es auch tunlichst. Nur bin ich ein Schnell-Verwerter und deswegen komme ich manchmal etwas huschi daher. Da hab ich wohl meine Mankos. Aber in meiner Denke hab ich die nicht.
Manches simplifizierst du ziemlich gnadenlos -- Pluto braucht je nach Umständen zwischen 11 und 30 Jahren, um durch ein Haus zu gehen. Was bitte ist unter diesen Umständen dein Argument wert? Exakt: nix.
Wieso nicht? Wenn Pluto durch 7 und/oder 8 gelaufen ist, dann hat man die ganzen Bereiche so derart detailliert erleben dürfen, dass es ein für alle mal klar ist, was diese zwei Häuser bedeuten.
Also vielleicht mal VII. im fraglichen Zeitraum durchschauen -- irgendwann habe ich doch sogar eine Halbsummen-Aufstellung für die Scheidung gemacht? Aber vergiss endlich den langsamsten Planeten im Haus als Indikator für irgendwas "persönliches" -- das ist HFA at its best.
Hab mich doch schon geoutet *g* Ja logisch haste das gemacht. Ich hab mich ja auch zutiefst damit beschäftigt. Aber das ist ein Stück her und abgehakt. Andere Themen haben das Zepter übernommen. Was ich sagen will, wenn Pluto beispielsweise durch 7 oder 8 läuft, dreht sich alles die ganze Zeit um diese Themen. Das ist so. Ich hab's nicht anders erlebt. Es war die Hölle. Alles, was geschehen ist, hatte irgendwie einen thematischen Bezug. Und das so gut wie ständig. Vielleicht war das auch nur bei mir so schlimm. Klar, wird man nicht jeden Tag mit einem Ereignis konfrontiert. Aber doch hat man an diesem zu knabbern. Und dann kommt das nächste, das wieder ähnlich gelagert ist und man knabber weiter und noch intensiver...alles im gleichen Tenor.
Ich kann udn will hier doch nicht ständig alle Aspekte erwähnen und wieso und weshalb das bei mir so war und beim anderen so. Da käm ich ja aus dem Schreiben nicht mehr raus.

Das würde mich an deiner Stelle schon sehr beunruhigen... Denn es ist eine der Kardinalsünden der Pseudowissenschaft, Fehler nicht zu analysieren, sondern "schön zu reden". Auf dieser Basis kann man jede seiner Prognosen korrekt biegen, aber das bleibt nur ein sehr eingeschränktes Erfolgserlebnis.

Ich bin ausgesprochen kritikfähig :weihna1

Ich hingegen lege Wert darauf, dass ich mich bei vielen meiner Prognosen ziemlich weit vertan habe -- und hoffe, ich habe etwas draus gelernt. Andernfalls wüsste ich jetzt schon, wann ich keine Milch mehr bestellen muss, was neben der dadurch eintretenden Sicherheit durchaus auch für etwas Unruhe sorgen könnte...

Das mit der Milch wäre schlimm. Leider geht's mir häufig so. Und ich hab mich auch noch nicht so oft vertan. Kann ja auch nix dafür. Muss ich mich dafür jetzt schämen?
Glaubst du, mich kotzt das nicht an, ständig Sachen vorher zu wissen? Bei den Positiven Dingen isses ja okay. Aber wenn man Dinge sieht, die man nicht sehen will, dann ist das was anderes. Ich würde das sofort abstellen, wenn ich könnte und darauf verzichten, Prognosen zu erstellen. Ich mach's ja eh nicht freiwillig. Nur langt es oft schon, wenn ich nur mal einen kurzen Blick auf ein Radix werfe und schon hab ich ein Bild im Kopf. Einen ganzen Film.
Im Prinzip sollte ich wirklich meine Finger von der Astrologie lassen. Aber geht das, wenn man einmal damit angefangen hat?
Kannst mich gerne für verrückt halten. Vielleicht bin ich es ja auch :confused:
Mit dieser Unruhe leb ich ständig. Und besonders schlimm wird sie, wenn sich wieder was bewahrheitet hat, was ich nur mal kurz gedacht und dann ganz schnell weggeschoben hab. Ich erschrecke ja vor diesen Bildern, möchte sie ja gar nicht. Aber dagegen machen kann ich nix.
Um mir selber da ein bisschen Luft zu machen, hab ich mir angewöhnt, solche "Visionen" aufzuschreiben oder weiter zu erzählen. Ich mach das aber nicht, um mir irgendwas zu beweisen, sondern um ein Stück des Drucks von mir zu nehmen, der dadurch permanent auf mir lastet.
Rational erklären kann ich das nicht. Selbst wenn mein Gehirn Aussetzer haben sollte, wie bitte erklären sich diese Bilder, die teilweise 1:1 Realität werden?
Ja, die Esos sagen, wir erschaffen uns unsre Realität selber. Schöner Gedanke. Und dann sind das also Blicke in meine Realität, die ich mir in Zukunft erschaffen werde, oder wie? Und die betreffen dann mir ansich fremde Menschen? :confused:

Nunja, zum Glück bin ich ein recht bodenständiges Weiblein geblieben, die solche Gedanken nicht weiter erörtert. Manchmal kommt's aber raus, weil das ja auch ein Teil von mir ist. Um zum Thread-Thema zurückzukommen: falls das irgendwas mit Uranus zu tun haben sollte (im Zusammenspiel mit Mond beispielsweise), dann überprüft er nicht die Zentrierung der Identität, sondern die Identität inmitten eines Zentrums, das praktisch für jeden gleich ist. Ich glaub, ich muss wirklich endlich mal irgendwas Künstlerisches machen, damit ich das ausdrücken kann, was ich gerne möchte. Mit Worten gelingt es mir anscheinend nicht. Bilder sind Bilder. Worte sind Worte :)

Gud's Nächtle! :zauberer1
 
Aber da sind wir doch recht weit von der Astrologie weggekommen...

Guter Schluss für mich heute: Ich setze freilich viel in Bezug zu meinem subjektiven Empfinden. Aber macht das nicht jeder? Für Simi ist ihr Weg stimmig, für mich meiner, für dich, hi2u, deiner... Niemand ist davor gefeit, seine eigene Sicht nicht doch mehr zu vertreten, als es gut tut. Wir werden es nie erfahren, wessen Sicht, DIE Sicht ist. Die Hauptsache ist doch, wir werden irgendwie persönlich glücklich mit dem, was wir als das Beste für uns empfinden. Um was anderes geht's doch gar nicht.

Astrologie ist ja auch nix anderes als das Erkennen von Zusammenhängen. Das machen (andere) esoterische Disziplinen auch. Alles beruht grundsätzlich auf Erfahrung, die nurmehr immer erstmal subjektiv gefärbt sind, bis sie einer Verifizierung anheim gefallen sind. Mehr oder weniger zumindest. Ausnahmen werden auch hier immer die Regel bestätigen. Ach jö, macht doch Spaß, dass nix fix ist :banane:, sonst würden wir uns hier im Forum zu Tode langweilen.

:liebe1:
 
Hi

ein Langsamläufertransit durch ein Haus
also ich habe bei Placidus festgestellt, dass der EINTRITT in ein Haus das Hausthema in Verbindung mit dem Planeten extrem für vielleicht so ein, zwei Monate oder weniger/mehr ins Licht rückt, sofern der Orbis unter 1.5° bleibt (geschätzt). Wenn ein Planet dabei noch rückläufig über die Spitze hin und her pendelt, ist das noch viel bedeutender.
Ob dann ein Langsamläufer in dem Haus konkretes anrichtet, weiss ich nicht, aber ich weiss (sagen wir zu 70%), dass da eine hintergründige Atmosphäre gebildet wird. Es ist eine gewisse Zeit zu einem Viertel wie eine Radixstellung dieses Planeten im Haus, weil das ganze Haus von dem Planeten erhellt, bestrahlt wird, zumindest eine entsprechende Zone des Hauses. Jedes Haus hat seine drei Zonen, am akutesten ist die Spitze und am meisten Belastend die Endzone, was man vor allem bei Saturn noch merkt, bei Uranus und drüber weiss ich jetzt nicht so.

LG
Stefan
 
Hi, Miez.

Schrödingers Katze;1416689 schrieb:
Nur langt es oft schon, wenn ich nur mal einen kurzen Blick auf ein Radix werfe und schon hab ich ein Bild im Kopf.

Es ist nicht so, dass mir das nicht auch so ginge -- geht wohl praktisch jedem so, denn sonst könnte man die gesamte bildende Kunst und/oder die visualisierenden Berufe vergessen. Jeder hat ein Bild, und sensitivere Naturen (mit einem gut gestellten Neptun) kriegen halt auch Dolby Surround 5:1 samt Cinemascope geliefert -- aber: das ist nicht Astrologie, das ist Wahrsagerei im Sinne von Hand-, Kaffeesud- oder Kartenlesen. Was nix Schlimmes ist, nur eben ist es nicht Astrologie, denn da steckt sowas wie ein global reproduzierbares Erkennen (die "-logie") im Wort.
Rational erklären kann ich das nicht.
Eben darum isses keine Astro-Logie, sondern ein Orakel. In diesem Zustand ist alles richtig oder falsch, ganz wie man will. Dazu hat sich Jake ja schon mehr als einmal ausgelassen...

Ja, die Esos sagen, wir erschaffen uns unsre Realität selber.
Manche sagen das, ja. Aber ich meine nicht, dass deine Orakel-Vision eine Zukunft formt, dazu braucht es auch nach den Esos mehr und Nachhaltigeres als ein kurz durchzuckendes Bild.
Bilder sind Bilder. Worte sind Worte :)

Ja -- und weil es für Bilder keine allgemein gültige Grammatik gibt, sind alle Bilder "Glaubensfragen", nicht objektivierbar. Ein Strich auf der Leinwand ist für manche die Offenbarung, für andere Kinderkram -- da gibt es keine Verbindlichkeit mehr. Und genau deswegen ist deine "Vision", dein "Film", nach einem Blick auf eine Radix eben keine Astrologie, sondern ein, durch astrologische Darstellungen ausgelöste Weissagungen. Und wie Phytia hast du damit immer Recht -- das liegt aber ausschließlich an der Wortwahl (die in Bildern ausdrückt, statt Aussagen zu treffen) :)
 
aber ich weiss (sagen wir zu 70%), dass da eine hintergründige Atmosphäre gebildet wird

Diese Beschreibung trifft's sehr gut. Nehmen wir mal meinen Mars-Freund aus dem anderen Thread. Er hat T-Uranus kurz vorm AC stehen. Seit vielen Jahren versucht er, aus einer alten bestehenden, schier unerträglichen Routine (alte Beziehung) auszubrechen. Immer der gleiche Hintergrund. Nix passiert. Mit mir arbeitet er das Thema ab, dauernd gibt es Streit deswegen. Nicht nur mit mir. Auch andere aus dem Freundeskreis machen sich ständig Sorgen. Es bahnt sich ganz langsam an, jetzt wo Uranus schon am AC praktisch ist, dass sich was ändern wird. Plötzlich wahrscheinlich. Wie Uranus eben so ist.
Ich red mit ihm noch genauso wie vor 8 Jahren. Ist doch gaga. Aber so ist das, wenn ein Langsamläufer sich seine Zeit läßt. Das ist nicht zu unterschätzen. Echt nicht. Da braucht's 'ne ordentlich Auslösung, damit der Stein wieder ins Rollen kommt.
:)
 
Manche sagen das, ja. Aber ich meine nicht, dass deine Orakel-Vision eine Zukunft formt, dazu braucht es auch nach den Esos mehr und Nachhaltigeres als ein kurz durchzuckendes Bild.

Sie formt sie ja auch nicht. Ich hab echt keine Ahnung. Manchmal denk ich so über Kreuz, um mir das zu erklären. Also: schaffe ich mir wirklich alles an Realität selber :confused: Selbst jetzt mal solche Sachen wie den Heimgang des Dalai Lamas? Wenn ich zum Beispiel sehe würde, dass er wieder zurückkehrrt nach Tibet und das ganze Drumherum sehe...ist das dann meine Realität? Oder ist alles eh schon vorgeschrieben und mit ein bisschen Anbindung an das ganze Dingens kriegt man mal ein paar Sichten vom großen Skript?
Auweh, jetzt wirds aber schon etwas...naja :escape:

:clown: Muss ins Bett!
 
Hi, Miez.

Schrödingers Katze;1416692 schrieb:
Für Simi ist ihr Weg stimmig, für mich meiner, für dich, hi2u, deiner...
Gute Frage -- auch ein Narr ist mit sich zufrieden, doch würde ich mich nicht dessen Urteil ohne weiteres anvertrauen... Billiges Beispiel: ich würde nicht mit jemandem mitfahren, der zu seinem Auto nur noch kriechen kann.
In meiner Überzeugung wäre das noch wurscht, denn es passiert ohnehin, was passieren muss. Aber trotzdem unterlasse ich völlig hirnverbrannte Aktionen :)
Astrologie ist ja auch nix anderes als das Erkennen von Zusammenhängen. Das machen (andere) esoterische Disziplinen auch.
Da schmeißt du ein paar Sachen durcheinander: Astrologie ist per se nicht esoterisch, sondern exoterisch -- wie die immer wieder versuchte Verwissenschaftlichung klar bezeugt. Dass sich auch ein paar Esos auf das Thema geworfen und die "esoterische Astrologie" erfunden haben, tut der Sache keinen Abbruch. Und ich bezweifle, dass das Erkennen von Zusammenhängen wirklich im Zentrum steht (wenn wir damit nicht den Zusammenhang zwischen Stellung und Deutung meinen).

Astrologie wird üblicherweise angefordert, wenn es um Entscheidungen geht. Da sollen "die Sterne" oder "der Astrologe" einspringen und zu einem guten Teil sehe ich das auch ein -- nicht jede Entscheidung kann man treffen, da müsste man es auch auf das Erleben ankommen lassen, doch unsere Zeit ist beschränkt... Hier gibt's ja einige im Forum, die praktisch mit einem Partner durchs Leben gegangen sind -- auch eine Form der Nicht-Entscheidung, allerdings moralisch bestens abgesichert :) Die Annies, die sich dauernd mit Optionen herumschlagen, müssen sich dann auch noch dem süffisanten Kommentar aussetzen, weil die Herumprobiererei moralisch auf dünnen Beinchen steht -- vor allem für Mädels.
Kein Wunder, dass die Moral für Zulauf bei Kirche und anderen, ähnlichen Institutionen sorgt -- deswegen hat sie die Kirche ja gerade erfunden. Dass davon auch die Astrologie profitiert, ist wohl eine Art Kollateralschaden...

Alles beruht grundsätzlich auf Erfahrung, die nurmehr immer erstmal subjektiv gefärbt sind, bis sie einer Verifizierung anheim gefallen sind.

Nö, keinesfalls -- du selbst hortest nach eigener Aussage hunderte Bücher -- was davon ist bitte schön eigene Erfahrung? Nichtmal eigene Beobachtung geht sich aus, denn das Thema ist viel zu komplex. Wissenschaft beruht auch in empirischen Disziplinen auf Wiederholbarkeit und Nachvollziehbarkeit. Wenn irgendwer meint, er kann sich hinstellen und ohne gut recherchierten Hintergrund "die Astrologie" neu erfinden, hat ein paar Dinge nicht so recht verinnerlicht und schadet damit nicht nur sich, sondern auch "der Astrologie". Wenn jemand die Astrologie nicht als Wissenschaft sehen mag, soll er sich esoterischer Sterndeuter nennen, da habe ich auch keine Mühe damit. Aber verschwommene Grenzen helfen niemandem, sorgen für Verunsicherung und wohl für viele der seltsamen Anfragen, die wir in diesem Forum immer wieder lesen dürfen...
 
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Hi, Miez.
Schrödingers Katze;1416699 schrieb:
Selbst jetzt mal solche Sachen wie den Heimgang des Dalai Lamas? Wenn ich zum Beispiel sehe würde, dass er wieder zurückkehrrt nach Tibet und das ganze Drumherum sehe...ist das dann meine Realität? Oder ist alles eh schon vorgeschrieben und mit ein bisschen Anbindung an das ganze Dingens kriegt man mal ein paar Sichten vom großen Skript?
Nun ja, ich hab' auch meine Visionen mit mir als Hauptdarsteller, die 1:1 Realität geworden sind, deja vu nennt man das wohl... Meine Visionen mit und über Dritte sind mir mangels persönlichem Erleben nicht ausreichend abgesichert, als dass ich mir da den Kopf über die Relevanz zerbrechen würde. Doch die Frage nach dem Script stellt sich natürlich... Seriös muss man anerkennen, dass sehr einfache Maßnahmen in der Lage sind, Visionen auszulösen, die als sehr überzeugend empfunden werden.
Darunter auch meditatives Wechseln der Zeit oder des Raumes. In einer meiner spirituellen Reisen in die Anderswelt bin ich mal etwas unvorsichtig gewesen, bin nur sehr mühsam wieder "zurück" gekommen und hatte dann drei Tage ernsthafte Angstattacken mit einem Körpergefühl wie nach einem verlorenen Boxkampf -- bloß wegen ein paar (selbsterzeugter) Visionen? Ein halbes Jahr oder so habe ich mich da nimmer hineingetraut, so einen Horror habe ich noch vor nichts in dieser Welt empfunden.
War das eine mögliche andere Realitätsebene? Ich weiß es nicht, ich kenne keine solche "Realität". Ich war bei meinem Ableben zugegen und (sehr erstaunlich, denn damals war davon noch nichts zu sehen) mein Sohn und meine Tochter waren dabei anwesend. Damals hatte ich aber noch keine Kinder. Bin ich da in meine eigene Zukunft getreten? Oder will ich glauben, dass das eine mögliche Zukunft wäre? Letztlich müsste ich dazu den Kontinent wechseln, um das Bild wahr werden zu lassen, also nicht wahnsinnig realistisch aus heutiger Sicht (ohne etwas ausschließen zu wollen).

Also: nicht alles, was aus dem eigenen Kopf kommt, ist auch vertrauenswürdig. Spannend und intensiv vielleicht und eventuell eine Art Bewältigung möglicher Alternativen in farbenprächtiger Intensität -- aber wetten würde ich darauf keinesfalls :)
 
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