Hallo Simi und alle,
Also Simi, das Beispiel ist jetzt doch völliger Unsinn. Wenn ich in einer tollen Villa lebe, um die mich alle beneiden, dann ist die Villa schön, sie gefällt mir. Wenn sie abbrennt, dann liegt da, wo sie stand noch ein Haufen Asche. Wie könnte ich dann wollen, weiterhin die "schöne" Villa zu sehen, wo keine mehr ist?.... Wenn Schrödi ihre Umgebung scheisse findet, dann hat sie sie eher viel zu lange gutgeredet und nun endlich gecheckt, dass das alles nix hülft, weil sie eben nunmal nicht schön ist.
Du lieferst die Begründung der Sichtweise ja gleich mit, Martina: die Villa ist schön, weil alle dich darum beneiden. Dh nicht die Villa an sich ist schön, sondern der Neid der anderen, der fällt natürlich weg, wenn sie abbrennt- was dann der Grund ist, warum das Häufchen Asche nicht als schön angesehen wird.
Kayamea schrieb:
Das was Du meinst, hat was mit Genügsamkeit zu tun. Die Frage ist aber, ob Genügsamkeit sinnvoll ist, wenn man für sich selbst was verändern, was verbessern könnte - was dann evtl. auch noch gesund wäre, wenn man den Tatsachen ins Auge guckt.
Nein, mit Genügsamkeit hat Magie nichts zu tun. Jemand, der sich vollkommen bewusst ist, dass er alles nur so sieht, wie er es sehen will, der schaut neutral auf alle Dinge- das ist der Punkt. Eine Wertung dessen, was er sieht, entfällt- und zwar automatisch. Dh sein Wohlbefinden hängt nicht länger davon ab, was er sieht, ob das nun eine intakte Villa ist oder eine verbrannte- es ist ihm gleich.
Kayamea schrieb:
Und die Tatsachen, die sind beileibe nicht immer das, was man sehen "will".
Doch. Was will man denn, Martina? Sich wohlfühlen- das will man. Das ist ja an sich auch völlig ok, nur stellt eben jeder bestimmte Bedingungen an dieses "sich-Wohlfühlen"- diese Bedingungen will man erfüllt sehen. Sieht man sie erfüllt- prima. Sieht man sie nicht erfüllt- scheisse. Das, was man will, bestimmt, wie die Dinge sind, also ob man sich ihrer erfreut oder ob man unter ihnen leidet. Die Villa ist in Wirklichkeit bloss die Villa, ihr Zustand an sich spielt keine Rolle, ihre Bedeutung erwächst erst aus dem Wunsch, in ihr glücklich sein zu wollen.
Kayamea schrieb:
Um zum Lieblingsthema Partnerschaften zu kommen: Man kann sich eine Partnerschaft noch so lange und inhaltlich stichhaltig schönreden "wollen" - sie also schön "sehen" wollen. Wenn sie es nicht ist, dann ist sie es nicht. Und wer da dann nicht was unternimmt, der ist doch eher dumm, als bewusst.
Das ist völlig richtig, Martina- so jemand ist ein unbewusster Mensch, der sich nicht eingesteht, was er wirklich will. Er weiss nicht, dass es seine Art zu schauen ist, die ihm die Hölle bereitet in seiner Partnerschaft- er versucht sich schönzureden, was er in Wirklichkeit scheisse findet.
Kayamea schrieb:
Drum guckst Du nicht nur mit Auge, sondern mit Herz.
Genau, denn mein Herz ist leer- es enthält keine Wünsche, die mein Auge trüben könnten.
