Die Reinkarnation oder die Lehre von der Wiedergeburt ist am ausgeprägtesten im Buddhismus lebendig.
Nach einer Legende wurde Gautama Siddhartha, der Sakyamuni Buddha, im Jahre 620 v.Chr. in Indien nahe der nepalesischen Grenze als Sohn eines Adligen geboren.
Der Adlige hielt das Kind in seinem Haus, er wollte es nicht hinauslassen aus Angst vor dem Elend der Menschheit.
Buddha lief trotzdem weg.
Er begegnete einem Sterbenden, einem Schwerkranken und einem Mönch, der glücklich war.
Der Mönch nahm Buddha in die Lehre.
Hier bekam Buddha die Rüstzeug für seine späteren Aussagen.
Buddhas zentrale Aussage lautet:
"Ich kam auf die Welt, um das Leiden auf der Welt zu beseitigen."
Auf dieser Aussage baut die Religion des Buddhismus auf.
Buddha suchte einen Weg, die Menschen von Leid, Schmerz und Wiedergeburt zu befreien.
Die buddhistische Lehre beruht auf den göttlichen Qualitäten Freundlichkeit,Mitgefühl, Mitleid und Gleichmut.
In seiner Predigt in Benares - eine Analogie zur Bergpredigt Jesu' - nennt Buddha die Grund-züge des Buddhismus:
Alles Dasein ist unaufhörliches Leiden
Dessen Ursache ist der Durst, das Verlangen nach Sinnengenüssen und nach Dasein
Wer den Durst besiegt, hebt das Leiden auf
Der Weg zum Sieg über den Durst ist der achtfache Pfad, der Analogie des Buddhismus zu den Zehn Geboten:
Rechtes Erkennen
Rechtes Entschließen
Rechtes Reden
Rechtes Handeln
Rechter Broterwerb
Rechtes Bemühen
Rechte Wachsamkeit oder Gedankenkontrolle
Rechte Versenkung oder Konzentration
Alle Menschen sind bereits vollkommene spirituelle Wesen und Teil der Buddha-Natur.
Erleuchtung bedeutet, die Freude an der Leere zu erkennen, seine eigene vollkommene Buddha-Natur, und das Haften an der Existenz und die Täuschungen der Form und der Sinne hinter sich zu lassen.
Sobald die wahre Realität erkannt wird, haben die weltlichen Dinge keine Bedeutung mehr, und das Nirwana ist erreicht.
Diese Bewegung erlöst die Seele vom Karma und durchbricht die Kette der endlosen karmischen Wiedergeburten.
Der Geist befreit sich von den Einflüssen der sinnlichen Welt.
In der Lehre des Buddhismus wird Leiden durch Haften am Dasein und an anderen Menschen verursacht.
Der Durst am Leben kann nie völlig gestillt werden.
Das Haften erzeugt Frustration und negatives Handeln.
Dadurch wird schlechtes Karma angehäuft.
Dieses im Leben angesammelte Karma macht weitere Leben erforderlich, da Karma nur in einem Körper auf- und abgebaut werden kann.
Die buddhistische Lehre von der Wiedergeburt (Reinkarnation) besagt, der Mensch übernehme bei seiner Geburt sein Karma, d.h. das Unerfüllte aus seinen früheren Leben.
Es gehöre zu seiner Lebensaufgabe, im jetzigen Leben sein Karma abzutragen. Gelinge ihm dies nicht, komme er nach seinem physischen Tode in einer Wiedergeburt (Reinkarnation) erneut auf die Welt, beladen mit seinem Karma aus seinem früheren Leben.
Dies gehe so weiter, bis er im Buddhismus als Erleuchteter ins Nirwana, d.h. ins Nichts eingehe.
Dieses Nichts ist stellvertretend für die Glückseligkeit der Erlösung aus allen Fesseln des Daseins (die Christen nennen es "Himmel").
Das Verhaften am Dasein, das Festklammern an weltlichen Dingen kann aufgelöst werden durch den oben beschriebenen achtfachen Pfad.
Das Karma kann aufgelöst werden, so dass sich die Seele nicht mehr inkarnieren muss.
Es ist der einzige Weg, das Leiden zu besiegen und die einzige Form der Heilung, nämlich der Ausstieg aus dem endlosen Kreislauf der Wiedergeburten.
Diese Form des Karmas heißt das reinkarnierte Karma.
Liebe Grüße Donnerdrachen