spiritualitaet und sex

  • Ersteller Ersteller armagoddon
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Lieber opti, ich habe mit Goethe noch keinen Kaffeeplausch gehabt, von daher sind mir seine sexuellen Gepflogenheiten unbekannt. Fakt ist ,das Goethe sehr wohl ein ausgeprägtes Sexualleben hatte!...

Mag sein, dass Goethe ein ausgeprägtes Sexualleben hatte. Aber genaueres wissen wir nicht darüber. Und im Grunde genommen wissen wir auch nichts genaueres über sein Wohlbefinden. Benutzen wir solche Menschen wie Goethe nicht eigentlich dazu, um unser eigenes Handeln zu rechtfertigen? Handeln nicht alle Menschen so, wie man es Goethe unterstellt? Und sind sie wirklich glücklich? Ich kann dies nicht erkennen. Also seien wir uns selber gegenüber doch etwas ehrlicher.
 
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Glaubst du, dass jemand, der von der Sexualität besessen ist (womit ich nicht sagen will, dass Goethe dies war) wirklich glücklich ist? Worum kreisen sich denn seine Gedanken, um sinnliche Genüsse oder um spirituellen Fortschritt, um das Einssein mit Gott? Meine Erfahrung sagt mir, dass solche Menschen im Allgemeinen nicht sehr glücklich sind, selbst wenn sie Phasen haben in denen sie sehr kreativ sind. Man sagt sogar von vielen Künstlern und anderen kreativen Menschen, dass sie besonders in ihren kreativen Phasen in Bezug auf die Erotik sehr zurückhaltent gewesen sein sollen.
Man kann halt so schlecht malen, wenn einem jemand die Hand hält (oder schreiben oder komponieren or whatever). Ist doch logisch. Zumindest wenn man ernsthaft und mit Ziel arbeitet.
Das gilt allerdings für jede Arbeit?

Obwohl Erotik gerade bei künstlerischer Arbeit nicht ausgeklammert ist, insofern es ein Werk mit erotischem Inhalt oder Bezug sein kann. Aber Erotik ist eben nicht gleich Sex. Und Glück ist abstrakt von den 'Dingen' selbst. Sonst würde es für uns nicht funktionieren. Wie der Glaube im übrigen. Und das meine ich wirklich.

Hoffe das war jetzt nicht zu trivial.

LG Loge33
 
Hi opti

Ich habe nichts gegen Deine Enthaltsamkeit, finde das auch nichts Besonderes, da ich auch die längste Zeit meines Lebens enthaltsam leb(t)e. Es ist nicht schwer, wenn man mal damit angefangen hat, nur am Anfang. Es stimmt schon, dass man unabhängiger und freier ist für andere Themen und sicherlich macht es auch Sinn für einen Mönch in der Einöde, damit er ein leidloses Leben mit Gott führen kann. Es wäre bestimmt störend in der Meditation, wo man sich ganz der Kontemplation und Gottzugewandtheit widmen möchte. Ich finde auch, dass man diese Freiheit immer haben soll und wer dazu nicht fähig ist und von seinem Sextrieb verslavt wird, ist kein freier Mensch.

Aber: Ein wirklich freier Mensch sollte auch entscheiden dürfen, ob er Sex haben will oder nicht. Sex macht für mich Sinn in einer Liebesbeziehung, wo sich auch die Seelen vereinigen, wo es nicht nur um den Trieb geht, sondern um die Vereinigung von Seele und Körper. Das nun ist keineswegs schmutzig und ich hoffe, irgendwann von meiner jetzigen Enthaltsamkeit in diese Liebesbeziehung wechseln zu können, sobald der Richtige kommt.
 
Lieber opti, ich habe mit Goethe noch keinen Kaffeeplausch gehabt, von daher sind mir seine sexuellen Gepflogenheiten unbekannt. Fakt ist ,das Goethe sehr wohl ein ausgeprägtes Sexualleben hatte!



Während seiner 83 Lebensjahre, die sowohl zur damaligen Zeit als auch heute ein stolzes Alter markierten, verliebte sich Goethe viele Male. Selbst verheirateten Frauen nachzustellen scheute er sich ganz und gar nicht.

So führte er eine 10 jährige Beziehung mit der 33 jährigen Mutter 3er Kinder, Charlotte von Stein. Mehrere Liebesgedichte von Goethe an Sie sind überliefert. Ob sie wirklich etwas zusammen „hatten“, ist nicht bekannt, aber äußerst wahrscheinlich. Der Ehemann war wegen ständiger Geschäfte praktisch stets auf Reisen.

Allein die Zahl seiner Geliebten, nur der überlieferten wohlgemerkt, ist unglaublich.
Zuerst Susanne von Klettenberg, dann Friederike Brion, Charlotte Buff, Maximiliane von La Roche, Mutter von Clemens Brentano und Bettina von Arnim.

Weiter über Lili Schönemann, Henriette von Lüttwitz, die benannte Charlotte von Stein, dann Christiane Vulpius die er ehelichte. Nach Ihrem Tode gab es noch Marianne von Willemer, Ulrike von Levetzow, Corona Schröter, Christiane Friederike Wilhelmine Frommann und Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach.

So ein Casanova ... :clown:
 
Es geht also nicht um eine moralische Bewertung. Mir geht es auschließlich um die Rolle, die die Sexualität in Bezug auf die Erleuchtung hat

Das kann ich jetzt gut verstehen. Sexualität und Erleuchtung - so gesehen - gehört nicht zu den Aufgabenstellungen, die ich mir in diesem Dasein stelle, aber ich kann Dich nachvollziehen, Opti.
 
Hi opti

Ich habe nichts gegen Deine Enthaltsamkeit, finde das auch nichts Besonderes, da ich auch die längste Zeit meines Lebens enthaltsam leb(t)e. Es ist nicht schwer, wenn man mal damit angefangen hat, nur am Anfang. Es stimmt schon, dass man unabhängiger und freier ist für andere Themen und sicherlich macht es auch Sinn für einen Mönch in der Einöde, damit er ein leidloses Leben mit Gott führen kann. Es wäre bestimmt störend in der Meditation, wo man sich ganz der Kontemplation und Gottzugewandtheit widmen möchte. Ich finde auch, dass man diese Freiheit immer haben soll und wer dazu nicht fähig ist und von seinem Sextrieb verslavt wird, ist kein freier Mensch.

Aber: Ein wirklich freier Mensch sollte auch entscheiden dürfen, ob er Sex haben will oder nicht. Sex macht für mich Sinn in einer Liebesbeziehung, wo sich auch die Seelen vereinigen, wo es nicht nur um den Trieb geht, sondern um die Vereinigung von Seele und Körper. Das nun ist keineswegs schmutzig und ich hoffe, irgendwann von meiner jetzigen Enthaltsamkeit in diese Liebesbeziehung wechseln zu können, sobald der Richtige kommt.

Das ist auch mein Empfinden ... deshalb würde ich aber jemanden (tust Du nicht), der Sex auch losgelöst von Liebe sucht, nicht als schmutzig oder süchtig bezeichnen. Er hat ein anders Verhältnis zu diesem Thema als ich. Das muß er für sich entscheiden. Wenn jemand enthalstam lebt, akzeptiere ich das ebenso. Nur dieser soll die anderen, die nicht so leben, ebenso annehmen und sich nicht über sie stellen. Dazu sehe ich nicht die geringste Veranlassung.
 
Obwohl Erotik gerade bei künstlerischer Arbeit nicht ausgeklammert ist, insofern es ein Werk mit erotischem Inhalt oder Bezug sein kann. Aber Erotik ist eben nicht gleich Sex.

Ich glaube, deine Aussage "Erotik ist eben nicht gleich Sex" ist sehr aufschlussreich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies auch bei Goethe zutraf. Und aus den erotischen Zeilen, die Goethe schrieb, folgern offenbar manche, dass Goethe auch sehr viel Sex gehabt haben muss. War das aber wirklich der Fall?

Es gibt auch sehr große und geniale Künstler, wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Tizian, Shakespear, Rembrandt, Rubens, Beethoven, Mozart und Bach, die zumindest zeitweise bewusst enthaltsam gelebt haben. Wie ich gerade gesehen habe, zählt man auch Goethe zu diesem Personenkreis. (siehe hier)
 
Glaubst du, dass jemand, der von der Sexualität besessen ist (womit ich nicht sagen will, dass Goethe dies war) wirklich glücklich ist? Worum kreisen sich denn seine Gedanken, um sinnliche Genüsse oder um spirituellen Fortschritt, um das Einssein mit Gott? Meine Erfahrung sagt mir, dass solche Menschen im Allgemeinen nicht sehr glücklich sind, selbst wenn sie Phasen haben in denen sie sehr kreativ sind. Man sagt sogar von vielen Künstlern und anderen kreativen Menschen, dass sie besonders in ihren kreativen Phasen in Bezug auf die Erotik sehr zurückhaltent gewesen sein sollen.

durchgängig wirklich glücklich, hm das ist für mich auf Erden eine
Illusion. Ich glaube auch nicht, dass du so glücklich bist, wie du es gerne
wärest. Da wäre deine sprache eine ganz andere.

Vielleicht war, Goethe nicht im Glückstaumel, dennoch unglaublich kreativ,
und diese Menschen leiden auch. Denn nur durchs leiden, oder die
Schatten werden die wahren potentiale freigesetzt.

Finde auch, dass Sexualität nicht nur was mit Bewusstsein zu tun hat,
sondern auch mit der vorhandenen Energie.
Denn wenn genug, persönliche Energie vorhanden ist, kann sie der
Sex niemals abziehen.
Wobei ich auch gelernt hab, ihm Leben, dass viele Männer einfach nicht genug Energie haben,
für Sex...diese meinen dann, mal eine Runde juggeln wäre schon Sex....:weihna1
 
Mag sein, dass Goethe ein ausgeprägtes Sexualleben hatte. Aber genaueres wissen wir nicht darüber. Und im Grunde genommen wissen wir auch nichts genaueres über sein Wohlbefinden. Benutzen wir solche Menschen wie Goethe nicht eigentlich dazu, um unser eigenes Handeln zu rechtfertigen? Handeln nicht alle Menschen so, wie man es Goethe unterstellt? Und sind sie wirklich glücklich? Ich kann dies nicht erkennen. Also seien wir uns selber gegenüber doch etwas ehrlicher.

opti, bist Du Dir nicht gegenüber ehrlich? Ich denke schon das ich es bin, ich lebe nämlich nicht Norm konform. Du meinst Goethe war so triebgesteuert das er nicht anders konnte? Was ist daran schlimm, er hat ja wirklich gute Werke hinterlassen, man beachte seine Farbenlehre.

Natürlich gab es Menschen die in Depressionen gerade am kreativsten waren, aber man kann sich die Sachen immer so drehen wie man mag.

Du hast mir immer noch nicht beantwortet warum Du rückfällig geworden bist, Du warst schließlich auf dem für Dich richtigen Weg!

Ich geh meinen Weg schon viele Jahre und bin von ihm nicht wegzubringen, warum fällt mir das leichter als Dir? Wahrscheinlich weil ich handele und lebe und nicht ständig darübernachdenke und dagegen ankämpfe.

Mein lieber opti, Du kämpfst gegen den Sexualdämon, er kostet Dich Kraft, Nerven und vorallem Leben, spürst Du das?

Ich wünsch Dir Leichtigkeit und das Du etwas findest was Dich mit diesem Dämon arrangieren lässt.
 
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Das ist auch mein Empfinden ... deshalb würde ich aber jemanden (tust Du nicht), der Sex auch losgelöst von Liebe sucht, nicht als schmutzig oder süchtig bezeichnen. Er hat ein anders Verhältnis zu diesem Thema als ich. Das muß er für sich entscheiden. Wenn jemand enthalstam lebt, akzeptiere ich das ebenso. Nur dieser soll die anderen, die nicht so leben, ebenso annehmen und sich nicht über sie stellen. Dazu sehe ich nicht die geringste Veranlassung.

Ja, sehe ich auch so, abgesehen von denjenigen, welche sich selbst als sexsüchtig bezeichnen, darunter leiden und Hilfe brauchen. Die sollten dann auch Hilfe erhalten, aber als schlecht würde ich sie nicht bezeichnen.

Es gibt aber schon auch triebhafte Menschen, welche ich als schmutzig empfinde, z. B. Männer, die einem gierig nachschleimen und belästigen oder diese Verbalbelästiger, welche nur noch in Sexkategorien denken können. Sex-Scherze sind okay, aber solche Typen lassen nichts und niemand angezogen.
 
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